Flächenheizung neu gedacht
Klimadecke und Klimawand sorgen mit Strahlungswärme für hohen Komfort

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Klimadecken

Heizen und Kühlen über die Decke

Flächenheizungen sind den meisten als Fußbodenheizung ein Begriff. Nach demselben Grundprinzip funktioniert auch die Klimadecke – nur dass die Rohrleitungen nicht im Boden, sondern in der Decke liegen. Im Heizbetrieb gibt die Deckenfläche Wärme nach unten in den Raum ab. Das Besondere: Eine Klimadecke kann umgekehrt auch Wärme aus dem Raum aufnehmen und damit im Sommer zur Kühlung beitragen. Sie vereint also zwei Aufgaben in einem System und gilt als komfortable sowie energieeffiziente Lösung.

Technisch besteht eine Klimadecke aus Wasser führenden Rohrsystemen, durch die je nach Bedarf warmes oder kaltes Wasser zirkuliert – ideal für Wohn- und Gewerbebauten. Bei der elektrischen Deckenheizung geben Heizfolien oder -matten die Wärme direkt nach unten ab – ideal für niedrige Decken und zur schnellen, punktuellen Nachrüstung in einzelnen Räumen. Weil die Decke eine sehr große, zusammenhängende Fläche bietet, steht für die Wärme- bzw. Kälteübertragung meist mehr nutzbare Fläche zur Verfügung als bei Wand- oder Fußbodensystemen – Möbel oder Fenster spielen hier kaum eine Rolle.

Ein entscheidender Komfortfaktor ist die Strahlungswirkung: Die Klimadecke erwärmt nicht in erster Linie die Luft, sondern vor allem die Oberflächen im Raum – also Boden, Wände, Einrichtungsgegenstände und auch Personen. Dadurch wird die Temperatur als besonders angenehm empfunden; oft wirkt ein Raum wärmer, als das Thermometer tatsächlich anzeigt. Das ermöglicht den Betrieb mit niedrigeren Vorlauftemperaturen, was Energie spart. Gleichzeitig entstehen nur geringe Luftbewegungen, wodurch es zu weniger Zugerscheinungen und weniger Staubaufwirbelung kommt.

Bei den Kosten sollte man – wie bei allen Heizsystemen – zwischen Investition und laufendem Betrieb unterscheiden. Die Betriebskosten fallen durch die effiziente Arbeitsweise häufig günstig aus. Die Anschaffungskosten liegen je nach Bauweise und Aufwand meist bei etwa 40 bis 90 Euro pro Quadratmeter. Im Neubau wird die Deckenheizung oft als vergleichsweise günstige Flächenheizung angesehen, während im Bestand wegen höherer Montage- und Anpassungsarbeiten eher mit zusätzlichen Installationskosten zu rechnen ist.

Klimawand

Angenehme Strahlungswärme direkt aus der Wand

Eine weitere Form der Flächenheizung neben der Klimadecke und der Fußbodenheizung ist die sogenannte Wandheizung, die direkt in oder an der Wand installiert wird und ihre Wärme überwiegend als Strahlungswärme abgibt. Genau wie bei der Klimadecke entsteht ein besonders angenehmes Raumklima, weil vor allem die Oberflächen im Raum – und Personen – erwärmt werden.
Grundsätzlich gibt es zwei Varianten. Bei der wassergeführten Wandheizung fließt warmes Wasser durch Rohrleitungen, die in der Wand liegen. Die zweite Möglichkeit ist eine elektrische Infrarot-Wandheizung, bei der Heizmatten mit Strom betrieben werden und die Wärme direkt abstrahlen. Beide Systeme können effizient arbeiten, unterscheiden sich aber bei den laufenden Kosten: Infrarotlösungen sind oft günstiger in der Anschaffung, können im Betrieb wegen des Stromverbrauchs jedoch teurer werden als wasserführende Systeme.

Bei der Planung sollte man berücksichtigen, dass die Heizflächen nicht „zugestellt“ werden sollten: Schränke oder Regale direkt davor können die Wärmeabgabe deutlich verschlechtern. Außerdem ist Vorsicht bei späteren Arbeiten an der Wand nötig: Bohren oder Nägel einschlagen kann Leitungen oder Heizelemente beschädigen. Deshalb sollte der genaue Verlauf der Heizbereiche unbedingt dokumentiert werden.

Die Kosten hängen stark von System und Einbausituation ab: Wassergeführte Wandheizungen liegen meist bei 50–80 €/m², Infrarot-Systeme etwa bei 30–50 €/m² (mit tendenziell höheren Betriebskosten). In Altbauten, wenn Trockenbaulösungen nötig sind, können 60–100 €/m² anfallen.

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Sandra Kost aus Augsburg

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