Südsee in der Alten Dorfschmiede
Kunst zwischen schwärmerischen Traumwelten, Kopfjagd und Kannibalismus

Die Alte Diedorfer Dorfschmiede im Künstlerhof am Diedorfer Maskenmuseum hat ja schon Vieles gesehen: Russig verschmierte Schmiede, die mit Feuersglut scharfschneidende Waffen geschmiedet haben, großen Wagenrädern den Laufreifen aufgewuchtet und scheuenden Rossen wieder die Eisen aufgeschlagen haben, Künstler zwischen Punk und Übermut, sogar seine Majestät, den Diedorfer Drachen, der zwischen Masken aus Recyclingmaterial in sein schuppiges Kostüm geschlüpft ist, und nun gar das:

Da starren einen gemalt auf riesigen Palmblätter,  geschnitzt in die breiten Brettwurzeln von Mangrovenriesen Schreck einflößende Gesichter an, Schilde und Ahnenbildnisse, die die vielen Gegner miteinander verfeindeter Hochlandstämme in Papua-Neuguinea abschrecken sollen.... und trotzdem in Ihrem theatralischen Grimm und Ihrer Übersteigerung manchmal auch für uns ganz lustig wirken.

Als das Ehepaar Stöhr vor vielen Jahren diese große Insel im Pazifik, auf der anderen Seite des Globus besucht und von Ihrer Reise so außergewöhnliche Exponate mitbrachten, da  gab es im Hochland, dessen in der Steinzeit lebende Bewohner erst in den 50-ger Jahren des letzten Jahrhunderts mit der "zivilisierten Welt" in Berührung kamen, noch Kannibalismus und die Jagd nach Kopftrophäen.

Auch ein von den Missionsstationen propagiertes " Die Weißen schmecken nicht gut und sind ja abgezählt " konnte nicht wirklich beruhigen , auch wenn Letzteres zumindest stimmte, da man sich bei jedem längeren Aufenthalt im Busch bei Polizei- oder Missionsstellen abmelden musste und somit auch ein "Defizit in den Akten" relativ schnell aufgefallen wäre.
Untereinander ständig im Krieg wegen gegenseitiger Tötung von Stammesangehörigen behalf man sich mit Reparationszahlungen in Form von Schweinen, die im Erdofen zwischen Bananenblättern gedünstet fast oder wirklich noch besser als Menschenfleisch mundeten. 

Die Zeiten sind vorbei. Die Einheimischen bedienen mittlerweile haushohe Bagger und Lastenfahrzeuge, die das in der bergigen Region geförderte Gold abtransportieren und die Landschaft gänzlich umgestalten, leider bei der chemischen Gewinnung freilich auch Flüsse, Tier und Mensch langhaltig vergiften. Der Mensch bleibt sich auch - friedlich missioniert -weiterhin als Wolf unter Wölfen.

Doch die Ausdrucksstärke dieser eigenartigen  Kunst wird trotz Allem jeden Besucher der Ausstellung in den Bann schlagen . Zu sehen sind auch Rindenmalereien aus der Traumzeit der Aborigines in Australien und Kunst der polynesischen Inselwelten.

Zu besichtigen nach Vereinbarung, auch im Rahmen einer Führung durch das internationale Maskenmuseum mi der weltweit größten Sammlung an 10.000 alten authentisch getragenen Masken unter info@maskenmuseum.de oder 08238/60245. Am 1. Mai ist im Rahmen des Museumsfestes der Eintritt frei.

Bürgerreporter:in:

Haus der Kulturen michael stöhr aus Diedorf

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