Oesch’s die Dritten
Die Musik ist ihr Ding
- hochgeladen von Matthias Bucher
Volksmusik verbindet und berührt die Menschen. Das zeigte sich beim gestrigen Konzert von Oesch’s die Dritten in der Burgauer Kapuziner-Halle auf eindrucksvolle Art und Weise.
Die Familienband aus dem Berner Oberland präsentierte dem Publikum einen bunten Melodienstrauß und überzeugte ebenso mit solistischen Einlagen ihrer einzelnen Mitglieder. Dabei stellte jeder von ihnen sein musikalisches Können auf höchstem Niveau unter Beweis.
Mit ihren Erfolgstiteln wie „Jodeln ist cool“ und dem „Ku-Ku-Jodler“ sorgten sie für beste Stimmung im Saal. Doch neben schwungvollen Rhythmen und mitreißender Jodelkunst gab es auch leise, gefühlvolle Momente. Besonders ihre Ballade „Wenn du einmal einsam bist“ ging zu Herzen.
Dabei wurde eines ganz deutlich: Ihr Motto „Musik ist unser Ding“ ist nicht nur ein Spruch, sondern gelebte Leidenschaft. Oesch’s die Dritten leben auf der Bühne genau das, was sie mit ihrer Musik vermitteln möchten. Man spürt die Freude am gemeinsamen Musizieren, die tiefe Verbundenheit und den familiären Zusammenhalt.
Oesch’s die Dritten sind eben im wahrsten Sinne des Wortes eine musikalische Familie der Extraklasse. Genau diese besondere Mischung macht ihre Auftritte zu einem Erlebnis, das lange in Erinnerung bleibt.
Im Rahmen des Konzertes haben wir Melanie und Hansueli Oesch zum Interview getroffen. Dabei erzählen sie von ihrer Leidenschaft für die Musik, dem Leben als musikalische Familie und den besonderen Momenten auf und hinter der Bühne.
Welcher Meilenstein hat euch besonders geprägt?
Melanie: Ich würde auf jeden Fall sagen, dass es unser erster Auftritt im Musikantenstadl im Jahr 2007 war. Dieser Abend hat unser Leben nachhaltig verändert. Plötzlich wurden wir einem viel breiteren Publikum bekannt.
Hansueli: Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits zehn Jahre gemeinsam musiziert. Meine Kinder Melanie, Mike und Kevin hatten gerade ihre Berufsausbildungen begonnen. Auch Annemarie und ich waren damals berufstätig. Wir konnten uns zu dieser Zeit nicht vorstellen, dass das Ganze einmal solche Ausmaße annehmen würde.
Wie würdet ihr euch musikalisch beschreiben?
Melanie: Unsere besondere Ausstrahlung liegt in unserem Familienzusammenhalt. Viele Fans kommen natürlich wegen der Musik, aber sie lieben es auch, dass wir als Familie auf der Bühne stehen.
Hansueli: Unsere Musik ist handgemacht und echt. Bei uns wird auf der Bühne jeder Ton live gespielt.
Was macht für dich den Zauber des Jodelns aus?
Melanie: Für mich ist Jodeln wie eine eigene Sprache. Mich fasziniert, dass man ohne Worte so viel ausdrücken kann. Außerdem kann man sich musikalisch durch alle Gefühlslagen bewegen. Wenn man jodelt, kommt man sofort mit dem Publikum oder anderen Musikern ins Gespräch, weil diese Kunstform die Menschen fasziniert. Jodeln schafft eine starke Verbindung zu den Menschen. Für dieses Talent bin ich sehr dankbar.
Hansueli: Vor Kurzem durften wir in Amerika zu Gast sein. Obwohl die Menschen dort unsere Sprache nicht sprechen, konnten wir sie mit unserem Jodeln berühren. Denn Jodeln ist, wie Melanie schon gesagt hat, eine eigene Sprache.
Gibt es einen Titel, der für euch eine ganz besondere Bedeutung hat?
Melanie: Ich glaube, es gibt Titel, die für jeden Einzelnen von uns eine ganz besondere Bedeutung haben. Für uns als Familie ist es das Lied „Musik ist unser Ding“. Die Musik begleitet uns seit unserer Kindheit und ist Teil unserer Tradition. Der Liedtext beschreibt uns als Familie und bringt zum Ausdruck, was wir unserem Publikum vermitteln möchten.
Was habt ihr in all den Jahren über eure musikalische Reise gelernt?
Hansueli: In all den Jahren mussten wir natürlich auch immer wieder Erfahrungen sammeln und Lehrgeld bezahlen. Das gehört einfach dazu.
Melanie: Es ist eine Art Lebensschule. Wir haben gelernt, dass jeder seinen eigenen Weg gehen und seine persönlichen Geschichten in Liedern erzählen muss. Es ist wichtig, nicht nur Songs anderer Künstler zu covern, denn irgendwann kann sich das Publikum mit den eigenen Liedern identifizieren. Dadurch entsteht eine besondere Bindung zu den Menschen. Das gilt auch für diejenigen, die uns vielleicht nie live erleben können, sondern uns nur aus den Medien kennen.
Erst vor Kurzem waren wir mit einigen Fans auf Kreuzfahrt. Der Austausch mit unserem Publikum bedeutet uns sehr viel. Es ist unglaublich bewegend zu erfahren, welche persönlichen Lebensgeschichten die Menschen mit unseren Liedern verbinden.
Hansueli: Auch in der Schweiz unterscheiden sich die Musikwünsche unseres Publikums von Region zu Region. Wir treten häufig in der französischsprachigen Schweiz oder im angrenzenden Frankreich auf. Auch während unserer Amerika-Tournee haben wir erlebt, dass die Menschen ganz besondere Geschichten und Vorstellungen mit bestimmten Titeln verbinden.
Gibt es eine Botschaft, die ihr dem Publikum bei einem Konzert mit auf den Weg geben möchtet?
Melanie: Wir möchten, dass die Menschen mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Unser Konzert soll für sie ein besonderes Erlebnis sein. Sie sollen vom Alltag abschalten können und eine positive Energie mit nach Hause nehmen.
Hansueli: Die Energie, die wir von der Bühne aus vermitteln, ist für mich sehr wichtig. Oft kommt ein Fan gemeinsam mit seiner Partnerin oder seinem Partner zu einem Konzert, wobei nicht unbedingt beide gleichermaßen musikbegeistert sind. Wir freuen uns immer, wenn wir auch diese Menschen mit unserem Rhythmus mitreißen können. Insgeheim macht es uns natürlich Freude, wenn unsere Titel so gut ankommen. Das gibt uns immer wieder die nötige Motivation.
Was dürfen die Fans bis zu eurem Bühnenabschied noch erleben?
Hansueli: Es sind sehr viele Konzerte geplant. Wir hoffen, dass wir all das bewältigen und umsetzen können.
Melanie: Für uns wird es sicherlich eine sehr intensive Zeit werden. Wir haben uns viel vorgenommen und möchten eine umfangreiche Merci-Tournee gestalten. Es wird eine Art Best-of-Tournee sein, bei der wir aber auch neue Titel präsentieren werden. Dafür haben wir vor Kurzem ein neues Album aufgenommen, das im Januar 2027 veröffentlicht werden soll. Außerdem wird es noch einige Festivalauftritte und Einzelkonzerte geben.
Hansueli: Es war uns auch sehr wichtig, zu diesem Anlass noch einmal eine neue CD aufzunehmen. Die Titel für unser Abschiedsalbum haben wir sorgfältig ausgewählt. Darüber haben wir gemeinsam diskutiert, und jeder durfte seine Ideen einbringen. Wir hatten das Glück, aus einer sehr großen Auswahl an Titeln schöpfen zu können. Auch unsere Melanie hat wieder fleißig mitgeschrieben.
Melanie: Ich möchte noch ein paar Worte zu unserem Abschied sagen. Es ist kein Ende der Musik, sondern lediglich das Ende dieser Besetzung. Wir wollten es nicht dem Zufall überlassen, wann irgendwann Schluss ist. Wir möchten einfach aufhören, wenn es am schönsten ist. Genau so fühlt es sich gerade an.
Hansueli: Der Weg wird uns weisen. Ich hoffe, dass meine Gesundheit noch lange mitspielt, denn musikmüde bin ich überhaupt nicht.
Vielen Dank für das Interview
Bürgerreporter:in:Matthias Bucher aus Burgau |
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