Osterbilanz mit Augenzwinkern
Zwischen Friede - Freude - und Eiersuchen
- Rom - Piazza Navona
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Ostern ist so gut wie gelaufen. Quasi mit der Zeit um die Wette .. und wie immer gewinnt die Zeit. Kaum hatte man den ersten Kaffee am Karfreitag in der Hand, ist der Ostermontag schon dabei, höflich den Stuhl wieder ranzurücken. Vier Tage, die sich aufführen wie der Schokohase neben den bunten Eiern - kurz bewundert, einmal mit dem Glöckchen gebimmelt - zack verschwunden, man ließ sich ihn munden.
Nun gut - lass uns kurz nach Rom schauen, so wie man das eben macht, wenn man weltoffen und weltgewandt wirken möchte. Von der zentralen Loggia des Petersdoms (habe leider kein Foto davon) wurde der Ostersegen „Urbi et Orbi“ gesprochen, vor Zehntausenden auf dem Petersplatz - und wie es sich gehört, um den Frieden in einer Welt voller Konflikte gebeten. Der Appell - Streitlust und Machtdenken beiseitelegen, den Dialog suchen. Kurz gesagt - die Menschheit möge bitte runterkommen.
Ein schöner Gedanke .. während hierzulande parallel darüber diskutiert wird, wer das Karottenkuchen-Schaf geköpft hat.
Das Wetter spielte ebenfalls Ostern. Wechselhaft, windig, alles dabei .. außer Schnee. Mal Sonne, mal weniger Sonne, mal ein kräftiger Schauer - aber nichts von Dauer.
Apropos Dauer. Es dauerte nicht lange - und schon war meine Torte in aller Munde. Ich meine die Ostertorte mit den Schokoeiern. Eigentlich war sie als Beitrag zur Völkerverständigung gedacht - nur leider ist sie der Conny etwas aufgestoßen. Und warum? Weil allein das Betrachten ihre Geschmacksnerven anregt - und sie deshalb mit einer Beschwerde vor das myheimat-Team zieht .. oder geht - ich denke, man versteht...
Zwischen Osterlauf, Spaziergang, Kirchgang, Familienbesuch und der Frage, ob man noch ein Ei schafft oder schon in die Verlängerung geht, wurde klar - Ostern ist ein gesellschaftlicher Mehrkampf. Die einen laufen, die anderen singen im Chor, wieder andere sitzen philosophisch am Tisch und erklären, dass sie „nur probieren“ ...
Und jetzt? Jetzt schiebt sich der Dienstag langsam ins Blickfeld. Des Kalenders stiller Held. Der Tag, an dem man wieder weiß, wo der gewöhnliche .. die gewohnte Kaffeetasse steht und warum man überhaupt zu Arbeit fährt. Der Tag, an dem die Welt wieder sortiert wirkt und man sich heimlich freut, dass Friede, Freude und Eierkuchen erfolgreich überstanden sind.
Man lehnt sich zurück, klug, leicht übersättigt und ein bisschen wortgewandt - wenn schon nicht weltgewandt. Aber wir - wir haben nach Rom geschaut, das Wetter analysiert und diplomatische Gespräche mit Schokoeiern und der Verwandtschaft geführt.
Und während die letzten bunten Eier verschwinden, wächst schon die Vorfreude auf das nächste Kapitel - den Maitanz. Denn eines bleibt sicher - Traditionen müssen sein. Und die Zeit? Die läuft uns sowieso davon. Also - man liest sich .. bis dann.
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Essen |
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