Kunst und Kultur
𝓓𝓲𝓮 𝓫𝓾𝓷𝓽𝓮𝓷 𝓑𝓪𝓵𝓴𝓸𝓷𝓮 𝓲𝓷 𝓥𝓪𝓵𝓵𝓮𝓽𝓽a
- hochgeladen von Thomas Ruszkowski
Die berühmten bunten Holzbalkone von Valletta, auf Maltesisch gallariji, gehören zu den markantesten Wahrzeichen der Stadt. Hinter ihnen verbergen sich einige skurrile und überraschende Geschichten.
Sie dienten zum „Beobachten ohne gesehen zu werden“. Die geschlossenen Holzbalkone gehen wahrscheinlich auf die arabische Mashrabiya zurück. Von innen konnte man das Geschehen auf der Straße beobachten, ohne selbst sichtbar zu sein. Besonders für Frauen war dies früher gesellschaftlich wichtig. Die ersten geschlossenen Holzbalkone sollen in Valletta entstanden sein. Historiker gehen davon aus, dass sich dieser Baustil von Valletta aus über ganz Malta verbreitete. Zuvor waren offene Steinbalkone üblich.
Manche Balkone wurden zu Mini-Badezimmern. Als im 19. Jahrhundert Toiletten in Wohnhäuser eingebaut wurden, nutzten einige Bewohner den geschlossenen Balkon dafür. Kleine Holzlamellen sorgten für Sichtschutz. Farben hatten Tradition. Viele Balkone wurden in kräftigem Grün, Blau, Rot oder Violett gestrichen. Grün gilt bis heute als besonders typisch für historische maltesische Balkone. Ein Balkon schaffte es sogar auf eine Münze. Die charakteristischen maltesischen Balkone gelten als nationales Symbol und wurden auf einer Gedenkmünze der maltesischen Zentralbank verewigt.
In den engen Gassen lohnt es sich gelegentlich, nach oben zu schauen, nicht nur wegen der schönen Architektur, sondern auch, weil an älteren Gebäuden gelegentlich kleinere Putz- oder Holzteile herabfallen können. Solche Vorfälle sind selten, aber bei historischen Bauten nie völlig ausgeschlossen.
Insgesamt gelten die Balkone in Valletta als gut erhalten und sind eines der am besten gepflegten architektonischen Merkmale der UNESCO-Welterbestadt. Die auffälligen, oft jahrhundertealten gallariji sind heute nicht nur ein Fotomotiv, sondern ein lebendiges Stück maltesischer Bau- und Alltagsgeschichte.
Bürgerreporter:in:Thomas Ruszkowski aus Essen |
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