Wertachklinik Bobingen
Förderverein spendet Schlafapnoe-Diagnose-Gerät
- Der Vorsitzende des Fördervereins der Wertachklinik Bobingen, der ehemalige Bürgermeister von Bobingen, Bernd Müller, übergibt Dr. Marleen Pfeiffer, Chefärztin der Inneren Medizin in Bobingen und Ärztliche Direktorin der Wertachkliniken, ein mobiles Schlafapnoe-Diagnosegerät, das der Verein mit Hilfe seiner Mitglieder gespendet hat.
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Wer nächtliche Atem-Aussetzer hat, lebt gefährlich: Schlafapnoe ist ein oft unterschätzter Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Aus diesem Grund sollte man bei entsprechenden Verdachtszeichen die Ursache dieser Symptome rasch abklären – insbesondere nach einem kardiologischen Notfall. Deshalb hat der Förderverein der Wertachklinik Bobingen ein mobiles Diagnosegerät gespendet.
Über Nacht eine Diagnose
„Mit dem neuen Gerät können wir unsere Patientinnen und Patienten nach einem Herzinfarkt testen, noch während sie bei uns auf der Station sind“, sagt Dr. Marleen Pfeiffer, Chefärztin für Innere Medizin in Bobingen und Ärztliche Direktorin der Wertachkliniken: „Wir screenen mit dem neuen Gerät völlig unkompliziert, im doppelten Wortsinn über Nacht, ob weitere Untersuchungen in einem Schlaflabor notwendig sind.“
Das rund 4000 Euro teure Polygrafie-System zeichnet Atemaussetzer, Sauerstoffwerte und kurze Wachphasen auf, während die Person schläft. Die Betroffenen müssen nicht einmal in ein anderes Zimmer verlegt werden.
Was passiert bei der Schlafapnoe?
Das Problem bei einer Schlafapnoe ist, dass es immer wieder zu nächtlichen Atemaussetzern kommt, die meist ein paar Sekunden dauern. Sie entstehen durch eine kurzzeitige Blockade der oberen Atemwege; in den meisten Fällen, weil die Mund- und Rachenmuskulatur im Schlaf erschlafft.
Das Gehirn realisiert den daraus resultierenden Sauerstoffmangel und setzt Adrenalin und andere Stresshormone frei. Damit steigen Puls und Blutdruck und gleichzeitig sinkt die Sauerstoffversorgung des Körpers - auch die des Herzens. Deshalb löst der Körper bei den Atempausen einen kurzen Weckreiz aus.
Warum ist das gefährlich?
Die Betroffenen wachen, meist ohne es zu merken, für ein paar Sekunden auf. Das geht oft einher mit einem lauten Schnarchen oder einem Luftschnappen. Geschieht dies regelmäßig mehrmals pro Nacht, gerät der Organismus aufgrund der Stresshormone unter Dauerstress.
Für das Herz bedeutet das eine starke Belastung, denn es muss härter arbeiten, weil es schlechter mit Sauerstoff versorgt wird. Auf Dauer drohen bei einer Schlafapnoe, wenn sie nicht behandelt wird, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und eine Schwächung des Herzmuskels. Außerdem kann es zu Erkrankungen der Herzkranzgefäße und, aufgrund einer beschleunigten Arteriosklerose, zu einem Schlaganfall kommen.
Wie diagnostiziert man eine Schlafapnoe?
Das neue Polygrafie-System gibt Aufschluss darüber, wie tief ein Mensch schläft, ob er träumt oder immer wieder kurz aufwacht. Es erfasst unter anderem auch, wie oft sich die Person im Bett dreht, ob sie laut schnarcht oder Atemaussetzer hat. Auf diese Weise erhalten die Ärztinnen und Ärzte ein möglichst genaues Bild davon, was nachts im Körper der schlafenden Person passiert und können entscheiden, ob weitere Untersuchungen notwendig sind.
Die Mitglieder des Fördervereins der Wertachklinik Bobingen ermöglichen mit ihrer Spende eine weiterführende Diagnostik in der Wertachklinik in Bobingen. Damit tragen sie dazu bei, dass Risikopatientinnen und -patienten frühzeitig behandelt werden können. Denn die Behandlung von Schlafapnoe ist in den meisten Fällen gut möglich und die Betroffenen berichten zudem über eine deutlich höhere Lebensqualität.
Spende hilft Betroffenen
„Als Förderverein der Wertachklinik Bobingen sind wir dankbar für die Unterstützung, die wir von unseren Mitgliedern und Spendern bekommen“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Bernd Müller: „Und als Mensch freue ich mich, dass wir immer wieder Gutes für die Region tun können.“
Bürgerreporter:in:Doris Wiedemann aus Schwabmünchen |
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