Madagaskar Rundreise 7/8: Strandurlaub und quirlige Kinder auf Anakao

Wenn eine CD zum Strandspielzeug wird...
 
Fischer legt vor Nosy Ve an
Irgendwie logisch, dass man bei einer Rundreise durch einen Inselstaat wie Madagaskar nicht an ein paar Tagen Strandurlaub vorbeikommt. Klares Wasser, eine Vogelinsel, Fischerboote und umtriebige Kinder sind die Eckpfeiler auf Anakao.

Tag 11: Ein Zebukarren zieht uns durchs Wasser zum Motorboot. Während der einstündigen Transferbootsfahrt zur Insel Anakao schläft ein einheimischer Knirps mit Sonnenbrille recht lang. Aber in der Schlussviertelstunde ist er wach und muss ständig pinkeln. Oder doch nicht? Doch. Nee. Beinahe im Minutentakt heben ihn der Matrose oder seine Mutter oder die große Schwester abwechselnd auf die Reling – bzw. der Matrose an den abgesenkten Einstieg am „Heck“, fernab neugieriger Blicke -, der Pullermann wird herausgeholt und verschwindet unverrichteter Dinge wieder in der Hose. Am Strand von Anakao sind die Hauptbeschäftigungen schwimmen, sonnen, Kajak fahren, einen Seestern knipsen und eine vierhändige Massage von zwei jungen Frauen genießen.

Tag 12: Das Leitungswasser aus den Hähnen der Anakao Ocean Lodge riecht eklig süßlich nach Vanille. Schnell hinaus aufs Meer, zur Vogelinsel Nosy Ve, die der Volksgruppe Vezo heilig ist. Der Rotschnabeltropikvogel brütet gerade seinen Nachwuchs aus, wenn dieser nicht schon geschlüpft ist. Die Küken sind so groß wie die Eltern und gieren mit ihrem noch schwarzen Schnabel im Gebüsch nach Futterservice. Fische werden sauber abgenagt, wie Besucher an den herumliegenden Gräten verifizieren. In dieser Gegend gehen die Vezo-Fischer mit ihren Booten auf Fang, die Segel aus unterschiedlichen Tüchern zusammengeflickt.

Zurück auf Anakao wagen wir uns hinter die Touristenunterkunft, spazieren durch mit Dornen und Scheiße versetzten Sand in ein Vezo-Dorf. Schnell sind wir von einer Traube Kindern umzingelt, die uns nicht mehr von der Seite weichen. Sie treiben Schabernack mit uns, wollen unsere Namen wissen, Bonbons haben und Fotomotiv sein. Sobald der Fotograf die Kinder, die sich direkt vor ihm und damit nicht für die Kamera fassbar aufstellen, für das Bild positioniert hat und ein paar Schritte zurück geht, haben sich schon wieder andere Kinder in die entstandene Lücke gedrängt. Jeder will ganz vorne sein. Anja, Silvia und Romeo sind besonders frech.

Kaum haben wir den Strand auf der anderen Seite der Insel erreicht, bleiben die Kinder zurück und werden durch im Sand spielende Kinder ersetzt. Das Spielzeug ist simpel: eine CD wird an einem Stecken befestigt, sodass sie rollt und den Untergrund quasi pflügt. Damit lässt sich prima über den Sand flitzen. Ein paar Meter weiter befindet sich ein Fischerboot in der heißen Bauphase. Warum einige Frauen sich das Gesicht mit einer rotbraunen Creme bemalen? Rado kennt die Antwort: Hautaufhellung! Beim Kick am Strand schauen Simeon und ich gegen zwei junge Hotelangestellte ziemlich alt aus. Madagaskar ist immerhin amtierender Weltmeister im Beachsoccer.

Tag 13: Bevor es mit dem Boot zurück nach Tulear und von da aus per Flug nach Tana geht, versuche ich mich noch im Stand Up Paddling. Irgendwie ganz witzig, aber ein Naturtalent bin ich definitiv nicht. Wassersport scheint nicht so mein Ding zu sein.

Weitere Reiselektüre:
Hier geht es zu den einzelnen Kapiteln meines chronologischen Madagaskar-Reiseberichts:
1/8: Antananarivo & Kinderspielzeug
2/8: Chamäleons & Lemuren
3/8: Lehmziegel & Reisfelder gehören zusammen
4/8: Bonbons, Edelsteine und Kunst aus Zebuhorn in Antsirabe
5/8: Schulbesuch, Prozession & Übernachtung im Gemeindehaus
6/8: Regenwald, Rum, Kattas & Vanille
8/8: Ambohimanga und letzte Eindrücke von Madagaskar

Weitere Reiseberichte aus Afrika:
Botswana: Okavango-Reise
Namibia: Rundreise aus Sicht einer Leopardin (Übersicht der 14 Kapitel)
Tansania: Auf Safari in der Serengeti
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