Frauenforum Aichach- Friedberg e.V.
Rendezvous im Friedberger Stadtgarten
- Bei der Veranstaltung „ Ein Teppich voller Geschichten“ des Frauenforums Aichach- Friedberg e.V. trafen sich Leserinnen und Zuhörer zum Rendezvous mit Kunst und Literatur im Friedberger Stadtgarten. Die Kunst hautnah unter der Magie der Bäume zu spüren und dabei den Lesungen zu lauschen hatte ein besonderes Flair.
- Foto: Sabina Scherer
- hochgeladen von Franz Scherer
Der dreigeteilte Ornament-Teppich des Künstlers und Architekten Thomas Weil schaffte kleine Räume für Lesende und zuhörende Gäste. Bei der Veranstaltung „ Ein Teppich voller Geschichten“ des Frauenforums Aichach- Friedberg e.V. trafen sich Leserinnen und Zuhörer zum Rendezvous mit Kunst und Literatur im Friedberger Stadtgarten. Die Kunst hautnah unter der Magie der Bäume zu spüren und dabei den Lesungen zu lauschen hatte ein besonderes Flair. Annettte Gumpel, Jacoba Zapf, Claudia Eggert, Dagmar Rhode und Birgit Ullmann lasen aus den Werken von Mascha Kaleko, Güner Balci, Mareike Fallwinkel, Margarete Stokowski und Carrie Andrews.
Literatur von Astrid Lindgren und Mascha Kaleko
Die Literaturauswahl von Astrid Lindgren (1907-2002) und Mascha Kaleko (1907-1975) eröffnete Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und verschiedene Blickwinkel auf die Schriftsteller und ihre Werke zu erhalten.
Astrid Lindgrens Erzählung von „Ronja Räubertochter“ spielt in einer fiktiven, mittelalterlichen Welt. Die Figur der Ronja wirft Fragen über weibliche Autonomie, Selbstbestimmung und das Aufbrechen patriarchaler Strukturen auf.
Die Texte der Dichterin Mascha Kaleko die in den 1930er Jahren als „Stimme der kleinen Leute“ berühmt wurde inspirierten die Zuhörer zum gegenseitigen Austausch.
Im Zentrum der anschließenden Debatte stand die Frage, wie schnell vermeintliche Selbstverständlichkeiten der Frauenrechte wieder verloren gehen können. Kaléko stand in den 1930er-Jahren als moderne, berufstätige Frau mitten im Leben, bevor die Nationalsozialisten ihre Karriere jäh beendeten. Die Diskussion machte deutlich: Errungenschaften wie finanzielle Unabhängigkeit und Gleichberechtigung sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen auch heute noch aktiv verteidigt werden.
Wenn Frauen herrschen: „Die Töchter Egalias“ von Gerd Brantenberg.
Der bekannte satirische Roman der norwegischen Schriftstellerin aus dem Jahr 1977 (»Egalias døttre«; deutsch »Die Töchter Egalias«) dreht die Rollen von Mann und Frau komplett um. In dieser erfundenen Welt bestimmen die Frauen und die Männer müssen einen „Penis-Halter“ (PH) tragen. Das Publikum musste über diese lustigen Beispiele lachen. Gleichzeitig zeigte das Buch sehr klar: Unsere Sprache prägt, wie wir über Männer und Frauen denken. Rechte und Rollen, die uns heute ganz normal vorkommen, wurden hier komplett auf den Kopf gestellt.
Am Ende der Veranstaltung „ein Teppich voller Geschichten“ des Frauenforums Aichach Friedberg blieb das Gefühl, dass dieser zauberhafte Nachmittag im Stadtgarten noch lange nachwirken wird – sowohl durch die Magie der Geschichten als auch durch die wichtigen Gespräche und Debatten.
Frauenforum Aichach-Friedberg e.V.
Das Frauenforum Aichach-Friedberg e. V. ist ein überparteilicher und unabhängiger Zusammenschluss engagierter Frauen im Landkreis Aichach-Friedberg. Ziel des Vereins ist es, die Gleichstellung von Frauen zu fördern, gesellschaftliche Entwicklungen aus frauenpolitischer Sicht zu begleiten und den öffentlichen Dialog über Themen wie Chancengleichheit, Gewaltprävention und Demokratie zu stärken.
Zu den regelmäßigen Aktivitäten gehören:
- Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag,
- Vorträge und Podiumsdiskussionen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen,
- Informations- und Bildungsangebote,
- Aktionen gegen Gewalt an Frauen,
- Kooperationen mit der Stadt Friedberg, der Gleichstellungsstelle des Landkreises und weiteren Organisationen.
Ein besonderes Augenmerk legt das Frauenforum auf die Sensibilisierung für Gewalt gegen Frauen. Im April 2026 organisierte der Verein in Friedberg eine Demonstration und Kundgebung unter dem Motto „Stopp Gewalt gegen Frauen!“. Anlass war unter anderem die zunehmende Aufmerksamkeit für digitale und sexualisierte Gewalt. Mit der Veranstaltung wollte das Frauenforum ein deutliches Zeichen für Solidarität mit Betroffenen und für gesellschaftliche Verantwortung setzen.
Bürgerreporter:in:Franz Scherer aus Friedberg |
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