"Ich bleib' dann mal daheim" (Folge 101)
Friedberger Stadtteile kennenlernen: Rederzhausen (Teil 2)

Innenraum der St.-Thomas-Kirche  | Foto: Dr. Hubert Raab
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  • Innenraum der St.-Thomas-Kirche
  • Foto: Dr. Hubert Raab
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In der St.-Thomas-Kirche befindet sich auch eine sehr qualitätvolle Figur des hl. Leonhard, die dem in Mering geborenen bedeutenden Bildhauer Lorenz Luidl zugeschrieben wird. Mit einer ehemaligen Wallfahrt hat die St.-Thomas-Kirche auch aus einem anderen Grund zu tun. An der linken Innenwand hängt nämlich die Figur des hl. Nepomuk, die sich als vielfach verehrtes Bild in der zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgebrochenen „Nepomukkapelle im Ottmaringer Feld bei Rederzhausen am Wege nach Friedberg“ befunden hatte und dann hierher gebracht wurde. Auf unserem Weiterweg auf der Altdorfstraße kommen wir sogleich an der früher sehr beliebten Gastwirtschaft Sigl vorbei. Nach der Kurve biegen wir nach rechts in die Mandelbergstraße ab. Bereits 100 m weiter geht es nach links weiter. Wir kommen am Feuerwehrhaus und einem schönen Kinderspielplatz vorbei. Nach links führt der Hachingerring wieder zur Altdorfstraße und nach rechts an der Metzgerei Köllensperger vorbei zur Paartalstraße, der Hauptstraße nach Friedberg. Gegenüber der Straße sehen wir nun an einem kleinen Abhang
von alten Linden umgeben das Kriegerdenkmal mit der Erinnerungstafel an die Schlacht an der Klinge am 24. August 1796. Die Firma Mario Michl hat beim 8. Stadtfest im Jahr 2010 das Denkmal erneuert. Im Verlauf des Ersten Koalitionskrieges (1792–1797) rückte der französische General Moreau gegen Augsburg vor und drängte den kaiserlichen General Latour auf die rechte Lechseite und die Anhöhen zu beiden Seiten von Friedberg zurück. Während sich jedoch die Kaiserlichen auf die Verteidigung der Lechbrücke bei Hochzoll konzentrierten, ließ Moreau am 24. August 1796 mit nur einer schwachen Truppe gegen die Lechbrücke vorrücken, überquerte aber mit der Hauptmacht in einer List den Lech weiter im Süden und fiel südlich von Rederzhausen/Ottmaring bei der Waldabteilung Klinge den Kaiserlichen in den Rücken. Bei der folgenden Schlacht kamen sehr viele Soldaten ums Leben. Dann nahmen die Franzosen unter schweren Kanonen- und Musketenfeuer Friedberg ein. Die Stadt wurde mehrere Stunden lang furchtbar geplündert und die Einwohner drangsaliert. Vier Zeilen auf der Erinnerungstafel lauten: „Hier fielen in Massen von Kugeln durchbohrt/ Musketiere u. Reiter sahen niemehr i. Heimatort/ Da warten sie hier auf den grossen Appell/ Den die himlisch Trompeter einst blasen so hell.“
Wieder auf der anderen Straßenseite biegt der Hachingerring nun auf der linken Seite der Metzgerei ab. Wenige Meter weiter wandern wir nun nach links entlang der Josef-Schwegler-Straße, um nicht den Fußweg entlang der Hauptverkehrsstraße laufen zu müssen. An ihrem Ende stoßen wir auf den Blattenweg. Hier nach links erreichen wir nun doch die Hauptstraße nach Friedberg, wenden uns aber wenige Meter nach links, um bei der Gärtnerei Held in den Steinerne Säulweg einzubiegen. Vorsicht bei der Überquerung der Hauptstraße. Auf diesem historischen Weg, in alten Flurkarten Triebweg genannt, wurden die ungarischen Ochsen nach Augsburg getrieben. Vorbei an einem schlichten Wegkreuz gelangen wir nach etwa 670 m zur „Steinernen Säule“ mit einer kleinen Afrafigur. Der Gartenbauverein Rederzhausen hat das Wegdenkmal von 2014 bis 2016 renoviert und für die Nische in Erinnerung an den alten Pilgerweg nach St. Afra im Felde hat Hans Glass eine Statue der hl. Afra anfertigen lassen. Steinmetzmeister Mario Michl hat sie nach dem Vorbild gearbeitet, das sich wahrscheinlich in der 1712 neugebauten Wallfahrtskirche befand und eventuell von Ehrgott Bernhard Bendl stammt. Dieses Vorbild steht heute wieder in St. Afra. In einer weiten Kurve geht es nun nach Süden. Wir befinden uns weiterhin auf Rederzhauser Flur. Nach etwa 400 m wenden wir uns nun bei der 1. Abzweigung eines Feldwegs nach links und erreichen auf dem Mitterweg wieder die Ortschaft. Noch vor dem ersten Haus zweigt der Kornblumenweg nach rechts ab. Die 2. Querstraße, die Fliederstraße, bringt uns zur Lindenauer Straße, wo gegenüber die Straße Am Griesfeld verläuft. Auf ihr geht es nach 80 m in den Kirchackerring ab. Wir erreichen auf ihr durch einen schmalen Fußweg die Hauptstraße, die wir bei einer Ampel überqueren. Leicht versetzt gelangen wir auf einem Gehweg zur St.-Thomas-Kirche und wieder am Sägewerk vorbei bergauf zum Ausgangspunkt zurück.

Weglänge: ca. 4,5 km
Kartengrundlage: Geodaten@Bayerische Vermessungsverwaltung
Text: Gabriele und Dr. Hubert Raab
Fotos und Grafik: Dr. Hubert Raab

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Joachim Meyer aus Friedberg

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