Burgen und Schlösser
Die Burg von Nizza - le château de Nice - ließ der Sonnenkönig zerstören

Nur noch wenige Mauerreste blieben vn der Burg auf dem Schlosshügel
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  • Nur noch wenige Mauerreste blieben vn der Burg auf dem Schlosshügel
  • hochgeladen von Jens Schade

Für einen touristischen Besucher der Stadt Nizza ist ein Spaziergang hinauf auf den Schlosshügel ein „Muss“. Doch wer durch den Park mit dem tollen künstlichen Wasserfall wandelt (vielleicht barrierefrei mit dem Lift nach oben transportiert) dürfte sich suchend umschauen und sich fragen: „Ja, wo ist denn nun das Schloss?“

Von der Befestigung auf dem rund 93 Meter hogen Burgfelsen zwischen der Altstadt und dem Hafen von Nizza ist heute nicht leider mehr allzu viel zu sehen. Von der Strandpromendae fällt einem vielleicht am ehestens ein mächtiger dicker Rundturm auf, der Tour Bella. Dieser Aussichtsturm ist allerdings kein original alter Burgturm mehr. Er wurde lediglich im 19. Jahrhundert auf den Grundmauern eines früheren Befestigungsturmes errichtet.

Die ursprüngliche Burg von Nizza wurde im Mittelalter – so zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert - errichtet. Dank ihrer guten strategische Lage auf dem hohen Felsen konnte von hier die Küste und das Hinterland von Nizza überwacht werden.

Ab 1388 ging die Burg in den Besitz des Hauses Savoyen über. Die neuen Herren ließen die Festung wesentlich mit neuen Mauern, Türmen und Kanonen verstärken. Eine Erläuterungstafel oben auf dem Burgplateau zeigt noch heute im Bild, wie groß und stark diese Bastion hier einst war.

Zunächst bewährte sich der Ausbau zur starken Festung, als Frankreich gemeinsam mit dem Osmanischen Reich im Jahr 1543 Nizza belagerte. Nizza gehörte damals noch nicht dem französischen König. Savoyen war vielmehr ein Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Doch die dicken Mauern sollten letztendlich nicht viel nützen. Im spanischen Erbfolgekrieg ließ der „Sonnenkönig“ Ludwig IX. die Burg 54 Tage lang intensiv mit Artilleriegeschossen bombardieren. Im Januar 1706 kapitulierte schließlich die Besatzung und die Festung fiel in die Hände der französischen Truppen. Um ein Zeichen zu setzen, befahl dann der Sonnenkönig, die ganze Burganlage zu schleifen. So kommt es, dass heute nur noch wenige Mauerreste zu sehen sind. Darunter auch die ausgegrabenen Grundmauern der im 11. Jahrhundert auf dem Schlosshügel erbauten Kathedrale Sainte-Marie.

Bürgerreporter:in:

Jens Schade aus Hannover-Döhren-Wülfel-Mittelfeld

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