Weniger Asylsuchende im Landkreis Augsburg
Rückläufige Zugangszahlen ermöglichen den Abbau von Unterkünften und eine Anpassung der Kapazitäten
- Im Landkreis Augsburg konnten in den vergangenen zwei Jahren bereits 18 dezentrale Asylunterkünfte geschlossen werden – Landrat Martin Sailer führt das auf die greifenden Maßnahmen zur Begrenzung der Migration zurück.
- Foto: Julia Pietsch
- hochgeladen von Florian Handl
Die Zahl der im Landkreis Augsburg untergebrachten Asylbewerberinnen und Asylbewerber ist in den vergangenen eineinhalb Jahren deutlich zurückgegangen. Waren im Januar 2025 noch 1.801 Menschen in den dezentralen Asylunterkünften untergebracht, sind es aktuell 1.067 Personen. Der Landkreis reagiert auf diese Entwicklung und reduziert die Zahl der Unterkünfte schrittweise. Grund für den Rückgang sind die merkbar gesunkenen Zugangszahlen. Während dem Landkreis in den Jahren 2022 und 2023 jeweils noch mehr als 1.000 Geflüchtete zugewiesen wurden, waren es im Jahr 2025 noch 428 Personen. Im laufenden Jahr 2026 wurden bislang 149 Menschen neu zugewiesen. „Die Entwicklung zeigt, dass der Zustrom nach Deutschland und damit auch in den Landkreis Augsburg deutlich zurückgegangen ist. Es spricht vieles dafür, dass die auf Bundes- und europäischer Ebene ergriffenen Maßnahmen zur Begrenzung der irregulären Migration zunehmend Wirkung entfalten. Gleichzeitig beobachten wir die Lage weiterhin sehr genau“, sagt Landrat Martin Sailer.
Aufgrund des geringeren Bedarfs konnten in den Jahren 2025 und 2026 bereits 18 dezentrale Asylunterkünfte mit einer Kapazität von insgesamt 529 Plätzen geschlossen werden. Bis Ende des Jahres sollen weitere zehn Unterkünfte mit zusätzlich 229 Plätzen entfallen. Die entsprechenden Mietverträge wurden bereits gekündigt oder laufen regulär aus. Die Bewohnerinnen und Bewohner konnten größtenteils bereits in andere Unterkünfte verlegt werden, sofern ein weiterer Unterbringungsbedarf gegeben war. Damit reduziert sich die Zahl der dezentralen Unterkünfte im Landkreis Augsburg insgesamt von 78 auf künftig 52 Standorte. Zwei Unterkünfte waren im vergangenen Jahr noch neu in Betrieb genommen worden.
„Unser Ziel ist es, die vorhandenen Kapazitäten verantwortungsvoll und wirtschaftlich an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Wo Unterkünfte nicht mehr benötigt werden, bauen wir sie zurück. Dabei achten wir darauf, dass dies für die betroffenen Menschen geordnet abläuft und zugleich sparsam mit öffentlichen Mitteln umgegangen wird“, betont Sailer. Bei der Auswahl der aufzulösenden Unterkünfte wurden neben den jeweiligen Vertragslaufzeiten insbesondere die laufenden Kosten, die Lage sowie der bauliche Zustand der Gebäude berücksichtigt. „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir als Landkreis auch große Herausforderungen bewältigen können. Umso wichtiger ist es jetzt, auf die veränderte Situation zu reagieren. Das schafft Planungssicherheit für die Kommunen, entlastet den Kreishaushalt und sorgt dafür, dass wir auch künftig handlungsfähig bleiben“, so Landrat Sailer.
(Text: Landkreis Augsburg)
Bürgerreporter:in:Florian Handl aus Augsburg |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.