Das darf doch nicht wahr sein
Radikale Baumfällungen im Nogent-Park
- Sommerfoto der Linden, die gefällt wurden
- Foto: Foto privat
- hochgeladen von Claudia Wegele
Radikale Baumfällungen im Nogent-Park – 35 Bäume wurden umgeholzt
Am 8. Dezember haben Arbeiter im Auftrag der Stadt Gersthofen im Nogent-Park die ersten Bäume gefällt, die der Neugestaltung des Parks geopfert werden sollen. An diesem und an den darauf folgenden Tagen wurden insgesamt 35 Bäume gefällt. Dies sind noch weit mehr als die bei einer Informationsbegehung der BN-Ortsgruppe mit einem Mitarbeiter vom Tiefbauamt der Stadt Gersthofen genannten 22 Bäume. Unter anderem fiel den Rodungsarbeiten auch die Linde zum Opfer, die neben der symbolisch für die deutsch-französische Freundschaft gepflanzten Platane stand und die ebenfalls eine gewisse symbolische Bedeutung hat. Die Eiche, die heute noch bei der Stadthalle steht, wurde seinerzeit sehr schön vom Architekten mit in den Bau einbezogen. Damals war es selbstverständlich, diese Eiche zu bewahren. Der mit den Planungen beauftragte Landschaftsarchitekt hätte sicherlich mit etwas gutem Willen und bei entsprechenden Vorgaben der Stadt eine Möglichkeit finden können, die Linde und viele weitere gesunde Bäume zu erhalten.
Im Zuge der Rodungsarbeiten haben die dabei zum Einsatz gekommenen schweren Fahrzeuge und Maschinen den Boden zwischen den Bäumen verdichtet und damit geschädigt. Man kann nur hoffen, dass dadurch nicht die Wurzeln weiterer Bäume in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Zudem ist zu befürchten, dass in nächster Zukunft noch mindestens drei weitere Bäume gefällt werden müssen: Drei am westlichen Rand des Parks stehende Buchen zeigen Sonnenbrand-Schäden, die wohl entstanden sind, nachdem Bäume bei den Parkbuchten entfernt wurden, die den Buchen zuvor Schatten gespendet hatten.
Die BN-Ortsgruppe, die sich sehr für den Erhalt der Bäume und eine behutsame, klimafreundliche Umgestaltung des Nogent-Parks eingesetzt hat, bedauert das kompromisslose Vorgehen der Stadt außerordentlich. Die radikalen Maßnahmen widersprechen zudem dem zuvor geäußerten Wunsch vieler Bürger, den Park lediglich zu pflegen und zu sanieren, ohne dabei größere Eingriffe oder Veränderungen vorzunehmen. Mit der Rodungsarbeiten begann das Zerstören der Natur im Nogent-Park mit einer Rücksichtlosigkeit, die ihresgleichen sucht. Mit dieser Aktion wurde gezeigt, dass die Verantwortlichen keine Achtung von Leben und der Natur haben. Die BN-Ortsgruppe hofft, dass der neugestaltete Park trotz der umfangreichen Rodungsarbeiten zu einer auch den Erfordernissen der Klimakrise Rechnung tragenden Wohlfühloase werden kann.
Bürgerreporter:in:Claudia Wegele aus Gersthofen |
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