"Ich bleib' dann mal daheim" (Teil 100)
Pilgerweg Hl. Kreuz, Maria Hilf- und Xaverikapelle Gundelsdorf
- Pfarrkirche Hl. Kreuz und Maria-Hilf-Kapelle
- Foto: Dr. Hubert Raab
- hochgeladen von Joachim Meyer
Wir parken bei der Pfarrkirche Hl. Kreuz in Gundelsdorf. Das beeindruckende Gotteshaus ist 1913/14 nach der Vorstellungen von Geistlichem Rat Adam Kessler in Kreuzform in einer Mischung aus Neugotik und Jugendstil erbaut worden. Wir gehen zur Hauptstraße. Rechts vor der Hauptstraße stand bis 1922 die alte romanische Pfarrkirche von Gundelsdorf, deren Hl. Kreuz im 17. und 18. Jahrhundert das Ziel vieler Wallfahrer war. Links befindet sich die Maria-Hilf-Kapelle (geöffnet jeden Sonntagnachmittag). Mittelpunkt des Altars ist ein qualitätsvolles Maria-Hilf-Bild des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Rechts und links davon stehen der hl. Joachim und die hl. Anna, die Eltern Marias. Die vier Bilder in der Kapelle zeigen den hl. Wendelin, den hl. Franz Xaver, die hl. Barbara und den hl. Aloisius, die Fürbitter in vielen Nöten. Am Eingang sehen wir zwei Totenbretter. Bemerkenswert sind die Glasfenster der Firma Eichleitner & Lipp in Augsburg-Göggingen.
An der Hauptstraße biegen wir nach links und an der Schönleiter Straße nach rechts ab. Am Ortsende erreichen wir den alten Wallfahrtsweg zur Xaverikapelle. Weil kein Fußweg vorhanden ist, müssen wir Vorsicht walten lassen. Bei der Kapelle in der gepflegten Anlage mit mächtigen Bäumen schenken wir einer jahrhundertealten Linde unsere Aufmerksamkeit (Naturdenkmal). Über die Entstehung der Xaverikapelle gibt uns die Pilgerstele Auskunft. Gerne gehen Unwetter vom Donaumoos oder vom Lechtal her über Gundelsdorf nieder. So wütete, wohl Ende des 17. Jahrhunderts, ein Unwetter drei Tage über dem Ort. Da gelobten die Gundelsdorfer eine Kapelle zu Ehren des hl. Franz-Xaver. Da sich das Unwetter verzog, errichteten sie zwischen Axtbrunn und Gundelsdorf eine Kapelle, die dem hl. Franz Xaver geweiht wurde. Bis zum Zweiten Weltkrieg zogen die Gundelsdorfer nun jeden Sonntag zur Xaverikapelle. Ein alter Wallfahrtszug ist auf einer Tafel am Altar gemalt. Die Gruppe zieht von Gundelsdorf, wo noch die alte Kirche zur sehen ist, hinaus zur Xaverikapelle, die am linken Bildrand steht. Nach der Fahne kommen zuerst die Buben, dann die Mädchen. Ihnen folgen die Männer und zum Schluss gehen die Frauen.
Für den Weiterweg müssen wir etwa 150 Meter zurückgehen. Dort beginnt nach Norden (links) ein Feldweg, der leicht ansteigend hinauf zum Waldrand führt. Im Wald nach der Kuppe führt der Weg durch die Postei genannte Waldflur. Wo sich der Weg gabelt, folgen wir dem rechten Forstweg. Am Waldrand gehen wir auf der Verbindungsstraße von Gundelsdorf nach Ebenried nach rechts. Es lohnt sich, immer wieder nach links zu schauen. Denn der Blick reicht weit ins Land, hinüber nach St. Leonhard in Inchenhofen und bis über das Paartal hinaus. Bei den ersten Häusern gehen wir nach links zurück zur Pfarrkirche und zum Parkplatz.
Mehr Infos in Pilgerwege im Wittelsbacher Land, S. 28–30.
Weglänge: ca. 5,4 km
Text: Gabriele und Dr. Hubert Raab
Fotos und Grafik: Dr. Hubert Raab
myheimat-Team:Joachim Meyer aus Friedberg |
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