Jahresrückblick 2025 und Jahresausblick 2026
Grußwort des Landrat Martin Sailer
- Landrat Martin Sailer
- Foto: Julia Pietsch
- hochgeladen von Florian Handl
Liebe Leserin, lieber Leser,
das Jahr 2025 war geprägt von wichtigen Entwicklungen, Herausforderungen und Projekten, die unseren Landkreis weiter vorangebracht haben. Im Folgenden möchte ich Ihnen einen kleinen Überblick geben:
Ausbau des Hochwasserschutzes
Das Hochwasser vom Juni 2024 hat uns auch das ganze Jahr 2025 über beschäftigt. So haben wir Vertreter der Anliegergemeinden von Schmutter und Zusam zu mehreren Hochwasserkonferenzen ins Landratsamt eingeladen. Denn das Thema darf aus meiner Sicht nicht allein auf die betroffenen Kommunen abgewälzt werden. Mein Ziel ist ein ganzheitliches Hochwasserschutzkonzept, in das sowohl die Kommunen als auch das Wasserwirtschaftsamt und die Nachbarlandkreise miteinbezogen sind. So haben wir uns darauf verständigt, zusätzlich zum bestehenden Pegelsystem des Wasserwirtschaftsamts landkreisübergreifend in den Gemeinden weitere Pegel zu installieren. Auch die Möglichkeit von KI-basierten Warnsystemen, die im Vorfeld meteorologische Analysen liefern können, wird derzeit geprüft.
Doch Frühwarnsysteme sind nur ein Baustein: Auch die zeitnahe Realisierung baulicher Hochwasserschutzmaßnahmen ist besonders wichtig. So sind wir sehr froh, dass das Rückhaltebecken in Siefenwang bei Dinkelscherben, dessen Baustart sich aufgrund von Entschädigungsverhandlungen mit Grundstückseigentümern über mehrere Jahre hinweg verzögerte, seit März im Bau ist und im Oktober 2026 fertiggestellt sein soll. Wichtig ist auch die finanzielle Unterstützung durch die Bayerische Landesregierung und den Bund. Wir haben uns deshalb an das Bayerische Innenministerium gewandt, um eine zeitnahe Prüfung möglicher Fördermittel für die Hochwasserschutzprojekte in der Region zu erbitten. Die Zeit drängt – jetzt müssen alle an einem Strang ziehen.
Einweihung des generalsanierten Justus-von-Liebig-Gymnasiums
Im September konnte die Schulfamilie des Justus-von-Liebig-Gymnasiums Neusäß ihr rundum generalsaniertes Schulhaus beziehen, Mitte Oktober fand die feierliche Einweihung statt. Nach sechsjähriger Planungs- und Bauzeit dürfen sich Schüler sowie Lehrkräfte über 50 moderne Klassenzimmer und Fachräume, eine neue Mensa und – ab dem kommenden Frühjahr – auf eine zeitgemäße Dreifachsporthalle freuen. Offene Lernlandschaften ermöglichen nicht nur innovative Unterrichtsmethoden, sondern lassen auch viel Licht ins Innere des Schulhauses. Energetisch ist das generalsanierte Gebäude ebenfalls „up to date“; eine Photovoltaikanlage mit rund 100 kWp sowie das begrünte Dach der Sporthalle unterstreichen den ökologischen Anspruch des Projekts. Mit der Generalsanierung des Justus-von-Liebig-Gymnasiums haben wir in die Entwicklung und die Chancen unserer Kinder investiert – und damit zugleich in die Zukunft unseres Landkreises.
Digitalisierung in der Verwaltung
In Sachen Digitalisierung haben wir in diesem Jahr nicht nur einen, sondern mehrere große Schritte nach vorn gemacht. Zum einen haben wir unser KI-gestütztes Assistenzsystem „JuKI 1.0“ weiterentwickelt und stehen nun kurz vor der Pilotphase. JuKI unterstützt unsere Mitarbeitenden in der wirtschaftlichen Jugendhilfe bei der Bearbeitung von Anträgen und trägt so zu effizienteren Arbeitsabläufen bei. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir mit JuKI beim DIGITAL-Award 2025 in der Kategorie „Landkreise, Ministerien und sonstige Behörden“ den dritten Platz belegt haben – das zeigt uns, dass wir nicht nur mithalten, sondern eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung im öffentlichen Sektor übernehmen können.
Zum anderen haben wir unsere Bewerbung als Modellregion „Ermöglichende Verwaltung“ gestartet, in deren Mittelpunkt als eine der möglichen Ideen der Einsatz von KI beim digitalen Bauantrag steht. Das Verfahren zählt zu einem der komplexesten Bereiche der Verwaltung – gelingt hier eine KI-gestützte Digitalisierung, lässt sich das Modell auf viele andere Prozesse übertragen.
Auch im kommenden Jahr warten wieder viele spannende Themen und Aufgabenfelder auf uns, von denen ich Ihnen gerne eine Auswahl vorstellen möchte:
Der Landkreis Augsburg auf der Messe A\FAIR
Vom 30. Januar bis zum 1. Februar 2026 präsentiert sich das Augsburger Land wieder mit einem Stand auf der Messe A\FAIR. Es erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm rund um regionale Wertschöpfung, Erholungsangebote und touristische Highlights. Wir freuen uns schon auf die Begegnungen und Gespräche mit Ihnen!
Eröffnung des Zentrums für Intensivtherapie
Mitte Februar wird das Zentrum für Intensivtherapie („Anbau West“) des Universitätsklinikums eröffnet – ein bedeutender Meilenstein, mit dem wir unsere Spitzenmedizin nachhaltig sichern und weiter ausbauen. Das Gebäude soll später betriebsorganisatorisch und baulich an den zukünftigen Neubau des Uniklinikums angebunden werden.
Bayerische Kommunalwahlen
Am 8. März finden in Bayern die Kommunalwahlen statt, bei denen unter anderem auch ein neuer Kreistag gewählt wird. Ich lade Sie herzlich ein, zur Wahl zu gehen und damit die zukünftige Ausrichtung der Kreispolitik mitzugestalten.
Neues Umweltkompetenzzentrum in Langerringen
Im Herbst 2026 wird das neue Umweltkompetenzzentrum in Langerringen eröffnet. Es wird künftig den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Landkreises beherbergen – aber auch einen hochmodernen Wertstoffhof, eine Gebrauchtwarenbörse sowie einen Unterrichtsraum für Schulklassen. So soll die Umweltbildung, bereits jetzt ein Aufgabenbereich des AWB, weiter gestärkt werden, um Kinder und Jugendliche für ökologische Verantwortung zu sensibilisieren.
Beitritt des AVV zum MVV
Ein Thema, das die Menschen im Landkreis derzeit beschäftigt wie kaum ein anderes, sind die aktuellen Planungen, den Augsburger Verkehrsverbund (AVV) in den Münchner Verkehrsverbund (MVV) zu integrieren. Nach der im Oktober erfolgten Zusage des Freistaats Bayern, den Zusammenschluss mit sechs Millionen Euro zu unterstützen, steht das Vorhaben finanziell auf gesichertem Fundament und kann nun konkret weiterverfolgt werden.
Die angestrebte Fusion ist ein bedeutender Schritt hin zu einer leistungsfähigen und vernetzten Mobilitätsstruktur in der Region. Tarifgrenzen würden dadurch zunehmend entfallen – ein echter Vorteil für Fahrgäste, die sich unkomplizierte und bezahlbare Verbindungen wünschen. Wie lange das Deutschlandticket in seiner jetzigen Form noch bestehen bleibt, ist offen. Sollte es wegfallen, wird es umso wichtiger sein, mit attraktiven Angeboten und verlässlichen Strukturen Vertrauen zurückzugewinnen. Ein großer Verbund wäre dabei schon heute ein Gewinn – insbesondere für all jene, die kein Deutschlandticket nutzen und dennoch regelmäßig auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.
Liebe Bürger, Sie sehen, wir haben viel vor und arbeiten Tag für Tag daran, unser wunderbares Augsburger Land noch lebenswerter und fit für die Zukunft zu machen.
Ihnen wünsche ich nun von Herzen eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr. Mögen Sie auch im Jahr 2026 Neugier, Lebensfreude und Tatkraft begleiten!
Beste Grüße
Landrat Martin Sailer
Bürgerreporter:in:Florian Handl aus Augsburg |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.