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Der traditionelle Neujahrsempfang im Königsbrunner Rathaus markierte den gesellschaftlichen Jahresauftakt
- Gemeinsam mit den Heiligen Drei Königen eröffneten Pfarrer Bernd Leumann und Diakon Franz Eduard Schmidt den Neujahrsempfang und segneten das Haus und alle Anwesenden. Gesammelt wurde für die diesjährige Sternsingeraktion, die größte Solidaraktion weltweit, die diesmal unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit!“ stand und auf gesundheitsschädliche und ausbeuterische Bedingungen hinwies.
- Foto: Anke Maresch
- hochgeladen von Joachim Meyer
Zum traditionellen Neujahrsempfang hatte Erster Bürgermeister Franz Feigl am 6. Januar 2026 ins Rathaus-Foyer geladen. Musikalisch von der Bläsergruppe des Posaunenchors umrahmt, begrüßte er zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, von den Vereinen, Kirchen und sozialen Institutionen.
„Die weltpolitische und weltwirtschaftliche Lage ist unübersichtlich und ungemütlich geworden – chaotisch!“ Franz Feigl zog in seiner Rede einen Bogen von der Lage in der Welt hin zu Königsbrunn. Globale Akteure hätten ein Interesse an instabilen, fragilen wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen in den europäischen Ländern. Die steigenden Energiepreise, Rohstoffpreise und damit Baupreise und Lebensmittelpreise spürten jeder einzelne unmittelbar in seinem Geldbeutel und auch die Kommunen ganz massiv in ihrem Haushalt. Der demografische Wandel, der digitale Wandel, der Klimawandel und viele andere unkalkulierbare Veränderungen ließen oftmals Unzufriedenheit und die Suche nach Schuldigen wachsen – Lösungen und Hilfe würden bevorzugt bei „Dr. Google und Co.“ gesucht. Franz Feigl: „Das Netz ist ein Haifischbecken, in dem viele Haie nach Opferfischen jagen. Je nach Persönlichkeit, Vorbildung und Prägung sind wir hier Köderfisch oder selbst Hai!“ Bei seinen Recherchen sei er auch auf den Begriff „kognitive Kriegsführung“ gestoßen. Um Wahrnehmungen, Emotionen, Denken und Verhalten zu beeinflussen, Vertrauen zu erschüttern und Gesellschaften von innen heraus zu destabilisieren, werde im Internet und in den sozialen Medien gezielt mit Desinformation, Verschwörungstheorien, veränderten Wahrheiten und fake news gearbeitet. „Wir sollen hier resilienter, widerstandsfähiger werden!“
Sport
In seiner Neujahrsrede gab Erster Bürgermeister Franz Feigl einen Überblick über wichtige Projekte und Vorhaben der Stadtverwaltung. Zum Thema Sport erinnerte er an den neuen Bürger-Aktiv-Parcours im Sport- und Freizeitpark West und an die Arbeiten für den Umkleide- und Duschtrakt beim Hans-Wenninger-Stadion, der derzeit für 1,6 Mio. Euro in Modulbauweise erstellt werde. Ebenso führte er hier die laufende Brandschutzertüchtigung in der Pharmpur EISARENA an. Dank der Zusammenarbeit mit dem Bobinger Fachpersonal könne das Gymnasium-Hallenbad im Winterhalbjahr auch an den Wochenenden genutzt werden.
Bildung
„Gerade im Blick auf die kognitive Kriegsführung geht es auch um Widerstandsfähigkeit gegen Populismus und Desinformation: Lernen ist das entscheidende Wort!“ Franz Feigl unterstrich, wie wichtig es sei, falsche Informationen von Tatsachen unterscheiden zu können und zu wollen. Im „Bildungslandkreis Augsburg“ werde in zahlreiche weiterführende Schulen im Landkreis investiert; auch die Stadt Königsbrunn habe sich dieser „massiven Bildungsinitiative“ angeschlossen. Hierzu zählte er die Generalsanierung der Grundschule Süd mit modernen Lernlandschaften und die Generalsanierung mit Teilneubau der Grundschule Nord auf. Die Mittelschule an der Schulstraße/Schwabenstraße sei als älteste Schule nicht mehr sanierungswürdig: „Daher läuft hier die Planung für einen Neu- und Erweiterungsbau bei der Schule an der Römerallee.“
Ebenso nannte er hier die Investitionen in die Kindertagesstätten „als früheste Bildungseinrichtungen“: Nach St. Ulrich, St. Michael, dem Martin-Luther-Haus und der „Göttlichen Vorsehung“ sei nun die Generalsanierung der AWO-Kindertagesstätte samt Begegnungsstätte an der Reihe. Die Konzeptüberlegungen für die Generalsanierung der Kindertagesstätte St. Elisabeth stünden ebenfalls an.
Energie
Franz Feigl: „Die geforderte Wärmeplanung wurde erstellt und die daraus ablesbaren möglichen Gebiete für eine dezentrale Nahwärmeversorgung werden 2026 näher untersucht.“ Mit Blick auf den Stromausfall in Berlin infolge eines Brandanschlags stelle sich die Frage, wie die Energieversorger in unserer Region gegen Anschläge aufgestellt seien. Auf kommunaler Seite kümmere sich für die 13 Begegnungsland- und vier Stauden-Kommunen das gemeinsame Kommunalunternehmen Regionalwerk Lech-Wertach-Stauden um Energie-Themen: „2026 wird das Regionalwerk in größerem Umfang die Dachflächen der städtischen Liegenschaften in Königsbrunn und in anderen Mitgliedskommunen mit Photovoltaik ausstatten. Auf der Agenda stehen gerade schwerpunktmäßig Freiflächen-Photovoltaikanlagen mit Stromspeicher, Bilanzkreismodell und mögliche Wärmenetze, ebenso auch Themen wie Grüngutverwertung, Windkraft und Tiefengeothermie.“
Klimawandelanpassung
Unter diesem Punkt erinnerte Franz Feigl an rund 100 neu im Stadtgebiet gepflanzte Bäume. Von den Stadtwerken wurden zwei Trinkwasserstationen in Betrieb genommen. Mit jeder Straßensanierung werde die Straßenentwässerung so erneuert, dass sie auch bei einem Starkregenereignis funktioniere – so habe die neue Straßenentwässerung im zentralen Bauabschnitt der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße das Starkregenereignis 2024 problemlos aufgenommen.
Starkregen und Grundwasser
Im kommenden Jahr sollen die über den Katastrophenschutz des Landkreises bestellten mobilen Hochwassersperren geliefert werden. Die Erstellung des Sturzflutrisikomanagements sei beauftragt worden und soll 2026/2027 erfolgen. Franz Feigl: „Die Grundwassermess-Stellen werden 2026 mit neuer Mess-Sensorik ausgestattet und die verbesserte Integration auf der städtischen Website soll umgesetzt werden. In Zusammenarbeit mit der Stadt Augsburg soll ein Konzept erstellt werden, welche alten Quellen und Bäche gangbar gemacht werden könnten, um Raum für einen etwas stärkeren Grundwasserabfluss zu schaffen.“
Sicherheit und Bevölkerungsschutz
Für größere Veranstaltungen habe die Stadt Königsbrunn im letzten Jahr einige mobile Straßensperren zur Terrorabwehr und zum Schutz vor Angriffen beschafft. Die 13 Kommunen im Begegnungsland Lech-Wertach – „eine tolle Zusammenarbeit“ – hätten sich zusammengeschlossen und mit einer Leader-Förderung weitere Sperren gekauft.
Straßen und Plätze
„Jubel – die Umgestaltung der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße zwischen den Kreisverkehren konnte soweit abgeschlossen werden und der Verkehr fließt wieder von Kreisverkehr bis Kreisverkehr in beide Richtungen!“ Franz Feigl informierte, dass 2026 noch der Gehweg auf der nord-östlichen Seite an der St. Ulrichskirche fertiggestellt und die notwendigen Dehnungsfugen im zentralen Bereich hergestellt werden. An dieser Stelle dankte er nochmals allen Gewerbetreibenden im Zentrum, die durch die Baustelle Beeinträchtigungen und auch Umsatzeinbußen aushalten mussten.
2026 stehe die Generalsanierung der Heidestraße an „mit neuer und neu dimensionierter Straßenentwässerung“. Ebenso werde die Umgestaltung der Kreuzung Donauwörther Straße / Augsburger Straße begonnen – mit Blick auf eine neue Straßenentwässerung und die Verbesserung des Fahrradverkehrs. Franz Feigl: „Im Sport- und Freizeitpark West wird heuer die naturnahe Umgestaltung des Gymnasiumweihers mit der noch ausstehenden Bepflanzung fertiggestellt.“
Wasser
Die Sanierung der Wasserleitungen im Bereich der Haunstetter Straße werde vorangetrieben. Im Wasserwerk würden zwei Wasserpumpwerke erneuert und die Trinkwasserbehälter erneuert.
Forum
Für das geplante „Forum“ wies Franz Feigl auf den 30. Januar 2026 als Termin für die Übergabe des Förderbescheids der Städtebauförderung durch Staatsminister Christian Bernreiter hin.
Wohnungsbau
Der Dank Franz Feigls ging an die städtische Gesellschaft für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung, die trotz der unglaublich gestiegenen Baukosten und der wenigen Mittel in den Wohnungsbauförderprogrammen derzeit den Johannesgarten im Zentrum der Stadt baue und eine Seniorenwohnanlage gegenüber der St. Ulrichskirche mit über 20 geförderten Mietwohnungen plane.
Wohnbaugebiet
Die Entwicklung der Süd-Östlichen Stadtranderweiterung schreite voran. Franz Feigl: „Für heuer sind die Vertragsabschlüsse mit den Eigentümern und dem Erschließungsträger, die Inkraftsetzung des Bebauungsplanes mit anschließender Umlegung und die Aufnahme der Tätigkeit des Erschließungsträgers zu erwarten.“
ÖPNV
Unter diesem Stichwort wurde an die abgeschlossenen Maßnahmen zur Reduzierung der Lärmemissionen der Linie 3 und an die elektrischen Stadtbuslinien erinnert. Nicht unerwähnt blieben auch die bestehenden Probleme bei der Linie 100, bei der es trotz Kürzungen weiterhin Schwierigkeiten bei der Zuverlässigkeit und der Kommunikation gebe.
IT
Im Bereich der IT arbeite Königsbrunn bereits im vierten Jahr mit Graben, der Verwaltungsgemeinschaft Großaitingen und deren Mitgliedsgemeinden zusammen sowie auch außerhalb des Begegnungslandes mit Kutzenhausen und dem Schulverband Merching. Eine Zusammenarbeit mit Bobingen sei im Gespräch.
Haushalt
Franz Feigl wies auf die schwierige städtische Haushaltssituation hin – wenig Wirtschaftswachstum und Steuereinnahmen sowie massiv steigende Kosten hätten die Situation in den letzten Jahren deutlich erschwert. In Bayern finanzierten die kreisangehörigen Städte und Gemeinden über die Kreisumlage die Landkreise und die Landkreise über die Bezirksumlage die Bezirke. Bei den anwesenden Mitgliedern des Landtags, Maximilian Deisenhofer und Anton Rittel, bedankte er sich für die Bereitstellung der Städtebaufördermittel, der sonstigen Fördermitteln, wie auch für die Schlüsselzuweisungen: „Ohne diese wären weder ein Haushalt noch die in Königsbrunn gerade stattfindenden oder angedachten Maßnahmen denkbar!“
Erster Bürgermeister Franz Feigl schloss seine Rede mit dem Dank an die Mitglieder des Stadtrates und an die Verwaltungsmitarbeiter, die mit enormer Einsatzbereitschaft zum Wohle der Stadt tätig seien. Ebenso galt sein Dank allen Ehrenamtlichen, die sich „als zentrale Säulen unserer Gesellschaft“ in das sportliche, soziale, kulturelle und gesellschaftliche Leben in Königsbrunn einbrächten und engagierten, wie auch allen, die im Hintergrund, in den stillen Diensten ihren Beitrag leisteten: „Sie verstehen etwas von Zusammenarbeit, von realem Umgang mit Menschen, von Kompromissen. Sie sind resilient!“
Wir sind eine Chancen-Region!
Nach einem kurzen Grußwort von Vladimir Duvnjak, Generalkonsul der Republik Kroatien, zur Partnerstadt Rab übernahm Landrat und Bezirkstagspräsident Martin Sailer das Mikrofon. Er bot an, sich zu den Problemen bei der Linie 100 nochmals zusammenzusetzen und Ansatzpunkte für eine Problemlösung zu suchen.
In seiner Rede wies er als Bezirkstagspräsident auf die Schere zwischen Kosten und Einnahmen hin, die sich immer weiter auseinanderentwickle und auch den Landkreis und den Bezirk vor enorme Herausforderungen stelle. „Ist der Sozialstaat auf Dauer weiterhin so leistbar? Nein!“ 46 Städte, Märkte und Gemeinden seien im Landkreis Augsburg betroffen: „Wir müssen ehrlich miteinander reden, welche Standards weiterhin möglich sind!“
Wichtig sei zudem, mit denen zu sprechen, die das Geld erwirtschafteten, den Betrieben, die massiv unter Druck seien. Hinter jeder Arbeitslosenzahl stünden Schicksale, Menschen. Martin Sailer sah aber auch Positives: „Wir sind eine Jugend-Region, eine Chancen-Region!“
Zum Abschluss erinnerte er an den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der bei dem Hochwasser im Jahr 2024 durch ehrenamtliche Kräfte, die Freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz, die Wasserwacht, die Polizei und die Bundeswehr, aber auch im Engagement von Privatpersonen deutlich wurde: „Wir können zuversichtlich in das Jahr 2026 gehen!“ Text: Pressestelle Stadt Königsbrunn
myheimat-Team:Joachim Meyer aus Friedberg |
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