Madagaskar Rundreise 8/8: Ambohimanga und letzte Eindrücke von Madagaskar

Ambohimanga - Opferbaum mit Zebuhörnern
 
Ambohimanga - Opferstein
Im Abschlusskapitel meines Madagaskar-Reiseberichts gehe ich auf das Weltkulturerbe Ambohimanga sowie kulinarische und andere Eindrücke ein.

Zurück in der Hauptstadt Antananarivo, bemerken wir weitere alltägliche Gegebenheiten: Einheimische Transportfahrzeuge sind sowohl innen als auch oben völlig überladen. Da fährt schon mal eine Ziege auf dem Gepäck mit. Beim Abendessen im Hotel „Les 3 Métis“ sitzt Sänger Rossy am Nebentisch, behauptet Rado. Muss man den kennen? In Europa nicht, aber wenn man auf einer Rundfahrt durch Madagaskar immer wieder sein Lied „Zimbo sa“ trällert... Neben unserer Unterkunft liegt übrigens eine Bar. Da ist am Samstagabend offenbar Karaoke geboten, wie auch bei geschlossenem Fenster mühelos durch die Hotelwände zu hören ist. Oder war's ein schräges Live-Konzert? „Zimbo sa“ wird in dieser Nacht jedenfalls nicht gesungen.

Tag 14: Zum Abschluss dieser Rundreise durch Madagaskar gibt’s mit Ambohimanga noch ein Weltkulturerbe. Diese heilige Stadt der Merina erwartet uns mit Königsgräbern, einem Opferbaum mit Zebuhörnern, frischem Gänseblut und geopferten Bonbons. Die Räumlichkeiten (Esszimmer, Schlafzimmer, Badezimmer der Königin ohne Toilette und Wanne) wirken im Vergleich zu den Prunkbauten diverser Herrscher unterschiedlichster Kulturen geradezu bescheiden. Auch der Empfangsraum, in dem Verträge unterschrieben wurden, klotzt mit einem herrlichen Ausblick.

Zum Ausklang futtern wir bei Live-Musik im Bahnhofscafé, die Notdurft wird im Toilettenwaggon verrichtet. Nach zwei reizvollen Wochen in Madagaskar gibt’s am Flughafen von Antananarivo leider noch einen Tiefpunkt: Bevor wir den Security-Bereich passieren, wiegt ein Typ unser Handgepäck. Obwohl es hinsichtlich Maßen und Gewicht locker innerhalb der Vorschriften ist, will der Mann, der eine Alkoholfahne hat, abkassieren. Wofür? Wer empfindlich auf Zugluft reagiert, wird sich nach dem Abflug sehnen. Denn in der Wartehalle, in der sämtliche Ventilatoren laufen, zieht es wie Hechtsuppe.

Kulinarisches Madagaskar: Besonders reichhaltig und abwechslungsreich ist die Küche Madagaskars – gemessen an den Vorschusslorbeeren diverser Reiseführer, die die vielen ausländischen Einflüsse (französisch, chinesisch, indisch, malaysisch) preisen – eigentlich nicht. Zum Reis gibt es für Touristen meist Zebu, Hühnchen oder Schwein. Soße ist selten. Zebu schmeckt praktisch nach Rind und wird als Gulasch, als Grillspieß, „Geschnetzeltes“ (4-5 Stücke), in „Mus“-Konsistenz (Waranga Malagasy) oder gerne auch Zunge (weich und erstaunlich zart) serviert. Zu den kreativsten Speisen auf unserer Rundreise zählten Schweinekotelett mit Schokoladensoße, Hühnchensteak in Orangensoße, Baumtomate in selbstgemachtem Joghurt sowie ein sehr leckerer Brandteig mit etwas Sahnigem gefüllt und Schokosoße garniert.

Fazit: Madagaskar zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und man kommt trotz für Touristen optimierter Route nicht umhin, davon Notiz zu nehmen. Landschaftlich ist Madagaskar reich, verliert aber zunehmend an botanischer Bedeutung und Vielfalt. Insbesondere die drolligen Lemuren locken Tierfreunde auf die Insel.

Weitere Reiselektüre:
Hier geht es zu den einzelnen Kapiteln meines chronologischen Madagaskar-Reiseberichts:
1/8: Antananarivo & Kinderspielzeug
2/8: Chamäleons & Lemuren
3/8: Lehmziegel & Reisfelder gehören zusammen
4/8: Bonbons, Edelsteine und Kunst aus Zebuhorn in Antsirabe
5/8: Schulbesuch, Prozession & Übernachtung im Gemeindehaus
6/8: Regenwald, Rum, Kattas & Vanille
7/8: Strandurlaub und quirlige Kinder auf Anakao

Weitere Reiseberichte aus Afrika:
Botswana: Okavango-Reise
Namibia: Rundreise aus Sicht einer Leopardin (Übersicht der 14 Kapitel)
Tansania: Auf Safari in der Serengeti
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3 Kommentare
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Wilhelm Kohlmeyer aus Hannover-Groß-Buchholz | 15.02.2016 | 08:48  
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Michael Stauner aus Neusäß | 15.02.2016 | 22:36  
19.601
Wilhelm Kohlmeyer aus Hannover-Groß-Buchholz | 16.02.2016 | 08:01  
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