Kahlschlag bei der Buslinie 100 – Verkehrswende in Gefahr!

AVV streicht Verbindungen, verschlechtert Umstiege und lässt Fahrgäste im Regen stehen – SPD fordert Umdenken

Königsbrunn, 27. Dezember 2025. Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember hat der AVV die Buslinie 100 deutlich beschnitten. Statt wie bisher am Bahnhof Mering zu enden, fährt der Bus nur noch bis zum wenig ausgestatteten Haltepunkt Mering St. Afra – mit langen Fußwegen, kaum Infrastruktur und schlechten Umsteigeoptionen. Gleichzeitig wird die Linie in Königsbrunn gekürzt, Haltestellen wie Lilienstraße fallen weg, die Abendverbindung endet bereits um 19 Uhr.

Für die SPD Königsbrunn ist klar: Das ist kein Fortschritt, sondern ein verkehrspolitischer Rückschritt.

Franz Nerb, verkehrspolitischer Sprecher der SPD Königsbrunn, erklärt:
„Die Linie 100 wird zur reinen Pendlerlinie degradiert. Wer abends oder am Wochenende mit dem Bus fahren will, wird im Regen stehen gelassen – buchstäblich. So wird die Verkehrswende zur Farce.“

Dabei war die Verbindung Bobingen – Königsbrunn – Mering schon immer schlecht. Statt sie zu verbessern, erreicht sie jetzt einen neuen Tiefpunkt. Und das, obwohl der AVV diese Strecke im eigenen Nahverkehrsplan als „starke Achse“ beschreibt.

Maximilian Arnold, SPD-Ortsvorsitzender und Kreisrat, kritisiert:
„Die Realität passt nicht zu den Planungen. Wer eine starke Linie will, muss auch ein starkes Angebot schaffen – nicht schwächen. Die Menschen brauchen verlässliche Verbindungen – auch abends, auch am Wochenende.“

Besonders problematisch: Der neue Endpunkt St. Afra wäre aufgrund seiner Lage eigentlich gut geeignet – doch durch die große Distanz zwischen Bus und Bahnsteig passt der Halt in keiner Weise zu einem modernen Linienendpunkt. Umsteigewege betragen 300 bis 400 Meter, ein direkter Übergang fehlt. Auch Wetterschutz, Sitzgelegenheiten oder sichere Wege sind Mangelware. St. Afra bleibt damit für Pendler:innen eine gute Option – aber als Endstation einer Regionalbuslinie ist das völlig unzureichend.

Dass die Linie 100 zwischen zwei Landkreisen aufgeteilt bleibt, verschärft die Situation: Die Stadt Königsbrunn ist massiv betroffen – hat aber kaum Einfluss. Die SPD fordert deshalb nicht nur die Rücknahme der Kürzungen, sondern auch eine echte Neuausrichtung des Busnetzes in der Region.

Ein Beispiel, wie es besser gehen kann, liegt längst auf dem Tisch:
Die SPD Königsbrunn fordert seit Langem eine neue Haltestelle am Ilsesee – für Erholungssuchende, Radpendler und Menschen aus dem Süden Königsbrunns.

„Diese Haltestelle wäre ein Gewinn für Nahverkehr und Freizeitmobilität gleichermaßen. Doch bisher wurde die Idee ignoriert“, so Nerb.

Die SPD Königsbrunn fordert:

Rücknahme der Kürzungen bei der Linie 100
Wiederanbindung des Bahnhofs Mering mit direktem Busanschluss
Verlässlicher Busverkehr auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten
Erhalt und Ausbau der innerörtlichen Erschließung – keine Streichung von Haltestellen
Realisierung der Haltestelle Ilsesee als sinnvolle Ergänzung im Netz
Politische Klarheit: Mitsprache für Königsbrunn, statt Kompetenzgerangel zwischen Landkreisen

Arnold abschließend:
„Gute Busverbindungen sind kein Luxus, sondern Grundversorgung. Wer die Menschen wirklich zum Umsteigen bewegen will, muss Verlässlichkeit bieten – nicht Abbau. Die Haltestelle Ilsesee wäre ein Anfang. Die Rücknahme der Kürzungen ein Muss.“

Bürgerreporter:in:

SPD Königsbrunn aus Königsbrunn

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