Neue Ausstellung im Haus der Kulturen
„Moni Plant- Masken und gezeichnete Identifikationen“

3Bilder

Heimat und Fremde
Die Moni, geboren in Sterzing in Südtirol, dann als Kind in Garmisch-Partenkirchen, Orte großer Heimatverbundenheit, dann raus ins wilde Leben, Ausbildung als Maskenbildnerin Augsburg, Arbeit Bayerisches Fernsehen in München, Augsburg, Schriftenmalerin, Schaubudenfigurengestalterin, Tournee Berlin, Staatstheater Augsburg, Bobinger Kunstverein und viele Ausstellungen.
In einer Wochenendwohngemeinschaft auf den Lande in Balzhausen mit 15 völlig unterschiedlichen Individuen im überraschenderweise meist harmonischen Nebeneinander habe ich sie ein wenig kennen lernen dürfen. Ich suchte als Münchner Kunststudent den Platz zur Verwirklichung chaotischer Ideen, Moni war, so habe ich es empfunden, ruhender Pol. Ihre Geduld habe ich mehr als einmal maßlos überfordert.
Auch als die meisten anderen und auch ich längst wieder in alle Winde zerstreut waren, Moni blieb über viele Jahre in dem riesigen alten Brauereigebäude, oft fast allein, machte Masken und zeichnete.
Ihr Masken, diese und spätere Bilder, die entstanden, als das alte Haus längst von der Gemeindeverwaltung vom berüchtigten Kommunardenhaus in ein ordentliches Begegnungszentrum umgebaut worden war, wollen wir hier zeigen.
Gedanken zu den Bilder
Monica hat mir vom Rabenvogel erzählt, der sie in Ihrer Stadtwohnung in Augsburg regelmäßig besucht, wenn sie in den Hof hinuntergeht. Er lässt sich regelmäßig füttern und dann ist er wieder bis zum nächsten Kontakt weg und ganz für sich. Vielleicht bleibt eine Feder.
Ich habe Monica gefragt, ob Ihre Bilder etwas Melancholisches vermitteln sollen, wie bei der Commedia dell Arte im barocken Venedig, Totenschädel wie ein Memento Mori… sie sagte Vergänglichkeit passt besser zu ihr.
Zu Trauer und Gelähmtheit gehört aber auch die Freude und die Phantasie.
Krähen sind schwarz aber klug, Papageien bunt, wirken beim Nachplappern aber etwas dumm.
Katzen stromern gerne , aber rollen sich danach wohlig schnurrend am gewohnten Platz im warmen Zuhause zusammen.
Monica hat mich gebeten, die Birne und den Apfel, beide wohlschmeckend angebissen, nahe zueinander zu hängen.
Monica pendelt regelmäßig tageweise zwischen Ihrer Stadtwohnung und dem Landhaus Ihres Freundes in den Stauden.
Masken sind Charaktere, deren von uns erfolgte Fixierung Schubladen zuordnet: Der Narr, der Überhebliche, der Alte, Draufgänger usw.
Wie sehen wir uns selbst?
Monica Plant: moniplant@icloud.com; Michael Stöhr, ww.maskenmuseum.de
Die Vernissage findet am 1. Mai um 14.00 Uhr im Rahmen des Museumsfestes in der Galerie im Künstlerhof in der Lindenstraße 1 gleich neben dem Diedorfer Maimarkt statt. Der Eintritt auch zu allen anderen Aktivitäten und vielen Ausstellungen ist frei.

Bürgerreporter:in:

Haus der Kulturen michael stöhr aus Diedorf

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