Tiroler Wind
Musikanten, die ihre Wurzeln nie vergessen haben
- Tiroler Wind
- Foto: Lenny Esser
- hochgeladen von Matthias Bucher
Wenn Musik zur Leidenschaft wird, ist beste Stimmung garantiert. Dies wissen auch meine heutigen Gäste. Seit 20 Jahren steht die Gruppe Tiroler Wind gemeinsam auf der Bühne und trägt die Musik mit viel Herzblut, Bodenständigkeit und echter Lebensfreude zu ihrem Publikum. Ob mit beliebten Hits wie „Schnecken checken“, „Stromausfall im Herzen“ oder traditionellen Klängen wie dem „Tiroler Herzmarsch “ – die bodenständigen Musikanten verstehen es, Unterhaltung und Tradition miteinander zu verbinden. Dabei bleiben sie stets ihrer Heimat und ihren musikalischen Wurzeln verbunden.
Was waren die prägendsten Momente eurer bisherigen Karriere?
Da gab es sehr viele. In diesem Jahr dürfen wir unser 20-jähriges Jubiläum feiern. Aus diesem Anlass war auch ein großes Jubiläumsfest im Gespräch. Wir haben uns letztlich aber dagegen entschieden, denn für uns ist jedes einzelne Konzert ein Highlight. Dabei liegen uns die kleinen Veranstaltungen genauso am Herzen wie die großen Events. Ein besonders prägender Moment war für uns sicherlich, dass wir uns damals überhaupt auf die Bühne hinausgetraut haben. Und dass wir auch heute noch die Möglichkeit haben, Menschen mit unserer Musik zu unterhalten, bedeutet uns sehr viel. Das ist für uns nicht selbstverständlich.
Mit welchen Worten würdet ihr euer aktuelles Album „So ist das Leben“ beschreiben?
Ich glaube, am besten lässt es sich mit dem Titelsong selbst beschreiben. „So ist das Leben“ erzählt von den verschiedenen Phasen des Lebens – mit all seinen Höhen und Tiefen, mit schönen Momenten, aber auch mit den kleinen Hoppalas, die einfach dazugehören. Ich finde, jeder sollte sein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten. Wichtig ist, dass man nach einem Rückschlag wieder aufsteht, nach vorne schaut und positiv bleibt. Unser Album ist eine bunte musikalische Mischung, in der sich hoffentlich jeder – egal in welcher Lebensphase – ein Stück weit wiederfindet.
Nach welchen Kriterien stellt ihr euer Konzertprogramm zusammen?
Im Grunde genommen haben wir bei jedem Auftritt die gute Laune bereits im Gepäck. Natürlich schauen wir auch immer darauf, welches Publikum wir an diesem Tag unterhalten dürfen.
Wir spielen für Jung und Alt und haben deshalb eine relativ große musikalische Bandbreite. Dadurch können wir uns sehr gut auf die jeweilige Veranstaltung und die Menschen vor Ort einstellen. Vom urigen Bauernjugendball bis hin zum Après-Ski – wir fühlen uns in den unterschiedlichsten Bereichen wohl und sind musikalisch entsprechend flexibel.
Was hat euch die Sendung „Immer wieder sonntags“ gebracht?
„Immer wieder sonntags“ war für uns wie ein musikalisches Familienfest. Wir durften dort immer wieder tolle Kolleginnen und Kollegen treffen beziehungsweise neu kennenlernen.
Für uns war die Sendung außerdem eine schöne Möglichkeit, unsere Musik einem größeren Publikum näherzubringen und Menschen zu erreichen, die vielleicht sonst nicht die Gelegenheit haben, eines unserer Konzerte zu besuchen. Jedes Medium, über das wir Künstler unsere Musik nach außen tragen können, ist für uns Musikanten sehr wichtig. Deshalb war diese Erfahrung für uns etwas ganz Besonderes.
Welche Verbindung habt ihr zu den Kastelruther Spatzen?
Ich war bereits als kleiner Bub bei einem Konzert der Kastelruther Spatzen in unserem Nachbarort Percha. Damals hatten sie mit „Feuer im ewigen Eis“ gerade ihren ersten großen Hit.
Die Kastelruther Spatzen haben uns und die gesamte Südtiroler Musikszene sehr geprägt und sind für uns bis heute ein großes Vorbild.
Der Auftritt beim diesjährigen Kastelruther Spatzenfest bedeutet uns deshalb sehr viel. Wir durften dort bereits einige Male zu Gast sein. In diesem Jahr feiern die Kastelruther Spatzen ihr 40. Spatzenfest und wir unser 20-jähriges Bestehen. Dass wir bei diesem besonderen Jubiläum dabei sein dürfen, ist für uns eine ganz große Ehre.
Welchen Stellenwert hat eure Heimat Südtirol für euch?
Einen sehr hohen. Das hört man auch in unseren Liedern. Ich würde sogar sagen: Je länger man als Gruppe oder auch als Person auf der Bühne steht, desto mehr kehrt man zu seinen Wurzeln zurück.
Die Heimat gibt einem Halt und erdet einen. Gerade unser Heimatdorf und die Menschen dort sind für uns sehr wichtig. Sie erinnern uns daran, wo wir herkommen – und das soll auch in unserer Musik spürbar bleiben.
Gibt es einen Herbstbrauch, der euch besonders viel bedeutet?
Da gibt es bei uns sehr viele. Spontan fällt mir zum Beispiel das Kirchweihfest ein, das wir in zwei Wochen feiern. Es ist für uns ein ganz besonderes Fest und gleichzeitig eines der letzten großen Feste, bevor es richtig kalt wird. Auch der Almabtrieb gehört für uns dazu. Dabei wird dieser besondere Tag noch einmal richtig gefeiert, mit einem Umzug durch das Dorf und vielen Menschen, die zusammenkommen.
Solche Bräuche gehören einfach zu unserer Heimat und zu unserem Leben dazu. Sie verbinden Generationen und halten ein Stück Tradition lebendig.
Vielen Dank für das Interview
Bürgerreporter:in:Matthias Bucher aus Burgau |
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