"Friedberg als starken Standort sichtbar machen"
Ein Interview mit Aktiv-Ring Geschäftsführerin Renate Mayer und Ines Bobinger (Stabsstelle Standortmarketing / Wirtschaftsförderung der Stadt Friedberg)
- Aktiv-Ring Geschäftsführerin Renate Mayer und Ines Bobinger (Stabsstelle Standortmarketing / Wirtschaftsförderung der Stadt Friedberg) standen myheimat im großen Jahrbuch-Interview Rede und Antwort
- Foto: privat
- hochgeladen von Joachim Meyer
myheimat: Frau Mayer, der Aktiv-Ring Friedberg setzte bei den vier Marktsonntagen wieder besondere thematische Akzente. Es ging im März los mit tollen Osteraktionen und Fotos mit dem Friedberger Osterhasen. Danach folgten das Thema „Energie“ im Juni, die „Blaulicht-Sonderschau“ mit dem Friedberger THW im September und der Kreativ-Markt im Divano im November. Welche Bilanz dieser Veranstaltungen ziehen Sie am Ende des Jahres?
"Die Marktsonntage trugen dazu bei,
die Innenstadt zu beleben"
Renate Mayer: Alle vier in diesem Jahr durchgeführten Marktsonntage wurden von der Bevölkerung außerordentlich gut angenommen. Sowohl die Besucherzahlen als auch das Kaufverhalten der Gäste zeigten sich sehr positiv und bestätigen die Attraktivität dieser Veranstaltungstage. Auch die begleitenden Sonderschauen stießen auf großes Interesse und trugen wesentlich dazu bei, die Innenstadt zu beleben und ein abwechslungsreiches Einkaufserlebnis zu schaffen. Insgesamt zeigen die Rückmeldungen, dass die Marktsonntage einen wichtigen Beitrag zur Frequenzsteigerung und zur positiven Wahrnehmung der Friedberger Innenstadt leisten.
myheimat: Apropos Markt, Frau Bobinger. Lassen Sie uns ein wenig über das „Sorgenkind Wochenmarkt“ sprechen. Die Besucherinnen und Besucher sind laut einer Umfrage zwar mit der Qualität der Produkte und dem vielfältigen Angebot durchaus zufrieden, aber die Frequenz auf dem Freitagsmarkt hatte stark nachgelassen. Welche Maßnahmen hat die Stadt Friedberg ergriffen, um diesem Trend entgegenzuwirken?
"Den Wochenmarkt als lebendigen
Treffpunkt in der Innenstadt särken"
Ines Bobinger: Um der Entwicklung nachlassender Besucherfrequenzen auf dem Friedberger Wochenmarkt entgegenzuwirken, hat die Stadt Friedberg verschiedene Maßnahmen eingeleitet. Dabei geht es nicht nur darum, den Markt kurzfristig zu beleben, sondern ihn langfristig als lebendigen Treffpunkt in der Innenstadt zu stärken. Derzeit wird die Marktsatzung für den Wochenmarkt überarbeitet. Ab dem 1. Januar dürfen auf dem Wochenmarkt neben frischen Lebensmitteln auch zubereitete Speisen sowie ergänzende Waren angeboten werden. Damit möchte die Stadt die Vielfalt des Marktes erweitern, seine Attraktivität steigern und die Besucherinnen und Besucher zum längeren Verweilen einladen. Über das Jahr hinweg sind verschiedene begleitende Aktionen geplant – beispielsweise ein Weißwurstfrühstück oder ein Prosecco-Ausschank. Alle Aktionen werden über die sozialen Medien und die Homepage der Stadt Friedberg beworben, um eine möglichst große Reichweite zu erzielen und auch das jüngere Publikum anzusprechen.
Eine neue Aktion richtet sich an die Friedberger Vereine. Sie sind eingeladen, sich auf dem Wochenmarkt zu präsentieren. Dabei stellt die Stadt Friedberg kostenfrei eine Aktionsfläche auf dem Wochenmarkt zur Verfügung. Dort können Vereine für ihre Vereinsarbeit werben oder selbst gemachte Produkte zugunsten der Vereinskasse verkaufen. Interessierte Vereine können sich gerne an Herrn Roland Gerkens, Marktmeister der Stadt Friedberg, roland.gerkens@friedberg.de wenden.
Darüber hinaus feiert der Friedberger Wochenmarkt im kommenden Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wird derzeit ein besonderes Jubiläumsprogramm vorbereitet, das den Markt zusätzlich beleben und seine Bedeutung für die Stadtgemeinschaft hervorheben soll.
myheimat: In unserem letzten Interview sagten Sie, Frau Bobinger, dass es wichtig für Sie sei, das Stadtbild lebendig zu halten und eng mit den lokalen Akteuren zusammenzuarbeiten. Ein wesentlicher Baustein dabei sei die Erarbeitung gezielter Marketingmaßnahmen, um die Außenwahrnehmung der Innenstadt als attraktiven Standort für Unternehmen und Investoren zu stärken. Inwieweit hat Sie das Jahr 2025 auf diesem Weg vorangebracht?
"Friedberg als modernen, lebenswerten und
wirtschaftlich starken Standort sichtbar machen"
Bobinger: Zur Stärkung der Außenwahrnehmung der Stadt Friedberg wurden in den vergangenen Monaten bereits gezielte Marketingmaßnahmen umgesetzt. Ein zentraler Baustein war die Erstellung eines Standortmarketing-Films sowie einer begleitenden Broschüre, die die wirtschaftliche Stärke, Lebensqualität und Attraktivität Friedbergs als Standort eindrucksvoll darstellen. Friedberger Unternehmen haben sich an der Entstehung beteiligt. Beide Medien werden über die städtische Homepage, soziale Netzwerke sowie über die Unternehmen und Kooperationsplattformen der Stadt verbreitet und tragen wesentlich zur positiven Wahrnehmung Friedbergs nach außen bei. Der Inklusionsbeirat, der Aktiv-Ring und die Stadt Friedberg haben im Juli im Rahmen einer Aktion begonnen, Ladenlokale und Gastronomien in der Innenstadt mittels Aufkleber kenntlich zu machen, die einen barrierearmen oder barrierefreien Zugang gewährleisten können. Die Fuggerstadt Rallye machte im September Station in Friedberg. Die gut besuchte Veranstaltung trug dazu bei, unsere Innenstadt bei Besucherinnen und Besuchern und den Fahrerteams als lebenswerten und gastfreundlichen Ort zu präsentieren. Im Oktober beteiligten sich zahlreiche Freiwillige an unserer Pflanzaktion, die großen Blumenbeete in der äußere Ludwigstraße für die kommende Saison vorzubereiten. In diesem Jahr wurde der Winterzauber Flyer wieder herausgebracht. Er bündelt die vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen verschiedener Akteure in der Friedberger Innenstadt rund um die Weihnachtszeit und präsentiert sie in kompakter Form als gemeinsames Friedberg Programm. Diese Maßnahmen leisten insgesamt einen wichtigen Beitrag, um Friedberg als modernen, lebenswerten und wirtschaftlich starken Standort sichtbar zu machen.
myheimat: Der Aktiv-Ring bringt seit zwei Jahren erfolgreich sein "Azubi gesucht"-Heft heraus. Unternehmen und Handwerksbetriebe präsentieren sich als Ausbildungsbetriebe und stellen ihre angebotenen Lehrstellen vor. Planen Sie eine Weiterführung des Heftes?
Mayer: Die Weiterführung des Azubi-Heftes ist fest eingeplant. Der große Erfolg der bisherigen Ausgabe mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren unterstreicht deutlich, wie wichtig es ist, sowohl den Unternehmen als auch den Ausbildungsplatzsuchenden eine gemeinsame Plattform zur Orientierung und Vernetzung zu bieten. Das Heft wird zusätzlich online bereitgestellt und über Schulen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen verteilt, um eine möglichst breite Zielgruppe zu erreichen. Damit trägt es maßgeblich dazu bei, junge Menschen und regionale Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen und den Wirtschaftsstandort Friedberg nachhaltig zu stärken.
myheimat: Es fällt auf, dass der Aktiv-Ring Friedberg und die neu geschaffene Stabsstelle Standortmarketing der Stadt Friedberg sehr eng zusammenarbeiten und sich um ein einheitlicheres Erscheinungsbild bemühen, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Wie bewerten Sie Ihre bisherige Zusammenarbeit?
Mayer: Der Aktiv-Ring und die Stabstelle Standortmarketing arbeiten sehr eng zusammen. Diese enge Kooperation zeigt bereits spürbare Wirkung: Gemeinsame Maßnahmen, wie etwa die Auszeichnung barrierefreier Ladengeschäfte, werden in der Bevölkerung positiv wahrgenommen und stärken das Bewusstsein für eine lebendige und zugängliche Innenstadt. Durch die Bündelung unserer Ressourcen gelingt es uns, einen höheren Output zu erzielen und Projekte effizienter umzusetzen. Die bisherige Zusammenarbeit zeigt bereits, dass wir auf diesem Weg erfolgreich vorankommen und erste sichtbare Ergebnisse erzielt haben.
myheimat: Frau Bobinger, mit zahlreichen Unternehmensbesuchen wollten Sie sich „ein Verständnis für die konkreten Bedarfe der Betriebe in Friedberg“ erarbeiten. Daraus sollten dann auch konkrete Projekte entstehen. Wie sind Sie bei diesem Vorhaben im Jahr 2025 vorangekommen?
"Die persönlichen Gespräche vor Ort
sind ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit"
Bobinger: Im Jahr 2025 konnte ich durch zahlreiche Unternehmensbesuche – teilweise gemeinsam mit unserem Ersten Bürgermeister Roland Eichmann – ein besseres Verständnis für die Friedberger Betriebe gewinnen. Die persönlichen Gespräche vor Ort sind ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit, um Herausforderungen, Chancen und Unterstützungsbedarfe direkt zu erfassen. Diese Besuche werden auch künftig fortgesetzt, um den direkten und vertrauensvollen Austausch weiter zu stärken. Darüber hinaus haben wir in diesem Jahr gemeinsam mit Partnern einen KI-Workshop für produzierende Unternehmen angeboten, um praxisnah über die Potenziale und Anwendungsmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz zu informieren. Mit der Erstellung einer Standortmarketing-Broschüre sowie eines Imagefilms, die den Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, konnten wir den Wirtschaftsstandort Friedberg zudem sichtbar stärken und seine Vielfalt nach außen präsentieren. Ergänzend wurde ein regelmäßiger Austausch der Friedberger Gastronomiebetriebe in Form eines „Runden Tisches“ etabliert, der zweimal jährlich stattfindet. Dieses Format bietet den Gastronomen die Möglichkeit, Ideen einzubringen, aktuelle Themen zu besprechen und gemeinsame Aktionen zu entwickeln. Diese Maßnahmen tragen insgesamt dazu bei, die lokale Wirtschaft zu vernetzen, Friedberg als attraktiven, modernen und zukunftsorientierten Standort weiter zu profilieren.
myheimat: Wie beurteilen Sie generell die Situation des innerstädtischen Einzelhandels in Friedberg am Ende des Jahres 2025?
"Der Einzelhandel in Friedberg
verfügt weiterhin über eine gute Basis"
Mayer: Die Situation des innerstädtischen Einzelhandels stellt sich zum Jahresende 2025 insgesamt stabil dar. Zwar sind in der Friedberger Innenstadt einige Leerstände sichtbar, diese vermitteln jedoch nur bedingt das tatsächliche Bild. Hinter den Kulissen wird von den Eigentümerinnen und Eigentümern aktiv an Nachnutzungen und Vermietungen gearbeitet. Es liegen konkrete Anfragen vor, sodass davon auszugehen ist, dass sich die Situation in den kommenden Monaten weiter positiv entwickeln wird. Insgesamt zeigt sich, dass der Einzelhandel in Friedberg trotz der allgemeinen Herausforderungen weiterhin über eine gute Basis und Nachfrage verfügt.
myheimat: Der City Scheck Friedberg ging in die zweite Auflage. Mit der „Friedberger Währung“ kann man Freunden und Bekannten eine Freude machen und gleichzeitig den Einzelhandel vor Ort unterstützen. Dieses Gutscheinsystem ist nach wie vor ein Renner,
oder?
Nach wie vor ein echter Renner:
der City Scheck Friedberg
Mayer: Der City Scheck Friedberg ist nach wie vor ein echter Renner. Sein Bekanntheitsgrad steigt ungebrochen, und aktuell sind rund 5.000 City Schecks im Umlauf – eine Zahl, die für sich spricht und die große Akzeptanz dieses lokalen Einkaufsgutscheins unterstreicht. Der City Scheck stärkt den innerstädtischen Handel, bindet Kaufkraft vor Ort und erfreut sich sowohl bei den Betrieben als auch bei den Kundinnen und Kunden großer Beliebtheit. Für das Jahr 2027 ist bereits eine Neuauflage des City Schecks geplant, um das erfolgreiche Konzept weiterzuführen und auszubauen.
myheimat: Frau Mayer, geben Sie uns einen kleinen Ausblick auf das Jahr 2026. Welche Veranstaltungen sind vonseiten des Aktiv-Rings Friedberg geplant?
Mayer: Der Aktiv-Ring blickt zuversichtlich auf das Jahr 2026. Bereits zu Jahresbeginn steht das neue Azubi-Heft in den Startlöchern. Es soll pünktlich zum Zwischenzeugnis erscheinen und jungen Menschen wie Betrieben erneut eine wertvolle Orientierungshilfe bieten. Im März folgt mit dem Ostermarkt der erste Veranstaltungshöhepunkt des Jahres. Bis dahin soll auch der neue Shoppingplan verteilt sein, der Besucherinnen und Besuchern einen Überblick über die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten in Friedberg gibt. Im weiteren Jahresverlauf stehen drei weitere Marktsonntage an, die durch beliebte Formate wie die „Sommerfreuden“ am 8. August ergänzt werden. Darüber hinaus sind für 2026 gezielte Promotion-Aktionen rund um den City Scheck geplant, um die lokale Kaufkraft weiter zu stärken. Und auch für die Adventszeit dürfen sich die Friedbergerinnen und Friedberger schon jetzt auf ein neues Highlight freuen.
myheimat: Frau Bobinger, an welchen Projekten und Schwerpunkten werden Sie im Jahr 2026 arbeiten?
Bobinger: Derzeit arbeiten wir an einem Jahresprogramm für 2026, das wieder zahlreiche Projekte und Aktionen umfassen wird. Ein besonderes Highlight wird dabei sicherlich die Planung des Jubiläums des Friedberger Wochenmarktes sein, der im kommenden Jahr ein halbes Jahrhundert besteht. Zudem möchten wir in der Adventszeit den Einzelhandel noch stärker einbinden, um die Innenstadt gemeinsam mit den Gewerbetreibenden attraktiv zu gestalten – Details hierzu können jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten werden. Die Unternehmensbesuche werden auch in 2026 konsequent fortgeführt, um den direkten Austausch mit den Betrieben weiter zu intensivieren und deren Anliegen gezielt aufzugreifen.
myheimat: Frau Mayer, Frau Bobinger, vielen Dank für dieses Gespräch.
myheimat-Team:Joachim Meyer aus Friedberg |
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