Radtour ohne Bilder
Zwischen Wertachauen und den steilen Hügeln der Westlichen Wälder
- Foto: (c) Wolfgang Weiss
- hochgeladen von Wolfgang Weiss
Manchmal braucht man keine Kamera, um Momente festzuhalten. Wenn die Spätsommersonne am 4. Oktober vom strahlend blauen Himmel lacht und die Luft diesen klaren, frischen Hauch des Herbstes trägt, zählt oft nur eins: einfach draußen sein, in die Pedale treten und den Kopf freibekommen. Genau so eine Tour haben meine Frau und ich heute unternommen – und auch wenn es am Ende keine Bilder für den Fotoapparat gab, bleibt diese Ausfahrt ganz sicher im Gedächtnis.
Lehnen Sie sich zurück, und begleiten Sie mich gedanklich auf eine abwechslungsreiche Runde durch unsere Heimat!
Aufbruch in den Norden: Über Graben und Kleinaitingen
Gestartet sind wir direkt hier in Untermeitingen. Es ging zunächst durch das vertraute Wohngebiet Richtung Norden, über die Via Claudia und vorbei am Sportplatz Untermeitingen. Wer die Strecke kennt, weiß, wie entspannt es sich hier rollen lässt. Weiter ging es durch Graben, vorbei am einladenden Badesee und dem Ausflugshügel, immer weiter nordwärts.
Natürlich durfte der kurze Blick auf jene bekannte Bank, die hier in meinen Artikeln schon das eine oder andere Mal eine Hauptrolle gespielt hat. Kurz darauf erreichten wir Kleinaitingen. Dort hieß es: abbiegen nach Westen!
Vorbei am markanten Wasserturm – ebenfalls ein alter Bekannter aus früheren Berichten – hielten wir den Kurs stetig westlich. Bald tauchte vor uns das kleine Industriegebiet vor Großaitingen auf, wo die bekannte Lebensmittelfirma und der Ölverladebahnhof das Landschaftsbild prägen.
Im kühlen Schatten der Wertachauen
Nach einem kleinen Schlenker mitten durch Großaitingen wechselten die Szenerie: Es ging direkt hinunter zur Wertach.
Wer die Wege entlang des Flusses kennt, weiß, wie wunderbar es sich hier radelt. Mitten durch den schattigen, dicht bewachsenen Auwald schlängelte sich unser Weg, bis wir die gemütliche Wirtschaft im Auwald passierten. Kurz darauf überquerten wir die Wertach nach Nordwesten und folgten der Straße weiter bis nach Straßberg.
Der Härtetest: Fluch und Segen in den Westlichen Wäldern
Ab Straßberg wurde es ernst. Die Westlichen Wälder riefen – und mit ihnen jene berüchtigten Steigungen und Täler, die mir auf dem Rad einiges abverlangten.
Jeder, der die Anstiege dort kennt, fühlt wahrscheinlich sofort mit mir. Doch wie das im Leben so ist: Nach dem Schweiß kommt die Belohnung. Die rasante Abfahrt hinunter nach Burgwalden entschädigte für jede Strapaze. Unten im idyllischen Tal angekommen, hieß es allerdings direkt wieder in den kleinen Gang schalten und hochkämpfen. Über den Galgenberg und vorbei an der malerischen Scheppachkapelle kämpften wir uns den Weg nach Westen frei – immer tief hinein in den herbstlichen Wald.
Über Haunstetten zur historischen Eisenbrücke
Plötzlich schwenkte unsere Route im Wald nach Süden. Über Reinhardshausen gelangten wir schließlich nach Haunstetten. An den kleinen Fischteichen machten wir kurz halt – auch wenn die Kamera wieder stumm blieb, bot sich hier ein wunderschöner Anblick:
Von Haunstetten aus zogen wir weiter nach Reinhardshofen und von dort Richtung Süden zur Guggenburg, diesem faszinierenden, schlossähnlichen Gebäude mit Wildgehege.
Der Weg führte uns den Berg hinunter nach Osten, bevor wir nach einem kurzen Schwenker nach Norden ein echtes technisches Schmuckstück erreichten: Die alte Eisenfachwerkbrücke über die Wertach. Ein echter Hingucker, vor allem wegen ihrer historischen Fahrbahn aus massiven Holzbrettern, die unter den Reifen so charakteristisch klingt.
Zurück über Mittelstetten und Schwabmünchen
Über Mittelstetten ging es anschließend schnurstracks nach Süden in Richtung Schwabmünchen. Wir überquerten dort die Singold nach Westen und machten einen Abstecher zum idyllischen Fischweiher des Fischereivereins Bobingen. Die Rohrkolben hatten gerade fertig geblüht, und ihre markanten Samenstände zeigten den Wandel der Jahreszeit. Aber - wieder kein Bild.
Von dort aus schnupperten wir noch einmal kurz Westwind, ehe uns der Weg entlang der Wertach im Bogen nach Süden zur nächsten Staustufe führte. Über Schwabmünchen und einen letzten kleinen Schwenker nach Hiltenfingen nahmen wir schließlich die allerletzten Kilometer unter die Räder.
Über verschiedene ruhige Feldwege ging es schnurstracks zurück nach Untermeitingen – und direkt auf die heimische Terrasse.
Was gibt es Schöneres, als nach einer so ereignisreichen, schweißtreibenden und schönen Heimatrunde anzukommen? Der Tag fand sein perfektes Ende bei einer leckeren Semmel und einem heißen Kaffee. Keine Bilder auf der Speicherkarte, aber jede Menge Erinnerungen im Kopf – manchmal ist das einfach genau das Richtige.
Haben Sie diese Runde durch die Wertachauen und die Westlichen Wälder auch schon einmal gedreht? Welcher Anstieg treibt Ihnen am meisten Respekt ein? Schreiben Sie es gerne in die Kommentare! Sie wissen es lohnt sich.
Bürgerreporter:in:Wolfgang Weiss aus Untermeitingen |
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