Die goldenen Zeiten sind vorbei – es geht bergab
Mercedes: Kostensenkung oder Standortschließungen und Verlagerung ins Ausland – Kosten in Ungarn rund 70 Prozent unter dem deutschen Niveau
Der deutsche Produktionsstandort von Mercedes gerät angesichts steigender Belastungen zunehmend unter Kostendruck. Das Unternehmen nennt insbesondere das schwache Geschäft in China und die höheren US-Zölle als wirtschaftliche Belastungen. Nach Einschätzung des Managements muss die Produktivität deshalb verbessert werden. Wie groß der Abstand zu Osteuropa ist, zeigt der Vergleich mit dem ungarischen Werk Kecskemét: Dort liegen die Kosten laut Mercedes rund 70 Prozent unter dem deutschen Niveau. Der Standort wird zugleich zum größten europäischen Produktionswerk des Konzerns ausgebaut.
Eine mögliche Konsequenz für Deutschland steht inzwischen offiziell im Raum. Falls sich die Kosten nicht ausreichend reduzieren lassen, könnten ein Montagewerk und ein Antriebswerk geschlossen werden. Welche Standorte davon betroffen wären, ist bislang nicht bekannt. In Deutschland fertigt Mercedes Fahrzeuge in Sindelfingen, Rastatt und Bremen; Antriebe und Komponenten entstehen unter anderem in Untertürkheim, Berlin und Hamburg. Um Einsparungen zu erreichen, steht nach einem Bericht des „Handelsblatts“ auch die Arbeitszeit zur Debatte. Das Management soll eine Erhöhung von 35 auf 38 Wochenstunden verlangen. Die IG Metall lehnt eine Abkehr von der 35-Stunden-Woche ab. Der Betriebsrat ist nach eigenen Angaben zu Gesprächen bereit, weist Werksschließungen jedoch zurück.
https://www.reuters.com/de/firma/mercedes-benz-ohne-kostensenkung-werden-zwei-werke-geschlossen-2026-09-22/
Bürgerreporter:in:Mitgliedsname H.-H. B. aus Essen |
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