Wahlen im Osten 2026
Arbeitsteilung zwischen ÖDP und Tierschutzallianz?
- www.oedp.de/aktuelles/aktionen/newsdetails/news/petition-tierleid-endlich-wirksam-bekaempfen
- hochgeladen von Michael Krämer
Vor fünf Jahren galten noch die coronabedingten Kontaktbeschränkungen. Um den kleinen Parteien ein wenig entgegenzukommen, wurden damals die Zulassungsvoraussetzungen für die Wahlen ein wenig gelockert: Es mussten deutlich weniger Unterstützungsunterschriften gesammelt werden, und das löste bei den "Sonstigen" damals eine gewisse Goldgräberstimmung aus.
Dies führte bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin dazu, dass sich besonders im Themenbereich "Umwelt-, Natur-, Klima- und Tierschutz" viele Klein- und Kleinstparteien gegenseitig auf die Füße traten und einander zum Teil ausbremsten. Konkret betraf das die Tierschutzpartei, die Tierschutzallianz, "Tierschutz hier!", die V-Partei³, die ÖDP und die Klimaliste. Sie alle schafften es hier und da über die Zulassungshürde, aber der daraus resultierende interne Wettbewerb führt zu einem Wahlkampf-Fiasko, aus dem lediglich die Tierschutzpartei einigermaßen unbeschadet hervorging. Sie sprang deutlich über die Schwelle der staatlichen Parteienfinanzierung und zog außerdem in Berlin dank lokaler 3-%-Hürde in etliche Bezirksverordnetenversammlungen ein. Allerdings sind mindestens drei der gewählten Tierschutzpartei-Mandatsträger mit ihren gewonnenen Sitzen zu anderen Parteien gewechselt und kandidieren im September 2026 auf deren Listen: Aída Spiegeler Castañeda ist bei der CDU Spandau gelandet, Jochen Anders beim BSW Spandau und Ina Seidel-Grothe beim BSW Marzahn-Hellersdorf.
Für die Wahlen im Herbst 2026 sind die Klimaliste, die V-Partei³ und "Tierschutz hier!" aus dem Rennen. Sie haben keine Wahlvorschläge mehr eingereicht.
Die ÖDP, die sich seit einigen Jahren vor allem als Naturschutzpartei definiert und mit der Gemeinwohlökonomie sympathisiert, konzentriert diesmal ihre (im Osten eher überschaubaren) Kräfte auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und auf die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus (nicht jedoch die Wahlen der Bezirksverordnetenversammlungen). Die ÖDP ist seit 2014 durchgehend im EU-Parlament vertreten und verfügt bundesweit über mehr als 400 kommunale Mandate sowie einige Posten von Bürgermeistern und Vize-Landräten.
Die Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz (Tierschutzallianz) ist vor allem eine Magdeburger Abspaltung der bundesweit aktiven Tierschutzpartei. Sie beschränkt sich daher auf die Teilnahme an der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Sie verfügt derzeit nur über ein einziges (kommunales) Mandat und ist im Stadtrat von Magdeburg Teil einer gemeinsamen Fraktion mit der SPD und Volt (bis 2024 mit der Gartenpartei).
Wegen der diesmal nicht vorhandenen Konkurrenzsituation zwischen ÖDP und Tierschutzallianz könnte sich eine Art Arbeitsteilung oder sogar Kooperation zwischen beiden Parteien entwickelt. Um eine entsprechende Vermittlung bemüht sich als "Außenstehender" das langjährige bayerische Landesvorstandsmitglied der Tierschutzpartei Michael Krämer. Er ist seit dem 1. Juli 2026 parteilos und liebäugelt gleichermaßen mit der ÖDP und der Tierschutzallianz, auch über die September-Wahlen hinaus.
Nach der Wahl ist bekanntlich vor der Wahl, und die ÖDP hat bereits ein Großprojekt für Nordrhein-Westfalen gestartet, nämlich ein Volksbegehren für ein Böllerverbot. Das könnte sich zu einer Gemeinschaftsaufgabe für alle Natur- und Tierschützer entwickeln und ähnliche Dimensionen entfalten wie das Volksbegehren "Rettet die Bienen" 2019 in Bayern.
Unabhängig davon wird man sich wohl auch bundesweit mit dem Thema "Rechte der Natur" befassen.
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