"Ich bleib' dann mal daheim" (Teil 105)
Marienmonat Mai – Die Wallfahrtskapelle Maria Aich bei Oberbernbach
- Die Wallfahrtskapelle Maria Aich bei Oberbernbach
- Foto: Dr. Hubert Raab
- hochgeladen von Joachim Meyer
Der Mai gilt kirchlich traditionell als „Marienmonat“, in dem Maria mit dem Aufblühen der Natur als „die schönste Blume“ besungen wird. In der Wallfahrtskapelle Maria Aich findet in diesem Monat eine besondere Maiandacht statt, gestaltet und musikalisch umrahmt vom Kirchenchor Oberbernbach. Die Maiandacht bietet Gläubigen Gelegenheit zum Gebet und der Pilgerweg um Maria Aich Gelegenheit zum Erleben des farbenfrohen Aufblühens der Natur in der weiten Landschaft des Wittelsbacher Landes.
Als ein besonderer Verehrer der Muttergottes klebte der 15-jährige Schulmeisterssohn Wilhelm Gastl im Frühjahr 1692 ein Andachtsbild der Muttergottes von Ettal an eine stattliche Eiche in der Ötz bei Froschham auf dem Fußweg von Aichach zur Wallfahrtskirche St. Leonhard in Inchenhofen. Dieses Bild wurde bald von vielen Vorüberkommenden verehrt. Mit den Spendengeldern aus dem Opferstock erbaute Georg Planck, Bauer von Froschham, um die Eiche eine Bretterhütte, wo Wilhelm Gastl als Eremit lebte. Von 1696 bis 1698 entstand eine gemauerte Kapelle mit einem Altar über der gefällten Eiche mit einer aus Holz geschnitzten Nachbildung der Mutter Gottes von Ettal. Nach einer Wunderheilung 1699 wurde die Wallfahrt über die Grenzen des altbayerischen Landes bekannt. 1701 wurden bereits über „100 gemalene Gelübdetafeln“ und „wunderdeutende Wahrzeichen“ gezählt. In mehreren Mirakelbüchern sind 271 Aufzeichnungen für vielfältige Verlobungen, besonders auch für Kinder, von 1698 bis 1713 verzeichnet. Mit den Opfergaben konnte die Kapelle bald auch würdig ausgestaltet werden. In der Säkularisation rettete ein Bauer von Oberbernbach 1811 die Kapelle vor der Zerstörung.
Von den zwei Parkplätzen an der Kirche führt unser Pilgerweg auf dem Fuß- und Radweg neben der Staatsstraße nach Oberbernbach, wo wir kurz nach dem Ortsschild links in die Leonhardstraße abbiegen, dann in die Rosenstraße. Wir wandern auf den Fuchsberg mit seinen 470,5 m Meereshöhe, der Kolpingskapelle und mit seiner schönen Aussicht. Unser Weiterweg geht zuerst nach rechts, dann nach links hinunter ins Tal, wo wir nach links dem Parallelweg der AIC 1 folgen, um im spitzen Winkel nach links in einen Feldweg abzubiegen. Entlang des Waldrands erreichen wir bald den Sandgrubensee und gehen links die Anhöhe hinauf zu einem Aussiedlerhof, wo wir den Fuß- und Radweg nach Maria Aich erreichen.
Die Wallfahrtskapelle ist im Mai und Juni täglich geöffnet, dann bis ca 1. November am Samstag und Sonntag am Nachmittag.
Mehr Infos in „Pilgerwege im Wittelsbacher Land“, S. 60 bis 63.
Weglänge: ca. 5,3 km
Text: Gabriele und Dr. Hubert Raab
Fotos und Grafik: Dr. Hubert Raab
myheimat-Team:Joachim Meyer aus Friedberg |
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