Grundwasser flutete Baudocks
Südschnellweg-Sanierung: So geht es mit den Bauarbeiten weiter

Grundwasser hat ein Baudock in Döhren geflutet
  • Grundwasser hat ein Baudock in Döhren geflutet
  • hochgeladen von Jens Schade

Was geschieht aktuell auf der Südschnellweg-Baustelle? Reinmar Wunderling, oberster Straßenbauer für den Bereich des Südschnellweges berichtete nun den Mitgliedern des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel in einem Rundschreiben über den Baufortschritt.

„Gut erkenn- und wahrnehmbar sind im direkten Umfeld der Baustelle die Vielzahl an Treckern, Betonmischern, aber auch Kräne, welche derzeit den Bau maßgebend bestimmen“, schreibt Wunderling. Weshalb kommen auch Trecker zum Einsatz? „Der Aushub der Tunnelbaugruben erfordert neben Geländegängigkeit, auch die Fähigkeit erhebliche Steigungen zu überwinden. Diese Fähigkeiten werden derzeit, angesichts der Tiefe der Tunnelunterkante, von bis zu 18 m unter der Geländeoberkante, intensiv in Anspruch genommen um die Tunnelbaudocks auszuheben und das Material abzufahren.“ Und dafür sind die Trecker, so Reinmar Wunderling, am besten geeignet.

Wer mit der Stadtbahn die Baustelle passiert, wird den kleinen Teich bemerken, um dem manchmal auch ein Ruderboot dümpelt. Das ist einer von drei Baudocks, die derzeit vom Grundwasser geflutet sind. „In diesen vergleichsweise hochliegenden Baudocks binden die Schlitzwände nicht in die rund 20 m tiefliegende geologisch bedingte Tonschicht ein, so dass sich der natürliche Grundwasserspiegel an der Oberfläche zeigt. Diese werden, sofern noch nicht geschehen, noch mit einer abdichtenden Unterwasserbetonsohle versehen und anschließend gelenzt („leergepumpt“). Auch dann kann dort der Tunnelbau beginnen.“, heißt es.

Auch außerhalb des zentralen Bereichs am Kreuzungspunkt mit der Hildesheimer Straße an der Leinebrücke gehen die Bauarbeiten voran. Reinmar Wunderling:„Die Einschränkungen der Geh- und Radwegeverbindungen an der Leine, und auch am Ricklinger Kiesteich, und die damit leider einhergehenden Umleitungen für Pendler und Naherholungssuchende sind uns sehr wohl bewusst. Vor dem Hintergrund der Gefahren für Querende sind die Sperrungen jedoch unvermeidbar. Er warnt: „Wir appellieren hier regelmäßig die Absperrungen zu respektieren, da manche Gefahrenstellen, auch außerhalb der Arbeitszeiten, von Aussenstehenden nicht oder nur schwer erkannt werden.“

Es tut sich daneben am anderen Ende im Osten ebenfalls eine Menge. Hier wird zder nächste Bauabschnitt vorbereitet. Zum Anschluss des Tunnels an den in Richtung Seelhorster Kreuz führenden Streckenabschnitt werden Umbaumaßnahmen erforderlich. Das Rundschreiben von Reinmar Wundeling weiter: „Diese beinhalten zum einen die Vorbereitung und Herstellung der neuen Anschlussstelle an die Hildesheimer Straße, zum anderen die Erneuerung des Trogbauwerkes sowie erhebliche Verbesserungen des Lärmschutzes. Zur Entlastung der Anwohnenden in diesem vom Verkehrslärm des Südschnellweges und der Bahnstrecke erheblich geprägten Bereiches, werden entlang des Südschnellweges neue und wesentlich höhere Lärmschutzwände errichtet. Zudem wird die Strecke mit offenporigen Asphalt (sogenannter Flüsterasphalt) versehen. Damit erreichen wir im Mittel eine Reduzierung des Lärms um 10 dB(A), teils sogar um bis zu 20 dB(A). (Als Vergleich: Subjektiv entspricht eine Verringerung des Lärmes um 10 dB(A) einer Halbierung der Lärmquelle.)“ Gute Nachrichten also für die Bewohner der Klinkerfuess- und Abbestraße. Sie können sich darauf freuen, nach Abschluss der Arbeiten in einem ruhigen Garten sitzen zu können.

Insgesamt gesehen, so Wunderling abschließend, „liegen wir im Tunnelbau, trotz immer wiederkehrender kleinerer Herausforderungen die beim Bauen in einem dicht besiedelten und hochkomplexen Bereich eintreten, gut im Plan und alle Beteiligten an diesem Großprojekt arbeiten sehr gut zusammen.“

Bürgerreporter:in:

Jens Schade aus Hannover-Döhren-Wülfel-Mittelfeld

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