Augsburg als Wohlfühl-Ort für Umbruchphasen
SAUERTEIG, SIEBTRÄGER & STRAVA

Foto: ARochau, Adobe Stock
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Die Strategien gegen die Quarterlife-Crisis der GenZ sind zahlreich: Laufen, Radfahren, Wandern, Brot- und Pizzabacken oder auch Japanreisen. Was es mit dieser Krise auf sich hat, warum ausgerechnet diese Hobbys so perfekt beim Bewältigen helfen und warum Augsburg und Umgebung dafür ein erstaunlich guter Ort ist.

Wer sich jetzt fragt: „Quarterlife-Crisis und GenZ – wie soll das denn zusammenpassen? Sind die nicht erst 10?“ Naja, dann muss ich leider einmal sagen: Nein, wir sind nicht mehr 10. Tatsächlich kratzen die „Ältesten“ von uns schon an der 30 (die GenZ betrifft alle zwischen 1997 und 2012 Geborenen). Unsere Generation kennt man bisher vor allem dafür, dass wir die Welt nur digital vernetzt kennen und mit Smartphones, Tablets und Social Media aufgewachsen sind. Oh! Und seit geraumer Zeit sagt man uns außerdem nach, erschreckend faul zu sein. Wenn man sich die Vielzahl an Hobbys anschaut, finde ich diese Annahme allerdings etwas gewagt. Daten des Mikrozensus und der Bundesagentur für Arbeit belegen sogar, dass die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 24-Jährigen heute so hoch ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Aber das soll nicht das heutige Thema sein.

Zwischen Humor und echtem Umbruch

Was nun die Quarterlife-Crisis angeht: Manch einer von uns steckt definitiv in einer kleinen (oder größeren) Sinnkrise. Bisher bewältigen wir das Ganze zumindest noch mit Humor. Der Running Gag lautet: Je mehr Hobbys du startest, desto tiefer steckst du drin. Ob Sauerteigbrot, Rennrad, die Anschaffung einer Siebträgermaschine oder die akribische Vorbereitung der nächsten Japan-Reise. In meinem Freundeskreis verfolgt jeder mindestens eines dieser „Krisen-Hobbys“.

Aber jetzt mal im Ernst: Gibt es so etwas wie eine Krise mit Mitte zwanzig wirklich? Und wenn ja, was befeuert sie?

Dass das kein bloßes Gefühl ist, zeigt sich auch in der Forschung. Die sogenannte Quarterlife-Crisis ist ein reales Phänomen des frühen Erwachsenenalters. Sie trifft uns meistens dann, wenn die schützende Blase von Ausbildung oder Studium platzt und der Ernst des Lebens nicht mehr nur eine Drohung ist. Plötzlich stehen Entscheidungen an, die sich nicht mehr so leicht umkehren lassen, und die Verantwortung für das eigene Glück wiegt plötzlich schwerer als gedacht. Im Kern geht es um die Suche nach Orientierung in einem Moment, in dem sich Karriere, Finanzen und Beziehungen oft weniger klar anfühlen, als wir es uns vielleicht mit 15 noch vorgestellt haben. Viele erleben in dieser Zeit einen gewissen Druck, den „richtigen“ Weg finden zu müssen, obwohl genau dieser Weg oft noch gar nicht greifbar ist. Befeuert wird das Ganze sowohl durch innere Prozesse wie Sinnsuche, Selbstzweifel oder das Bedürfnis, sich festzulegen, als auch durch äußere Faktoren wie Leistungsdruck, gesellschaftliche Erwartungen oder Vergleiche mit anderen. Gerade diese Mischung sorgt dafür, dass sich die Phase für viele intensiv und manchmal auch widersprüchlich anfühlt. Besonders häufig betrifft sie Menschen in den 20ern bis frühen 30ern, womit wir altersmäßig genau bei der GenZ landen.

Stoßdämpfer für die Krise

Da nun geklärt ist, dass die GenZ genau in dieser Umbruchphase steckt, stellt sich die Frage: Warum stürzen wir uns alle auf dieselben Aktivitäten? Warum findet man in jeder zweiten Instagram-Story Brotanschnitte, persönliche Laufrekorde und Latte-Art? Darauf gibt es nicht die eine Antwort, aber ziemlich klare Belege. Bewegung wird in der Fachliteratur explizit als Coping-Strategie beschrieben, also als Bewältigungsmechanismus in belastenden Lebensphasen. Sport hilft dabei, Stress zu regulieren und kann insbesondere bei sogenannten „emerging adults“ Orientierung geben. Studien zeigen zudem, dass körperliche Aktivität Angst und psychischen Druck nachweislich reduzieren kann.
Auch beim Brot- und Pizzabacken lässt sich erklären, warum das weit mehr ist als ein kurzfristiger Trend. Backen wird in einigen Ansätzen sogar als therapeutisches Medium diskutiert. Es kann Selbstfürsorge stärken, Achtsamkeit fördern und das Gefühl von Selbstwirksamkeit unterstützen. Das liegt unter anderem daran, dass der Prozess klar strukturiert und gleichzeitig kreativ ist. Man stellt etwas mit den eigenen Händen her, sieht den Fortschritt und hat am Ende ein greifbares Ergebnis, das sich im besten Fall sogar teilen lässt.
Diese Hobbys wirken wie perfekte Stoßdämpfer für die Krise. Sie bringen Struktur in den Kopf und spürbare Erfolge in den Alltag. Dass es am Ende bei fast allen Brotbacken oder Laufen wird, liegt natürlich auch an der Sichtbarkeit. Social Media wirkt hier wie ein Katalysator! Der Algorithmus sorgt dafür, dass wir quasi gerade alle auf das gleiche „Anti-Stress-Programm“ setzen.

Krisenbewältigung auf Schwäbisch: Was bietet Augsburg?

Es bleibt die entscheidende Frage: Wie gut lässt sich das eigentlich in Augsburg ausleben? Spoiler: Ziemlich gut!

Teigkneten gegen das Gedankenkarussell
Fangen wir mit dem scheinbaren Klassiker an: Sauerteigbrot und Pizza. In Augsburg gibt es dafür wunderbare Anlaufstellen! Beispielsweise bietet die VHS Augsburg Kurse an, in denen sich alles um die traditionelle Kunst des Brotbackens dreht. Hier lernt man nicht nur die Theorie, sondern geht direkt in die Praxis: vom Ansetzen und der Pflege des eigenen Anstellguts bis hin zur perfekten Kruste. Besonders schön ist, dass auch das Miteinander im Fokus steht. Während der Teig ruht, werden gemeinsam köstliche Aufstriche zubereitet, sodass am Ende in der Gruppe verkostet und genossen werden kann. Man geht am Ende nicht nur mit dem eigenen Bio-Brot nach Hause, sondern auch mit einem Sauerteigstarter für die heimische Küche und einem tollen Erlebnis. Dass diese Kurse leider oft rasend schnell ausgebucht sind, spricht für den aktuellen Zeitgeist. Hier gilt also: Schnell sein!
Wer bei der VHS kein Glück mehr hatte, findet im Backstudio Backzeit im Augsburger Norden eine tolle Alternative. Dort lernt man direkt vom Bäcker- und Konditormeister-Team. Wer es noch flexibler mag, findet zudem über Plattformen wie Konfetti immer wieder passende Workshops und Back-Events.
Auch Pizzaliebhaber*innen kommen nicht zu kurz! Wer zum Beispiel die Kunst des neapolitanischen Pizzabackens meistern will, sollte bei der Grillfabrik vorbeischauen. Dort zeigt der Profi, wie man den perfekten Teig wirbelt. Von Focaccia bis zur klassischen Neapolitanischen Pizza lernt man alles über Teigführung und das richtige Backen. Als Bonus gibt es sogar einen Teigling für zu Hause und eine eigene Latzschürze. Wer es lieber urbaner mag, findet im Nuva in der Augsburger Altstadt einen weiteren Spot für echte Pizza-Fans. Im Restaurant hast du nicht nur die Möglichkeit, lecker Pizza zu essen, sondern auf Anfrage selbst zum/zur Pizzabäcker*in zu werden. Dort kann man gemeinsam mit Freund*innen oder Kolleg*innen kreativ werden und die eigene Pizza je nach Lust und Laune selbst backen oder belegen.

Den Kopf frei laufen
Für alle Sportler*innen schaut es in Augsburg ebenfalls top aus. Der Laufkalender ist ganzjährig prallgefüllt: Von klassischen Straßenläufen im Siebentischwald (z. B. der swa-Halbmarathon) über Benefizläufe wie den Zoolauf bis hin zum legendären Kuhsee-Triathlon. Wer nicht alleine laufen will, findet in Augsburg außerdem eine sehr lebendige Szene an Social Run Clubs, wie den 6AM Club, Absolute Run, die KRAFT Runners oder den running.club.augsburg. 
Dein Laufjahr 2026: Hier findest du noch mehr spannende Laufveranstaltungen in und um Augsburg!

Raus aus der Stadt, ab ins Grüne!
Wer lieber ohne Startnummer und Wettkampfdruck unterwegs ist, kann die weitläufigen Rad- und Uferwege entlang von Wertach und Lech entdecken. Ein Tipp: Schließt euch einfach mit Radfahrer*innen zusammen! Die Strecken beziehungsweise Abschnitte davon sind für beide perfekt. Der Klassiker für die Tourenplanung ist hier Komoot. Dass der Landkreis Augsburg dort mit durchschnittlich 4,5 Sternen bei über 13.500 Bewertungen glänzt, kommt nicht von ungefähr. Beliebt sind vor allem Touren wie „Auf den Spuren Ganghofers“ (ca. 71 km), der entspannte Wertach-Radweg (ca. 37 km) oder die Runde „Bayerisch-Schwäbische Barockperlen“ (ca. 61 km).
Für alle, die maximale Flexibilität wollen, bietet der Bayern-Radroutenplaner auf der Website der Stadt Augsburg ein tolles Tool: Einfach Start und Ziel eingeben und ihr bekommt Infos zu Steigungen, Wegoberflächen sowie Tipps für Gastro-Stopps und Sehenswürdigkeiten entlang der Route. Den Radtourenplaner gibt's übrigens auch als App! Selbstverständlich kommen auch Wanderfans im Naturpark Augsburg–Westliche Wälder voll auf ihre Kosten. Zwischen sanften Hügeln und kleinen Bächen findet man alles von der kurzen Erholung bis zur Tagestour. Besonders empfehlenswert sind laut der Komoot-Community die Route von Maria Birnbaum nach Blumenthal (10,9 km), die Otto-Schneider-Runde (7,3 km) oder die „Drei-Burgen-Tour“ (10,1 km).

Digitale Wegbegleiter: Neben Komoot und dem Radtourenplaner lohnt sich auch ein Blick auf Strava, Outdooractive oder AllTrails. Wer es noch regionaler mag, findet auf der Seite der Regio Augsburg Tourismus eine interaktive Rad- und Wanderkarte mit vielen übersichtlichen Tourenvorschlägen für das Wittelsbacher und Augsburger Land. Diese sind oft liebevoll mit Geschichten und Gastronomie-Tipps für die Pause unterwegs gespickt.

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Unser Fazit:

Unsere Region macht es uns leicht! Ob Augsburg und die Region ein guter Spot für die Quarterlife-Crisis sind? Ich würde sagen: definitiv ja. Nicht, weil unsere Region alle Lebensfragen auf Knopfdruck beantwortet, sondern weil sie genau den Raum bietet, den man in dieser Phase braucht. Man findet hier die perfekte Mischung aus Natur direkt vor der Haustür, kreativen Handwerks-Angeboten und festen Communities. In einer Phase, in der sich vieles unsicher anfühlt, geben uns diese Dinge Struktur und das Gefühl, „irgendwie klarzukommen“ und dabei vor allem nicht alleine zu sein. Wer seine Krise mit Mehl am Ärmel oder Laufschuhen an den Füßen bewältigen will, dem macht es Augsburg und sein Umland wirklich leicht.

Quarterlife-Crisis-Check

  • [  ] Dein Sauerteigstarter hat einen Namen.
  • [  ] Ein Pizzaofen oder ein Pizzastein stehen ganz oben auf deiner Wunschliste.
  • [  ] Du hast mindestens eine dieser Apps installiert: Strava, Komoot oder Adidas Running.
  • [  ] Samstags um 7 Uhr am Lech zu stehen, um zu wandern, joggen oder Rad zu fahren, klingt für dich nach einem guten Plan.
  • [  ] Du hast schon mal ernsthaft über eine Siebträgermaschine nachgedacht.
  • [  ] Du hast dir schon mal die Frage gestellt: Gravel- oder Rennrad?
  • [  ] Sonntage sind ab jetzt fest für „Long-runs“ reserviert.
  • [  ] Du kannst mit dem Begriff „Der Kessel muss brennen“ etwas anfangen.
  • [  ] Du kennst die Vor- & Nachteile von Roggen-, Dinkel- und Weizenmehl.

Auswertung:
1–3 Kreuze: Crisis-Light = Du schnupperst nur mal rein.
4–6 Kreuze: Mittendrin = Deine Hobbys bestimmen dein Wochenplanung.
7+ Kreuze: Profi-Level = Dein Sauerteig hat Priorität und dein Kessel brennt!

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myheimat-Team:

Luca-Marie Zapf

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