Advent, Advent .. die Bowle brennt
Die kalte Feuerzangenbowle
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Anlässlich des dritten Advents kamen alte Bekannte zusammen, um das Jahr gebührend ausklingen zu lassen. Mit „Driving Home for Christmas“ wurden sie beziehungsweise wir an der Tür von der Gastgeberin begrüßt - bekannt für ihre leicht gefährlichen, aber stets köstlichen Experimente.
In feierlicher Anlehnung an die bevorstehende Geburt Jesu Christi eröffnete die Gastgeberin den Abend.
„Es gibt eine Feuerzangenbowle“, sagte sie ehrfürchtig. Alle nickten.
Dann fügte sie hinzu: „Aber kalt.“
Stille.
Irgendwo kullerte eine Mandarine vom Tisch.
„Kalte Feuerzangenbowle?“, fragte Babsi vorsichtig - so, wie man auch fragt, ob der Weihnachtsmann vielleicht mit einem Engel liiert ist.
„Ja“, sagte die Gastgeberin. „Das Feuer ist innerlich.“
Und tatsächlich: In der großen Schüssel schwamm eine geheimnisvolle Mischung aus Früchten, Gewürzen und einem Duft, der sämtliche Vorsätze für einen nüchternen Abend sofort auflöste. Niemand wusste genau, was darin war .. außer vielleicht die Bowle selbst.
Der erste Schluck war harmlos. Der zweite überraschend lecker. Der dritte führte dazu, dass Babsi plötzlich behauptete, sie könne alle drei Strophen von „O Tannenbaum“ rückwärts singen. Kein Wunder, sie trinkt ja auch sonst auf keiner Feier .. was sie zu gerne betont. Eine andere Person erzählte zum fünften Mal dieselbe Adventsgeschichte - jedes Mal mit mehr Rentieren und am Ende sogar mit einem wilden Bären.
Tja - und während draußen die Kälte blieb, wurde drinnen gelacht, diskutiert und philosophiert - warum Zimt eigentlich immer nach Kindheit riecht und wieso diese Bowle so schnell versiegt.
Am Ende des Abends war klar - die kalte Feuerzangenbowle wärmt nicht die Hände .. aber zuverlässig die Herzen,-)
Und manchmal auch die Lachmuskeln.
Vor allem, weil wir uns auf einmal alle ganz besonders lieb hatten.
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Bochum |
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