Gudrun-Anna Wirbitzky
Ruhrpottbuch: Im Pott zu Tisch
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Traditionen & Rituale. Weihnachten 1959 das Ende unseres Weihnachtsbraten.
RIP...
Er schmore sanft: Oder wie unsere Kartoffelsalat zum Bestseller wurde.
🔥
Welcome Kartoffelsalat mit Rübenkraut.
Wo kommt das Rezept denn wech?
Hat das Christkind gebracht pflegte ich als kleiner Dötz zu sagen.
Ja, so war das auch...
Weihnachten:
Die Augen der Kinder, meine natürlich auch, leuchteten schon beim vom Kerzen und Lametta behangenen Weihnachtsbaum. Der Weihnachtsteller-zwar karg, aber immer mit Apfelsine und einen leuchtend roten Apfel bestückt-war heiß geliebt. Waren wir genügsam...
Weihnachtslieder, Gedichte und der Kirchgang gehörten zum Ritual am Heiligen Abend. Der Zauber der Weihnacht hielt mich stets gefangen, ganz besonders, wenn der Schnee in dicken Flocken vom blauen Himmel rieselte. Ich liebte es, wenn der Kohleofen knisternd den Raum erwärmte und die Fenster schmucke Eisblumen trugen. Weihnachten war schön: Meine Puppe Liselotte würde wieder fein gemacht auftauchen, seltsamer Weise verschwand sie immer um Weihnachten.
Aber...
Ganz besonders liebte ich Kartoffelsalat und Würstchen. Der Kartoffelsalat, den es 1959 das erste Mal gab und das aus guten Grund: Er sorgte für himmlische Ruhe am Heiligen Abend:Denn Vaters da haben wir die Bescherung...
blieb von nun an aus.
Eine Tradition endete die andere nahm Fahrt auf:
Mutter ließ bereits im zweiten Jahr den Weihnachtsbraten verkokeln das kostete Tränen von Mutti und knurrenden Magen von allen die bereits mit Messer und Gabel unruhig klopften. Diese Erzählung begleitete uns Jahr für Jahr-denn Großvater und mein Vater erfanden ein Kartoffelsalatrezept mit den Dingen, die im Hause waren.Die Geschäfte längst geschlossen: Doch ein Metzger mit Herz und Geschäftssinn öffnete die Hintertür für die Würste mit den Worten:
Wieder einmal alles verkokelt? Na, der hatte Humor - wir hatten Hunger.
Der Kartoffelsalat:
Wir Kinder liebten ihn heiß und innig - weil wir den Salat mit unserem geliebten Rübenkraut bekamen.
Braten ade...
Die weihnachtliche Stimmung war auch gerettet seitdem der Braten schlicht und einfach abgeschafft wurde ( ganz zum bedauern unseres Metzgers).
Man glaubt es kaum:
Noch heute gibt es am Heiligen Abend Kartoffelsalat nach Art der beiden Herren die ihn kreierten. Wir sind ja unter uns: Meiner mit Rübenkraut gestreckt und so lecker.
Was ich nicht verstehe:
Ich frage mich warum der Gatte Jahr für Jahr mit den Augen rollt wenn ich...
Na, ihr wisst schon 😂
Copyright
Text:
Gudrun-Anna-Wirbitzky
Erschienen 2018 im Klartext-Verlag
Auf Seite 55 und Seite 86 findet ihr meine Rezepte und Geschichten.
Bürgerreporter:in:Gudrun-Anna Wirbitzky aus Bochum |
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