Orientierung am Kind
Der Mensch wird nicht Mensch, sondern ist es von Anfang an. Seine körperliche, seelische und soziale Entwicklung sind nicht voneinander zu trennen, sondern bilden von der Befruchtung an eine komplexe Einheit.
- Macht es einen Unterschied, ob ein Kind in einer liebevollen Beziehung gezeugt wurde oder in einer kalten Laborschale, von Anfang an getrennt von Mutter und Vater?
- Macht es einen Unterschied, ob ein Kind in die Gebärmutter einer fremden Frau eingepflanzt wird, die sich keine Bindungsbeziehung zum Kind leisten kann?
- Macht es einen Unterschied, ob ein Kind nach der Geburt wieder eine Trennung erlebt?
Jede Unterbrechung und Trennung in der frühen Lebenszeit, so der Arzt Peter Fedor-Freybergh, ist ein negativer Stressmarker für das sich entwickelnde Gehirn, der sämtliche Entwicklungsprozesse negativ beeinflussen kann. Peter Fedor-Freybergh betont, dass die pränatalen Lebensphasen eine einzigartige Möglichkeit darstellen, psychischen, emotionalen und körperlichen Problemen im späteren Leben eines Menschen vorzubeugen.
Die Auflösung des natürlichen Ehe-, Familien- und Elternbegriffs führt zu Unverbundenheit, Bindungslosigkeit, Verunsicherung oder sogar Nicht-Identität. Die vorgeburtliche empirische Forschung bestätigt, was wir aus der frühkindlichen Bindungsforschung wissen: Ein Kind braucht zuallererst Verbundenheit, Schutz und Sicherheit, Kontinuität und Bindung. Dies sind entscheidende Grundlagen dafür, dass es später Vertrauen ins Leben entwickeln kann. Die Psychotherapeutin Natascha Unfried sagte, aufgrund von Erfahrungen: Vorgeburtliche Traumata führen dazu, dass sich das entwickelnde Gehirn des Ungeborenen verändert und die neuronalen Netzwerke so verschaltet werden, dass „verzerrte Bilder von der Welt und sich selbst“ entstehen. Psychotherapeuten und Pränatalforscher Inge Krens und Hans Krens schreiben in ihrem Buch „Risikofaktor Mutterleib“: „Das sich entwickelnde vorgeburtliche Kind ist ein lebendiges interaktives Wesen, das von der Empfängnis an durch seine mütterliche Umgebung beeinflusst wird.“ Ein Embryo ist ein Kind von Anfang an und bedarf der Liebe und Fürsorge.
Bürgerreporter:in:Marion-Christa Nickel aus Augsburg |
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