Berlin ist eben Berlin
Ich liebe diese Stadt

Der erste Kontakt heute morgen war ein Mann mit Hintegrationshintergrund.

Er war im kurzen Gesprãch höchst charmant und warmherzig.

An der Tankstelle für den Morgenkaffee das komplette Kontrastprogramm.

Eine junge Deutsche bügelt mich etwas rotzfrech ab. Ich möchte lieber nicht zitieren, was sie gesagt hat.

Dieser Kontrast macht es so deutlich. Bei Weitem nicht alle, aber sehr viele Deutsche tun sich mit Freundlichkeit im Service schwer. Menschen mit Migrations-Hintergrund haben oftmals einen vorbildlichen Sinn für Gastfreundschaft.

Wir sollten die Migranten für die starken Qualitãten schätzen, die sie in diese Gesellschaft einbringen.

Ost- und Westdeutschland, so sagen es sehr viele Menschen, mit denen ich mich in Berlin unterhalte, sind noch lange nicht wieder ein Volk.

Zu tief sind die Verletzungen aus der Vergangenheit.

Ich selbst hatte sehr viel Glück, mir wurde der Weg, aus der bösen Welt der Politik wieder herauszukommen geebnet.

In Berlin wimmelt es vor Dipomaten.

Wo auch immer man hinkommt, muss man damit rechnen, Leuten zu begegnen, die mehr wissen als Andere.

Einen Kollegen mit DDR-Hintergrund hatten wir, den eigentlich alle mochten. Er war durch und durch authentisch.

Für ihn war ein Feierabend-Bier auf dem Weg zur U-Bahn normal. Er hatte türkischstämmige Freunde, mit denen er am Zahltag jedes Monats ins Bordell ging, was auch alle Kollegen u-n-d Kolleginnen wußten. Niemand nahm Anstoß daran.

Ich bedauere diesen armen Tropf sehr.

Er wollte seiner Armut entkommen, indem er das Richtige tat. In seiner Freizeit besuchte er Kurse, er bildete sich zum Bilanzbuchhalter weiter.

Er bewarb sich weg von uns und wurde mit einem fürstlichen Gehalt eingestellt, durch seine Alkoholsucht überstand er nicht die Probezeit.

Ich kenne sehr viele Kinder aus Migrantenfamilien, denen genau dies nicht passiert. Sie sind vorbildlich genau in ihrem Beruf und trotzdem nett zu ihren Kollegen.

Am Sonntag musste ich es erleben, dass eine bildschöne junge Kellnerin aus der ehemaligen DDR ihre schlechte Laune an mir ausließ.

Da lobe ich mir in dieser Stadt die migrantischen Service-Kräfte.

Ist man nett zu ihnen, sind sie nett zu ihren Gästen.

So sehe ich es.

Bürgerreporter:in:

Lorenz George aus Berlin

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