Renate Sültz
Mutters erster Kühlschrank
- hochgeladen von R. G. Wardenga
Nostalgie aus den 50ger und 60er Jahren
Das war damals schöner!
Ich bleibe auch heute noch dabei, dass nicht alles vorhanden war in meiner Kindheit, aber es war voller Liebe und Wärme.
Ich meine das Familienleben, welches sich in meinem damaligen Zuhause abspielte. Gut kann ich mich zum Beispiel an die Zeit ohne Kühlschrank erinnern. Da war ständig Nachdenken und logisches Handeln gefragt. Eigentlich war die Vorratshaltung ohne Kühlschrank damals kein Thema. Meine Mutter wusste immer was zu tun war.
Für das Frischhalten der Lebensmittel hatte sie Tontöpfe in allen Größen. Wurst, Käse und Butter kamen gesondert in einen Topf. In dem anderen Tontopf Quark und andere Milchprodukte. Fleisch wurde erst gekauft, kurz bevor es gebraten und zubereitet wurde.
Mutter weckte Obst und Gemüse ein. Auch einen Bottich mit Weißkraut, der uns im Winter herzhaftes Sauerkraut lieferte, vergaß sie nicht. Da unsere Wohnung einen großen Balkon hatte und auch die Luft noch relativ sauber war, stellte Mutter die Tontöpfe, frisches Obst und auch Gemüse vom Wochenmarkt, in eine Holzkiste. Diese schob sie unter den Tisch, der auf dem Balkon stand. Die Tontöpfe oben drauf.
Unser Balkon hing nicht auf der Sonnenseite, sondern blieb immer im Schatten. Somit war es den ganzen Sommer hinweg angenehm kühl dort. Bei Sturm und Regen und auch im Winter zogen meine Eltern eine Kunststoffplane darüber, die mein Vater von der Arbeit mitbrachte. Es war nun alles vollbracht, um die Nahrung zu schützen und haltbar zu machen. Es klappte alles gut und alle waren zufrieden. Irgendwann in den 60er Jahren, kam dann der erste kleine Kühlschrank von AEG. Er war recht einfach gebaut, aber zweckmäßig. Hilfreich hauptsächlich für Mutter, jedoch ohne ihre Tontöpfe und das selbstgemachte Sauerkraut ging nichts.
Ich vermisse diese Zeit sehr und weine oft. Jedes Mal frage ich mich, warum die Jahre so schnell vergangen sind.
Mein Rat:
Geht im Haushalt mal was daneben, egal in welchem Bereich, nicht verzweifeln, denn es gibt für alles eine Lösung.
Bürgerreporter:in:R. G. Wardenga aus Königsborn |
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