Kleine Besucher mit langen Beinen
Langbeinerzeit
- hochgeladen von Hildegard Grygierek
Kaum mache ich die Tür zum Garten auf und die Haustür steht nur mal kurz offen, sind sie auch schon da. Die Schnaken.
Ich weiß ja nicht, wo die sitzen und auf ihren großen Moment warten, aber irgendwie bekommen sie immer mit, wenn bei mir eine Tür aufgeht. Und dann heißt es - nix wie rein.
Dabei haben die Langbeiner draußen doch eigentlich genug zu tun.
Und wenn man ihnen mal genauer zuschaut, sind sie eigentlich gar nicht so unnütz, wie man vielleicht denkt. Die erwachsenen Schnaken sind ganz harmlos - viele nehmen als fertige Schnake überhaupt keine Nahrung mehr auf. Ihre Larven dagegen leben im Boden und kümmern sich dort um abgestorbenes Pflanzenmaterial. Kleine Aufräumer also.
Und natürlich sind sie auch noch Futter für Vögel, Frösche und anderes Getier - wobei die Vögel in meinem Garten ziehen es a vor, sich im Futterhäuschen satt zu fressen und lassen die Schnaken lieber links liegen. Auch gut.
Kurz gesagt - die Schnaken haben ihren Job und ich gönne ihnen den auch von Herzen. Aber bitte draußen! Natürlich werde ich ihnen nicht die Hammelbeine noch länger ziehen, wenn eine es doch geschafft hat, ins Haus zu kommen. Und killen werde ich sie schon gar nicht. Ich befördere sie einfach wieder nach draußen. Da können sie dann weiter ihrer wichtigen Lebensaufgabe nachgehen, im Garten herumfliegen und die nächste Generation mit der Gartenarbeit beauftragen.
Nur eines müssen sie noch lernen - eine offene Haustür ist keine Einladung! Aber wenn ich das so beobachte, sehen die Schnaken das offensichtlich ganz anders. Kaum geht die Tür auf - schwupps - sind sie drin. Und was mache ich? Ich setze sie wieder an die frische Luft. Da, wo sie hingehören. Und schon beginnt für mich wieder der Schnaken-Rücktransport.
Tja, so hat eben jeder seine Lebensaufgabe. Die Schnake die Gartenarbeit. Und ich den Türsteher.
Bürgerreporter:in:Hildegard Grygierek aus Essen |
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