Deutsche Geschichte
Die Käfige in Münster
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Die Wiedertäuferkäfige in Münster sind drei eiserne Körbe an der Lambertikirche, in denen die Leichen der Täuferführer 1536 zur Schau gestellt wurden. Sie gelten heute als Mahnmal und Wahrzeichen der Stadt.
Im Jahr 1534–1535 übernahmen radikale Täufer unter Jan van Leiden, Bernd Knipperdolling und Bernd Krechting die Herrschaft in Münster und riefen ein „Tausendjähriges Reich Zion“ aus. Nach der gewaltsamen Rückeroberung der Stadt durch Fürstbischof Franz von Waldeck wurden die drei Anführer öffentlich hingerichtet. Am Morgen des 22. Januar 1536 besteigen die drei das Blutgerüst auf dem Markt. Jan van Leiden, der selbsternannte „Wiedertäuferkönig“ wird mit einem eisernen Ring an einen Pfahl gefesselt und mit glühenden Zangen zu Tode gefoltert. Danach sterben Knipperdollinck und Krechtink denselben grausamen Tod.
Die drei eisernen Körbe befinden sich an der Südseite des Turms der St. Lamberti-Kirche in der Innenstadt von Münster. In ihnen wurden die Leichname der hingerichteten Täuferführer zur Abschreckung ausgestellt – ein damals übliches Mittel der Strafverschärfung. Die Käfige sind heute leer, aber sie wurden nie entfernt und sind ein sichtbares Mahnmal für religiösen Fanatismus und Gewalt.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
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