Stadtansichten Gladenbach
Die Gießener Straße
- hochgeladen von Nelia G
Wie der Name schon verrät, ist die Gießener Straße, am westlichen Ortsausgang ein Teil der B252, die von Marburg mitten durch Gladenbach führt, eine Verkehrsanbindung nach Gießen. Alte Bäume und villenartige Häuser prägen beidseitig das Straßenbild. Historisch war sie, wie die Bahnhof- und die Wilhelmstraße, Teil des jüdischen Lebens im 19. und 20. Jahrhundert.
Das imposanteste Gebäude ist das ehemalige "Königliche Amtsgericht", das 1907 erbaut wurde. Damals gehörte das Hinterland noch zum Königreich Preußen. Bis zum 1. Juli 1968 war es ein eigenständiges Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Danach fungierte es als Zweigstelle des Amtsgerichts Biedenkopf, bis diese Zweigstelle am 1. November 2003 endgültig aufgelöst wurde. Inzwischen ist das denkmalgeschützte Gebäude nach einer grundlegenden Sanierung zu traumhaft schönen Eigentumswohnungen und Apartments umgebaut worden. Diese gelungene und sehenswerte Aktion kann man auf einem Youtube-Video ansehen.
Video
Ganz in der Nähe findet man das "Kapellchen", das 1885 erbaut wurde. Bis zum Jahr 1946 fanden hier die Gottesdienste für die kleine katholische Gemeinde statt. Mit der Zuwanderung der Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zu klein. Übergangsweise nutzte die Gemeinde die evangelische Kirche bis zum Neubau einer Katholischen Kirche.
Die alte, denkmalgeschützte Kapelle befindet sich im Privatbesitz auf einem Privatgrundstück und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Ich durfte, dank der Besitzerin einen Blick in das stark sanierungsbedürftige Kapellchen werfen. Zwei Buntglasfenster sind noch gut erhalten und man kann die reichen Verzierungen am Chorbogen und der Kuppel noch erahnen. Zudem ist man erstaunt, dass der Innenraum doch größer ist, als man von außen vermutet. Ansonsten wäre hier ein größerer finanzieller und baulicher Aufwand nötig, um die alte Kirche wieder herzurichten.
Bürgerreporter:in:Nelia G |
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