Landsberger SPD besucht den Jexhof
Arbeitsgemeinschaft-60plus der Landsberger SPD besucht den Jexhof – Einblicke in bäuerliche Geschichte und Lebenswelten
- hochgeladen von Hans Bucsek
Die Arbeitsgruppe 60plus der Landsberger SPD hat den Jexhof im Landkreis Fürstenfeldbruck besucht und dabei einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte und Alltagskultur eines historischen Bauernhofes erhalten.
Der Jexhof diente über Jahrhunderte der Versorgung des Klosters Fürstenfeld und zeigt heute anschaulich, wie ein Bauernhof vor rund hundert Jahren funktionierte. Die frühen Anfänge liegen im Dunkeln. Sicher ist, dass das Kloster Fürstenfeld den Hof im Jahr 1564 von Münchner Bürgern erwarb. Damals wurde er als Schwaige, also als auf Viehhaltung und Milchwirtschaft spezialisierter Betrieb, geführt und von einem Dienstboten bewirtschaftet.
Die erste bekannte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1433, als die Übergabe des „Vorderen Ückshoff“ vertraglich festgehalten wurde. Zu dieser Zeit gehörte der Hof bereits dem Kloster, dessen Pächter verpflichtet waren, das Vieh zu hüten und den umfangreichen Waldbesitz zu bewirtschaften. Ein entsprechender Pachtvertrag ist auch für das Jahr 1564 belegt, als das Kloster den Jexhof zusammen mit rund 400 Tagwerk Buchenwald erwarb.
Wann die Klosterherrschaft endete und die Zisterzienser den Hof veräußerten, bleibt unklar. Als erster namentlich bekannter Bauer gilt Johann Schneider, der 1731 erwähnt wird – zu dieser Zeit endete die Nutzung als Schwaige.
Im Jahr 1775 entstand vermutlich das heutige Wohnhaus samt Rossstall. Die meisten baulichen Veränderungen, die dem Jexhof sein heutiges Erscheinungsbild verliehen, fallen jedoch in die Zeit der Familie Riedl.
1862 kauften Josef und Kreszenz Riedl den Hof, der damals 88 Tagwerk – etwa 30 Hektar – umfasste. Auf dem Anwesen lebten meist fünf bis acht Personen: die Familie, Knechte und Mägde. Angebaut wurden Roggen, Dinkel, Hafer und Flachs. In den 1930er-Jahren verfügten die Riedls über rund 20 Kühe, vier Pferde, zehn Schafe, vier Schweine und etwa 30 Hühner. Der Jexhof war ein typischer Selbstversorgerhof: Gegessen wurden vor allem Brot, Mehlspeisen und Kartoffeln; Fleisch gab es selten. Verkauft wurden lediglich Butter, Eier und Milch.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage. 1951 ertrank der Hoferbe Herbert Riedl, als er beim Traktorfahren in einen Weiher rutschte. Einige Jahre später wurde der Hof verpachtet, die Landwirtschaft 1970 endgültig eingestellt.
Bis 1980 war der Jexhof bewohnt – zuletzt von Theresa („Resi“) Geiger, die seit 1930 als Magd auf dem Hof gearbeitet und dort fünf Jahrzehnte gelebt hatte.
Besonders bemerkenswert ist die außergewöhnlich gut erhaltene Innenausstattung des Wohnhauses. Sie vermittelt einen wirklichkeitsnahen Einblick in die Lebensverhältnisse auf dem Land zu Beginn des 20. Jahrhunderts und macht den Jexhof zu einem einzigartigen Zeugnis bäuerlicher Kulturgeschichte.
Bürgerreporter:in:Hans Bucsek aus Landsberg am Lech |
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