Stille über den Gräbern
Mein Mahnruf vom Lechfeld
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Wenn man durch das schmiedeeiserne Tor der Kriegsgräberstätte Schwabstadel tritt, weicht der laute Alltag augenblicklich einer bedrückenden Stille. Im Zentrum dieser vom Volksbund geschaffenen Ruhestätte erhebt sich die kleine Barockkapelle – ein stiller Zeuge vergangener Konflikte, umgeben von akkurat gereihten Gräbern und schlichten Kreuzen.
Nicht jede Radtour, nicht jeder Spaziergang auf dem Lechfeld führt mich zu Orten, die das Auge erfreuen, die den Geist befreien und die Freude machen. Leider gibt es auf dem Lechfeld auch viele Orte, an denen die Trauer herrscht, die als Mahnmal dienen, ob als KZ-Friedhof oder wie in diesem Fall als Soldatenfriedhof in Schwabstadl. Meine Gedanken gehen jetzt natürlich zu den Menschen, die hier liegen, zu den Angehörigen, die vielleicht gar nicht wissen, dass ihre Liebsten hier ruhen, und zu den Menschen, die jetzt sterben – gerade heute, in diesem Moment –, nur weil irgendwelche Potentaten darin für sich einen Sinn sehen.
Beim Anblick dieser unendlichen Reihen drängt sich eine zutiefst erschütternde, aber radikal einfache Frage auf:
Warum legen sich all jene, die heute als Präsidenten, Premierminister, Diktatoren oder oberste Befehlshaber über Krieg und Frieden entscheiden, eigentlich nicht selbst auf einen solchen Soldatenfriedhof, anstatt ihre eigenen Bürgerinnen und Bürger wissentlich in den Tod und die Vernichtung zu schicken?
Es ist ein grotesker Missstand der Weltgeschichte: Die Architekten des Krieges, die Machthaber im Süden, im Osten und im Westen, verhandeln in sicher abgeschotteten Palästen und Bunkern über Macht und Einfluss. Doch die Zeche zahlen jene, die Uniformen tragen müssen – Menschen, die im Namen von Staatsräson geopfert werden. Wer einen Krieg beginnt, schickt issentlich Leben in die physische Vernichtung. Wenn das Überleben oder die Ehre eines Landes angeblich auf dem Spiel steht, müssten diejenigen, die den Befehl zum Krieg geben, mit gutem Beispiel vorangehen und als Erste ihr eigenes Leben in die Waagschale werfen.
Mein Aufruf an die Welt: Das Unrecht stoppen
Es ist an der Zeit, den Blick zu heben und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Der Appell von den stillen Stätten des Gedenkens, wie hier am Schwabstadel, muss alle Himmelsrichtungen erreichen:
An die Herrscher im Osten, Westen und Süden: Hört auf, Menschen für geopolitische Schachspiele zu opfern.
Die dringende Forderung: Es ist die Pflicht der Völker und der vernünftigen Mehrheit, diejenigen endlich festzusetzen, die unrechtmäßige Kriege vom Zaun brechen und Konflikte überhaupt erst entfachen. Wer den Frieden bricht, darf keine Macht mehr über das Leben anderer haben.
Mit Vernunft eine bessere Welt bauen
Die Gräberfelder dieser Welt sind kein Naturgesetz; sie sind das Produkt menschlichen Versagens und grenzenloser Hybris. Erst wenn wir diejenigen entmachten, die Kriege als Mittel der Politik nutzen, machen wir den Weg frei für eine neue Epoche.
Gemeinsam mit all jenen, die noch zu klarem Denken und echter Empathie fähig sind, müssen wir eine Welt aufbauen, in der Konflikte am Verhandlungstisch statt auf Schlachtfeldern gelöst werden – damit Orte wie der in Schwabstadel für immer das bleiben, was sie sein sollten: Mahnmale der Vergangenheit, aber niemals Blaupausen für unsere Zukunft.
Bürgerreporter:in:Wolfgang Weiss aus Untermeitingen |
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