Sichtbarkeit, Chancen und ein Auftrag an uns alle
11. Februar: Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft

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Wer forscht eigentlich an der Zukunft? Am 11. Februar, dem Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft, wird sichtbar, dass Talent und Neugier keine Frage des Geschlechts sind, Chancen und Ermutigung aber leider noch immer.

Wenn Leistungen verschwinden: Was die Geschichte bis heute lehrt

Der 11. Februar ist auch ein Anlass, ehrlich auf die Wissenschaftsgeschichte zu schauen: Frauen hatten lange schlechtere Chancen zu studieren, zu publizieren oder zu führen und ihre Leistungen wurden oft übersehen oder Männern zugeschrieben. Dafür gibt es einen Namen: den Matilda-Effekt.

Einige Beispiele sind besonders bekannt:

Rosalind Franklin lieferte mit ihren Röntgenbeugungsaufnahmen entscheidende Hinweise für die Struktur der DNA. Öffentlich berühmt wurden zwei männliche Wissenschaftler; Watson und Crick. Heute ist klar: Ohne Franklins Daten wäre der Durchbruch so nicht möglich gewesen, aber ihre Rolle wurde zu lange zu klein erzählt.

Lise Meitner trug maßgeblich zum Verständnis der Kernspaltung bei. Der Nobelpreis ging später an Otto Hahn. Meitners Anteil wurde über Jahre unterschätzt, obwohl sie fachlich die Schlüsselfigur war.

Und dann gibt es Debattenfälle wie Mileva Marić und Albert Einstein: Hier ist die Quellenlage nicht eindeutig genug, um sicher zu sagen, ob Einstein „Thesen geklaut“ hat. Aber die Diskussion zeigt etwas Wichtiges:
In wissenschaftlichen Partnerschaften und Teams ist es historisch oft passiert, dass Frauen als Mitdenkende, Mitrechnende oder Mitentwickelnde unsichtbar blieben, wenn am Ende nur ein männlicher Name groß auf dem Papier stand.

Diese Geschichten sollen nicht pauschal verurteilen, sie sollen sensibilisieren. Denn Anerkennung in der Wissenschaft ist nicht nur eine Frage von Genialität, sondern auch von Strukturen, Zugängen und Sichtbarkeit.

Warum das heute noch relevant ist

Viele Hürden sind kleiner geworden, aber nicht verschwunden. Mädchen entscheiden sich oft schon sehr früh gegen technische Wege – manchmal, ohne je erlebt zu haben, wie kreativ, praktisch und gesellschaftlich relevant diese Berufe sind. Und genau deshalb ist der 11. Februar nicht nur ein symbolischer Tag, sondern eine Erinnerung: Wir können aktiv dazu beitragen, dass Türen aufgehen.

Kleiner Tipp für Schülerinnen und Eltern

Der Girls’ Day ist eine echte Chance, Neues auszuprobieren und Zukunftsmöglichkeiten zu entdecken. Bundesweit öffnen Unternehmen, Betriebe und Hochschulen ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse und geben Einblicke in Berufe und Studienfelder, in denen Frauen bisher noch seltener vertreten sind, etwa in Technik, IT, Naturwissenschaften oder im Handwerk.

Der nächste bundesweite Girls’ Day findet am 23. April 2026 statt. Welche Angebote es gibt, zeigt das offizielle Girls’ Day Radar, in dem sich gezielt nach Regionen filtern lässt.

Bürgerreporter:in:

PR Redaktion

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