Jubiläum: Förderverein Sozialstation
"Wir feiern eine Haltung"
- Ein gelungenes Fest für alle hat der Förderverein Ambulante Krankenpflege - Sozialstation Friedberg zu seinem Doppeljubiläum veranstaltet
- hochgeladen von Dagmar Weindl
Ein besonderes Jubiläum ist Grund genug, auch in besonderer Weise gewürdigt und gefeiert zu werden. So hat der Förderverein Ambulante Krankenpflege – Sozialstation Friedberg e.V. sein denkwürdiges Doppeljubiläum – 120-jähriges Gründungsjubiläum und 30-jähriges Bestehen des Sozialzentrums – zum Anlass genommen, um ein Fest für alle zu veranstalten. Mit großem Erfolg: Rund 150 Gäste zeigten sich begeistert von dem gelungenen Fest, lobten die angenehme und heitere Stimmung und waren dankbar für die schönen Stunden – und das bei tropischen Temperaturen. Großen Anklang fand schon der stimmungsvolle Gottesdienst im eigens aufgebauten Festzelt im Innenhof des Sozialzentrums, den der katholische Pfarrer P. Steffen Brühl und der evangelische Pfarrer Dr. Falko von Saldern gemeinsam feierten. Für den perfekten musikalischen Rahmen sorgten hier und den ganzen Nachmittag Men in Blech. Auch die lockere Gestaltung des offiziellen Teils mit einem launigen Dialog zwischen Hannes Proeller als Vorsitzendem des Fördervereins und Friedbergs Erstem Bürgermeister Roland Eichmann sowie Grußworten von Landrat Dr. Marc Sturm und Landtagsabgeordnetem Peter Tomaschko kam bestens an. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, das Sozialzentrum bei einer Führung kennenzulernen, die Horst Knote und Armin Rabl vom Vorstand des Fördervereins anboten. Und alle genossen die sommerliche, rundum entspannte Atmosphäre bei Musik, guten Gesprächen, Essen und Getränken
Dass es ein Jubiläumsfest für alle werden sollte, knüpft an die Gründungsgeschichte des Vereins an, als 1906 „nahezu die gesamte verehrliche Einwohnerschaft ihren Beitritt zu dem Verein erklärt hat“, wie der Friedberger Gemeindebote berichtete. Das war beachtlich, aber auch nachvollziehbar, denn damals gab weder Sozialstation noch Pflegedienst. Wer Anfang des 20. Jahrhunderts erkrankte, war auf die Hilfe der Familie angewiesen, und die war damals – wie heute – mit dieser Aufgabe sehr gefordert. Dementsprechend groß war das Interesse an diesem Verein, der Franziskanerinnen aus Augsburg engagierte, um die Pflege zu Hause zu leisten: Die Menschen zeigten sich solidarisch, übernahmen Verantwortung und handelten aus der Überzeugung heraus, dass kranke Menschen nicht allein gelassen werden dürfen. Mit diesem Rückblick auf die Entstehung des Vereins würdigte Stadtpfarrer P. Steffen Brühl SAC noch mehr als dessen Geschichte. „Wir feiern eine Haltung“, erklärte er mit Bezug auf das Evangelium vom Samariter. „Die Haltung des Samariters, Die Haltung, die sagt: Ich gehe nicht einfach weiter. Ich lasse den anderen nicht allein. Ich übernehme Verantwortung.“ Diese Haltung habe Friedberg geprägt, die Sozialstation hervorgebracht und zum Bau des Sozialzentrums geführt.
Das Verantwortungsbewusstsein, das in der 120-jährigen Geschichte viele bewiesen haben – Mitglieder, Ehrenamtliche, Spenderinnen und Spender, Förderer und Mitarbeitende – wurde beim Jubiläumsfest auch von vielen Seiten gewürdigt. Dankbar dafür zeigten sich der Vereinsvorsitzender Hannes Proeller und Bürgermeister Roland Eichmann. Sie erläuterten die Entwicklung des Vereins und die Entstehung des Sozialzentrums, das, wie Bürgermeister Eichmann betonte, sehr wichtig für Friedberg sei. Beide sprachen sich dafür aus, dass jeder und jede in der Stadt Mitglied im Förderverein Sozialstation sein müsste. Großes Lob für die Arbeit des Fördervereins gab es auch von Landrat Dr. Marc Sturm. Mit Blick auf die Zukunft der Pflege im Wittelsbacher Land und die demografische Entwicklung zeigte er auf, welche Kraftanstrengungen auf Stadt, Landkreis und Landtag zukommen, die nur gemeinsam zu stemmen seien. Auch Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko dankte für das bisher Geleistete und sicherte zu, örtliche Initiativen wie den Förderverein auch künftig zu unterstützen, unter anderem indem Bürokratie abgebaut und gegenseitiges Vertrauen gefördert werde, um das miteinander Leben wieder einfacher zu machen.
Einig waren sich alle, wie wichtig es ist, die verantwortungsvolle Haltung in die Zukunft zu tragen. Dass es Menschen braucht, die Verantwortung übernehmen, Mitglied werden, spenden, sich engagieren, um weiterhin zusammen zu stehen. Damit Menschen, die Unterstützung brauchen, nicht allein gelassen werden.
myheimat-Team:Dagmar Weindl aus Friedberg |
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