Klicks, Karma und Kommentarkultur
Wenn der Ehrgeiz die Likes zählt – Randnotizen aus einer schreibfreudigen Welt
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Manchmal schreibt das Leben kleine Geschichten, die mehr zwischen den Zeilen sagen als tausend Worte laut. Eine poetische Beobachtung – mit Augenzwinkern.
Es war einmal ein kleines, buntes Netzwerk von Schreibfreudigen, irgendwo zwischen Frühlingsfotos, Gedankenspaziergängen und selbstgebackenen Käsekuchen. Dort tummelten sich viele eifrige Bürgerreporterinnen und -reporter, die mit Hingabe, Herz und Humor ihre Beiträge verfassten – meist im Geist von Austausch und Anerkennung.
Doch wie in jedem guten Märchen gibt es auch hier Figuren, die das Spiel ein wenig ehrgeiziger betreiben. Sie kennen die Mechanismen der Sichtbarkeit, haben ein Gespür für Taktik – und ein ausgesprochen wachsames Auge für jene kleinen Ranglisten, die zwar niemand offiziell wichtig findet, aber doch heimlich mitverfolgt werden.
Man munkelt, dass manche besonders engagierte Seelen kaum eine Veröffentlichung unbeobachtet lassen. Sie kommentieren blitzschnell, loben überschwänglich – und wirken dabei manchmal weniger an den Inhalten interessiert als an der Reaktion. Denn ein Kompliment zur rechten Zeit wirkt Wunder: Wer freundlich streichelt, wird oft freundlich zurückgestreichelt.
Noch spannender wird es, wenn sich hinter den Kulissen kleine Allianzen bilden. Freundschaften entstehen, Klicks wandern, und Likes gehen auf Wanderschaft wie Postkarten im Urlaub. Manch eine Geschichte wird da mit auffälliger Regelmäßigkeit von denselben Namen geherzt – wie von unsichtbarer Hand geleitet. Und in ganz seltenen Fällen tritt sogar eine gesperrte Gestalt aus dem Schatten zurück ins Rampenlicht der Reichweite. Rein theoretisch, versteht sich.
Doch die wahre Größe einer Gemeinschaft zeigt sich nicht an Zahlen, sondern an Haltung. Denn während manche ihr virtuelles Ranking wie einen Pokal betrachten, schreiben andere einfach .. weil sie etwas zu sagen haben. Ohne Strategie, ohne Trophäenblick – einfach aus Freude am Teilen.
Und so bleibt zu hoffen, dass auch in dieser kleinen Welt irgendwann wieder zählt, was wirklich zählt - und das sind echte Worte, ehrliche Bilder und ebenfalls zu erwähnen, ein aufrichtiges Miteinander. Alles andere ist – nun ja – ein Spiel. Aber wer spielt, sollte fair spielen.
Weisheit zum Mitnehmen:
Manche werfen mit Stacheln und wundern sich, wenn niemand zum Streicheln bleibt.
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Essen |
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