Alte Mauern
1000 Jahre Geschichte - und viel zu entdecken
- Dorf Stiepel - Durchgang zum "Wilhelmstein"
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Die Stiepeler Dorfkirche ist schon ein ganz besonderer Ort. Über 1000 Jahre Geschichte - und wenn man sich dort ein bisschen Zeit lässt, gibt es rundherum unglaublich viel zu entdecken.
Besonders schön fand ich die Kirche im Nachmittagslicht. Und dann natürlich die vielen alten Grabsteine rund um die Kirche. Manche davon sind mehrere hundert Jahre alt. Der älteste erhaltene Grabstein stammt sogar aus dem Jahr 1600.
Aus der Kirche bin ich dann durch den alten Durchgang gegangen. Dort stehen diese wunderschönen alten Grabplatten. Und was ich besonders spannend fand - sie lagen früher tatsächlich im Fußboden der Kirche. 1952 wurden sie herausgenommen, weil sie durch das ständige Darüberlaufen schon stark abgetreten waren.
Tja … damals waren die Leute halt fleißige Kirchgänger. ;-)
Und dann stand ich plötzlich vor diesem wunderschönen alten Gebäude aus Ruhrsandstein „Zum Wilhelmstein“, die ehemalige Gaststätte direkt gegenüber der Dorfkirche.
Das Haus wurde 1864 gebaut und war tatsächlich von Anfang an eine Gastwirtschaft. Unglaubliche 156 Jahre lang wurde hier ausgeschenkt und bewirtet, bevor 2020 die Geschichte des "Wilhelmstein" als Gaststätte endete. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und wurde aufwendig saniert.
Spannend fand ich auch, dass es im Obergeschoss früher einen großen Saal mit Bühne gab. Später wurde dort umgebaut und es entstanden unter anderem Vereinsräume. Und dann ist da noch die Familie Bock, die über viele Jahre eng mit dem "Wilhelmstein" verbunden war. Bei vielen Stiepelern ist der Name deshalb bis heute ein Begriff.
(Quelle: Stiepeler Heimatforschung)
Ein paar Fotos habe ich natürlich auch gemacht. So ein altes Haus aus Ruhrsandstein ist einfach eine tolle Kulisse. Und ich kann mir gut vorstellen, dass gerade diejenigen, die in der Stiepeler Dorfkirche geheiratet haben, diesen Anblick ganz besonders mögen.
Also wieder zurück zur Kirche - und noch einmal genauer hingeschaut.
Dabei sind mir noch mehr alte Grabsteine aufgefallen. Und sogar einige, die offenbar neu zum Vorschein gekommen sind. Das fand ich richtig spannend. Da fragt man sich doch unwillkürlich - was war eigentlich der Grund dafür, dass sie irgendwann in die Versenkung gerieten..
Schade nur, dass ausgerechnet meine Fotos von den alten Wand- und Deckenmalereien in der Kirche nichts geworden sind. Dabei sind die wirklich etwas Besonderes. Sie stammen teilweise aus dem Mittelalter und wurden erst 1952 wiederentdeckt.
Aber ein paar schöne Bilder sind ja doch geworden. Und vielleicht ist genau das das Schöne an solchen alten Orten - man geht hin, schaut sich ein bisschen um … und entdeckt immer wieder etwas Neues Altes.
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Essen |
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