Der Rheinfall kein Reinfall
Ein sehenswertes Naturschauspiel ganz besonderer Art

Die Bilder vermitteln einen Eindruck von den gewaltigen Wassermassen des Rheins am Rheinfall im schweizerischen Schaffhausen nahe der deutschen Grenze. | Foto: Peter Heider
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Stromschnellen und Wasserfall locken jährlich Millionen Besucher an.

Von Peter Heider

Auf dem Weg vom Bodensee nach Basel stellen sich dem Hochrhein mehrfach widerstandsfähige Gesteine in den Weg, die das Flussbett verengen und die der Fluss in Stromschnellen und einem Wasserfall, dem Rheinfall, überwindet. Früher wurde der Rheinfall auch als Großer Laufen bezeichnet, zur Unterscheidung vom einstigen Kleinen Laufen bei Laufenburg und dem noch bestehenden Mittleren Lauffen bei Ettikon. Der Rheinfall hat eine Höhe von 23 Metern und eine Breite von 150 Metern. Der Kolk in der Prallzone hat eine Tiefe von 13 Metern. Bei mittlerer Wasserführung des Rheins stürzen am Rheinfall 373 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über die Felsen (mittlerer Sommerabfluss: etwa 600 m³/s). Die höchste Abflussmenge wurde im Jahr 1965 mit 1250 Kubikmetern pro Sekunde gemessen, die geringste Abflussmenge im Jahr 1921 mit 95 Kubikmetern pro Sekunde. Auch in den Jahren 1880, 1913 und 1953 war der Abfluss ähnlich gering. Der Rheinfall ist von Fischen flussaufwärts nicht zu überwinden – außer vom Aal. Dieser schlängelt sich seitwärts (außerhalb des Flussbettes, über Land) über die Felsen hinauf.

Die Entstehung des Rheinfalls
Der Felsuntergrund, der viel älter ist als der Rheinfall selbst, sowie die deutlich jüngeren geologischen Vorgänge während des gegenwärtigen Eiszeitalters führten zur Entstehung des Rheinfalls. Durch die allgemeinen Temperatursenkungen setzten vor rund 500.000 Jahren die ersten Gletschervorstöße ins Mittelland ein und gestalteten die heutige Landschaft.

Bis zum Ende der Riss-Kaltzeit vor rund 200.000 Jahren floss der Ur-Rhein von Schaffhausen westlich durch den Klettgau. Dieses frühere Flussbett wurde wieder mit Alpenschotter (Molasse) aufgefüllt. Vor etwa 120.000 Jahren wurde der Fluss bei Schaffhausen nach Süden abgelenkt und bildete die risszeitliche Rheinrinne. Der Rheinlauf unterhalb des Fallbeckens entspricht heute dieser Rinne, die wiederum mit Schotter aufgefüllt wurde.

Während der letzten Eiszeit, der sogenannten Würmeiszeit, wurde der Rhein dann in weitem Bogen nach Süden abgedrängt und erreichte oberhalb des Falls sein heutiges Bett auf hartem Malmkalk (Weißjura, Oberer Jura). Beim Übergang von den harten Malmkalken zur leicht abtragbaren risszeitlichen Schotterrinne entstand so vor rund 14.000 bis 17.000 Jahren der Rheinfall in seiner heutigen Form. Die Rheinfallfelsen (großer, besteigbarer Felsen und der Sage nach Seelentanzstein) bilden die Überreste der ursprünglich steil abfallenden Kalksteinflanke der einstigen Abflussrinne. Die sehr geringe bisherige erosive Überformung der Fallstrecke erklärt sich durch die geringe Schleppfracht (Flussgeschiebe) des Rheins unterhalb des Bodensees.

Wer in der Bodenseeregion seinen Urlaub verbringt, sollte sich die Zeit nehmen, einen Abstecher nach Schaffhausen in der benachbarten Schweiz zu machen und sich das Naturschauspiel anzuschauen.

Die Bilder vermitteln einen Eindruck von den gewaltigen Wassermassen des Rheins am Rheinfall im schweizerischen Schaffhausen nahe der deutschen Grenze. | Foto: Peter Heider
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Bürgerreporter:in:

Florian Handl aus Augsburg

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