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Zerfall der Weltordnung
- hochgeladen von Siegfried Räbiger
Der Untertitel: „Die Ignoranz des Westens und der Aufstand des globalen Südens“
passt zur Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney auf dem World Economic Forum (WEF) 2026 in Davos. Er sprach davon, dass die internationale Ordnung zerbrochen ist und plädiert dafür, durch Zusammenhalt und eigene Autonomie gegen die verschärfte Rivalität der Großmächte anzukämpfen. Für jeden nachvollziehbar ist damit vorrangig Trump mit seinen Handlungen gemeint. Bereits 2013 formulierte Papst Franziskus im „Evangelii gaudium“ Zweites Kapitel Ziff. 53.„Diese Wirtschaft tötet.“
Die Ignoranz, die dem Papst aus Deutschland 2013 entgegengehalten wurde, nimmt der Autor Patrick Kaczmarczyk auch zum Anlass, die Rolle der Großmächte unter Mithilfe der Banken, insbesondere des Internationalen Währungsfonds (IWF), nachzuzeichnen und zu analysieren. Der Einleitung von Heiner Flassbeck folgen die Kapitel.
• Die globale Armut
• Sind wir die Samariter der Welt?
• Der Dienst am Mammon: die Finanzmärkte des Nordens und die Armut des Südens
• Krise als Normalzustand
Der Wirtschaftswissenschaftler legt an vielen Einzelbeispielen und Staaten nachvollziehbar und überzeugend dar, weshalb das bisherige System ins Wanken geraten ist. Zum gleichen Ergebnis kommt der kanadische Premier, wenn er in seiner Rede in Davos nicht nur die Frage stellt, ob wir uns anpassen, indem wir einfach höhere Mauern bauen, oder ob wir etwas Ambitionierteres tun können. Er gibt die Anwort aus dem Aufsatz 1978 mit dem Titel „Die Macht der Machtlosen“von Vaclav Havel, "in der Lüge leben."
Die Notwendigkeit der Neuausrichtung der Entwicklungspolitik wird auch im derzeitigen Koalitionsvertrag gesehen. Diese kann nur gelingen, wenn die handelnden Politiker nicht länger auf den erworbenen Vorteilen beharren und die notwendigen Stellschrauben erkennen. Der Autor Patrick Kaczmarczyk liefert die notwendigen Hinweise als Fazit im letzten Kapitel
"Grundzüge einer neuen Weltordnung"
Anhand von 5 Punkten wird aufgezeigt, welche Reformen vordringlich sind, um den drohenden Rückfall in die internationale Anarchie zu verhindern. Werden die Weichen nicht schnellstens gestellt, wird sich der Rechtsruck in Europa beschleunigen.
Ein sehr lesenswertes und verständlich geschriebenes Buch für alle, die sich ein eigenes Urteil über die gegebenen Machtverhältnisse in der Zeit großer Machtkonflikte bilden wollen und sich nach mögliche Reformen sehnen. Gleichzeitig sind die Ausführungen als Grundlage für Seminare geeignet.
Nostalgie ist keine Strategie
Heiner Flassbeck, Patrick Kaczmarczyk
Zerfall der Weltordnung
Westendverlag 02.02.2026
Einbandart kartoniert
Seitenanzahl 224
ISBN 978-3-98791-345-7
E-Book 978-3-98791-139-2
Bürgerreporter:in:Siegfried Räbiger aus Oberhausen (NW) |
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