GEW Bayern
Dreimal mangelhaft – Schüler*innen stellen der Bildungspolitik ein Zeugnis aus
Seit 30.Juli, 10 Uhr, protestiert die „Bayerische Schüler*innenbewegung“ 24 Stunden lang vor dem Kultusministerium in München. Zum Zeugnistag am morgigen Freitag, an dem rund 1,8 Millionen Schülerinnen und Schüler ihre Jahreszeugnisse erhalten, stellt sie der bayerischen Bildungspolitik ein eigenes Zeugnis aus – mit dreimal „mangelhaft“. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern unterstützt die Aktion und ihre Forderungen.
Für die Landesvorsitzende der GEW Bayern, Martina Borgendale, macht die „Bayerische Schüler*innenbewegung“ alles richtig: „Mit ihrem 24-Stunden-Protest setzen die Schüler*innen ein klares Zeichen, dass es in Bayern in Sachen Bildungsgerechtigkeit und Prüfungskultur noch viel zu tun gibt. Als Bildungsgewerkschaft stehen wir voll hinter den Zielen dieser Aktion.“
Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt das Sitzenbleiben: In keinem anderen Bundesland müssen so viele Schüler*innen eine Klassenstufe wiederholen wie in Bayern. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes waren es im Schuljahr 2024/25 3,4 Prozent, bundesweit 2,2 Prozent. „Diese Zahl belegt keine hohen Ansprüche, sondern ein System, das aussortiert, statt zu fördern“, kritisiert Borgendale. „Wir brauchen individuelle Förderung statt Wiederholungsschleifen – und eine Prüfungskultur, die Fehler als Teil des Lernens begreift.“
Das Zeugnis, das die Bayerische Schüler*innenbewegung im Rahmen ihrer Aktion dem Kultusministerium übergeben will, hat es in sich: „Dreimal die Bewertung ‚mangelhaft‘ in den Bereichen ‚Chancengerechtigkeit‘, ‚Inklusion‘ und ‚Demokratisierung‘ sollte den Verantwortlichen im Ministerium zu denken geben“, meint auch GEW-Vize Markus Weinberger. Die Schüler*innen legten den Finger in die Wunde eines Systems, das – 25 Jahre nach dem PISA-Schock – noch immer keine Antwort darauf habe, dass in Deutschland nicht Talent über den Bildungserfolg entscheide, sondern die Herkunft. Weinberger untermauert die Solidaritätsbekundung der GEW mit den Worten: „Wir fordern – zusammen mit der Bayerischen Schüler*innenbewegung – ein gerechtes, inklusives und zukunftsfähiges Bildungssystem!“
Bürgerreporter:in:myheimat Redaktionsteam aus Augsburg |
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