Manifesta 16 in Karnap
St. Marien ist eine ehemalige römisch-katholische Kirche in Karnap im Norden der Ruhrgebietsmetropole Essen. Sie ist ein Standport der Manifesta 16.
Erbaut wurde sie 1961 bis 1963 vom Architekten Hans Schilling. "Sie spiegelt die industrielle Identität des Ruhrgebiets wider. Mit ihrer dunklen Backsteinfassade und dem hohen Altarraum erinnert die Kirche an die Malakow-Türme, die einst die Bergbaulandschaft der Region prägten," berichtet der ausgedruckte Ausstellungskatalog.
SUPERFLEX stellt hier aus, Mira M. Yang, Jaroslaw Kozlowski und Evita Vasiljeva. Die bekannteste Teilnehmerin ist Alicja Kwade, die bekanntlich schon im Duisburger Lehmbruck - Museum ausgestellt hat.
Henry Meyric Hughes & Michael Kurtz heißen die Kuratoren der Kunstpräsentation.
Der Besucher findet hier eine Situation vor, wie sie an anderen Manifesta 16 - Standorten auch typisch ist. Das Kirchgebäude zeigt typische kirchliche Nachkriegsarchitektur; das Gebäude steht schon seit mehreren Jahren leer und ist dank Rampen auch für mobilitätseingeschränkte Besucher leicht zu betreten. Fehlende Beleuchtung erschwert die Orientierung.
Was gibt es zu "sehen"? Videokunst und gelegentlich Klangkunst sind eindeutig vorhanden. Ein Environment (oder ist das Building Art? Bildhauerei?) kommt ergänzend hinzu. Fotografieren ist nicht erlaubt.
Das Gebäude ist völlig entkernt - Mobiliar fehlt genauso wie liturgische Gegenstände. Die übriggebliebene (teilweise farbige) Fensterglaskunst ist sehenswert und sollte erhalten bleiben.
Mehrere Sachen sind unangenehm. Eine Sanitäranlage ist nicht ausgeschildert (der Besucher muß um den Schlüssel für einen nicht frei zugänglichen Abort bitten), das Aufsichtspersonal muffelig, die ausgelegte Lireratur schlecht zu finden. Es verwundert, daß das Ordnungsamt als Aufsichtsbehörde einen solchen Ausstellungsort überhaupt genehmigt hat - Stolper- und Sturzgefahr sowie fehlende Fluchtwege (einschließlich der Ausschilderung) seien hier als Stichworte genannt.
Die Straßenbahnhaltestelle "Boyer Straße" liegt in direkter, fußläufiger Entfernung. Für ortsunkundige Besucher fehlt eine wegweisende Beschilderung. Es überrascht, daß die Organisatoren der Manifesta 16 bei so vielen Kleinigkeiten schludern, auch an anderen Orten.
Bürgerreporter:in:Felicia Rüdig aus Duisburg |
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