Madagaskar Rundreise 4/8: Bonbons, Edelsteine und Kunst aus Zebuhorn in Antsirabe

Bonbon-Herstellung (1) in einem kleinen Handwerksbetrieb in Antsirabe
 
Zebuhorn-Werkstatt (5) - Wie sehr die Finger beim Schleifen in Mitleidenschaft gezogen werden, hätten wir nicht sehen sollen.
Am fünften Tag unserer Rundreise durch Madagaskar stehen unterschiedliche Handwerksbetriebe in Antsirabe auf dem Programm.

Tag 5: In Antsirabe beginnen wir den fünften Tag unserer Magadaskar-Reise mit der Inspektion lokaler Handwerksbetriebe. Bei einer kleinen Bonbonmanufaktur können wir uns mit klebrigen Blombenziehern für die nächsten zweibeinigen Fotomotive eindecken. Zwei Kilo Zucker werden mit einem Liter Wasser und Zitronensäure erhitzt und auf Granit gekippt. Aromapulver der gewünschten Geschmacksrichtung dazu, die Melasse kneten und dann die Bonbons entweder abzwicken oder diesen Arbeitsschritt von einer handgekurbelten Stanzmaschine durchführen lassen.

Die „sechs Brüder“ (Six Frères) warten schon ein paar Straßenzüge weiter, um uns ihr Handwerk zu demonstrieren. Sie fertigen in ihrem Familienbetrieb Kunstgegenstände und Modeschmuck aus Zebuhorn. Wir sehen die ersten drei von sieben Schritten und ich kaufe daraufhin ein Geschenk für meine Mutter: Würfel aus Zebuhorn. Aber was passiert nun in den ersten drei Schritten der Produktion? Das Horn wird erhitzt und der Knochen herausgeklopft. Dann wird das Horn zuerst in Form gesägt, dann geklopft. In einem der vier Schritte, die wir nicht sehen konnten bzw. sollten, wird das Horn dann geschliffen – ein Arbeitsschritt, der die Finger gehörig malträtiert.

Apropos Schleifen: Unser nächster Halt führt uns in eine Edelsteinschleiferei. Vom Arbeitsablauf sehen wir eigentlich nichts, aber die Männer dürfen sich hier mit Schmuck für ihre Angebeteten eindecken und jedes Gruppenmitglied darf sich von einem mehr als mannshohen Haufen Halbedelstein-Mix eine kleine Auswahl (Celestit, Amazonit, Achat, Rosenquarz, Kristall) eintüten, wobei Angestellte helfen.

Ein ehrwürdiges Hotel verfällt

Unser nächster Anlaufpunkt ist das Kolonialhotel in Antsirabe. Nur zur Besichtigung, nicht zur Übernachtung. Denn einerseits verlassen wir die Stadt an diesem Tag noch und andererseits verfällt dieser altehrwürdige Bau zunehmend seit die Franzosen es an die Madagasy zurückgegeben haben. Wir werfen noch einen Blick auf die Kathedrale und lassen uns dann in per Muskelkraft gezogenen Rikschas durch das koloniale Zentrum von Antsirabe inklusive dem Bahnhof ziehen. Hierbei springt dem Touristen förmlich ins Auge, dass Unternehmen alle möglichen Bestandteile des Stadtbildes für gemalte Werbung nutzen: Pflanzeneinfassungen, Bänke, Mauern und Häuser.

Weitere Reiselektüre:
Hier geht es zu den einzelnen Kapiteln meines chronologischen Madagaskar-Reiseberichts:
1/8: Antananarivo & Kinderspielzeug
2/8: Chamäleons & Lemuren
3/8: Lehmziegel & Reisfelder gehören zusammen
5/8: Schulbesuch, Prozession & Übernachtung im Gemeindehaus
6/8: Regenwald, Rum, Kattas & Vanille
7/8: Strandurlaub und quirlige Kinder auf Anakao
8/8: Ambohimanga und letzte Eindrücke von Madagaskar

Weitere Reiseberichte aus Afrika:
Botswana: Okavango-Reise
Namibia: Rundreise aus Sicht einer Leopardin (Übersicht der 14 Kapitel)
Tansania: Auf Safari in der Serengeti
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