Kilometerjagd fürs Stadtradeln,
Nachbarschaftliche Nothilfe und ein stählerner Riese auf dem Feld
- hochgeladen von Wolfgang Weiss
Untermeitingen / Schwabmühlhausen – Juli 2026. Es ist die zweite Woche des diesjährigen Stadtradelns, und ein morgendlicher Blick in die App sorgt für sanften Druck: Das Kilometerkonto ist noch deutlich ausbaufähig. Das Wetter im Lechfeld zeigt sich von seiner besten Seite – strahlender Sonnenschein und perfekte Bedingungen. Der Auftrag für den Tag ist klar: Kette ölen, rauf aufs Rad und die 20-Kilometer-Marke knacken.
Die Route führt von Untermeitingen aus zunächst Richtung Süden. Über gut ausgebildete Feldwege geht es entspannt in Richtung Hurlach. Es sind bekannte, schöne Strecken, die an diesem Tag auch viele andere Radler anlocken. Man grüßt sich, die Stimmung ist bestens – so macht der Klimaschutz auf zwei Rädern Spaß.
16.000 Liter gegen die Glut: Solidarität auf dem Land
Von Hurlach aus dreht die Tour nach Westen ab, Ziel ist Schwabmühlhausen. Statt der gewohnten Route vorbei an der bekannten alten Gastlichkeit der Unteren Mühle oder der klassischen Singoldstraße, führt der Weg diesmal mitten durch den Ort über den Dornbuschweg. Kurz vor der Singold macht der Weg einen markanten, rechteckigen Knick – und genau dort stößt man auf eine Szene, die zeigt, wie hervorragend der Zusammenhalt im ländlichen Raum funktioniert.
Am Ufer steht ein mächtiger Tankwagen, genauer gesagt ein Gülleaufleger eines lokalen Lohnunternehmens. Was auf den ersten Blick nach landwirtschaftlichem Alltag aussieht, entpuppt sich als wichtige Sicherheitsmaßnahme: Der Tank wird per Pumpe mit Wasser aus der Singold gespeist. Der Hintergrund ist ernst: Bereits am Vormittag musste die Feuerwehr in der Region einen Feldbrand bekämpfen. Um für eventuelle Glutnester oder neue Brandherde gewappnet zu sein, bat die Feuerwehr um Unterstützung. Über ein Schaurohr am Heck des Aufliegers lässt sich der Fortschritt beobachten: Beeindruckende 16.000 Liter Löschwasser werden hier für den Ernstfall vorgehalten. Ein stiller, aber enorm wichtiger Dienst der Nachbarschaftshilfe, der großen Respekt verdient.
Zufallsfund im Südwesten: Ein stählerner Riese am Boden
Nach diesem Zwischenstopp geht die Fahrt weiter in Richtung Südwesten, wo zwei markante Windkraftanlagen die Landschaft prägen. Die Route verläuft auf der kleinen Verbindungsstraße zwischen Schwabmühlhausen und Lamerdingen. Schon aus der Ferne wird deutlich, dass sich an einem der Windräder Außergewöhnliches abspielt.
Je näher man der Anlage kommt, desto imposanter wird das Bild: Ein gigantischer Raupenkran ist hier auf dem Gelände aufgebaut. Der riesige Gittermast liegt flach auf dem Boden – bereit zum Aufrichten für anstehende Wartungsarbeiten oder gerade frisch demontiert. Für Passanten bietet sich eine spektakuläre Perspektive: Über eine Länge von weit mehr als 100 Metern erstreckt sich das stählerne Ungetüm direkt neben dem Weg. Ein absoluter Glücksgriff für jeden Technik- und Fotofreund und ein beeindruckendes Fotomotiv mitten in der idyllischen Flur.
Neugierige Zuschauer zum Abschluss
Da der Tag jedoch nicht komplett auf den Feldwegen verbracht werden soll und die Ehefrau zu Hause wartet, geht es schließlich über verschlungene kleine Pfade wieder zurück Richtung Norden. Auf diesem Rückweg hält die Tour noch eine charmante Begegnung bereit: Der Weg führt an einem kleinen Bauernhof vorbei, auf dessen saftiger Weide eine Gruppe Jungrinder grast. Ob es sich bei der Herde eher um junge Damen oder Herren handelt, lässt sich auf den ersten Blick zwar schwer sagen, fest steht aber: Der zweirädrige Besuch sorgt für helle Begeisterung.
Sichtlich neugierig und trotz der vielen Fliegen, die sie umschwirren, trottet die ganze Truppe geschlossen an den Zaun, um den Stadtradler ausgiebig zu begutachten. Nach diesem freundlichen Abschiedskomitee geht es vollends zurück nach Hause.
Das Fazit des Tages kann sich sehen lassen: Das Kilometerkonto der App hat ein ordentliches Plus vorzuweisen, die Kamera ist voller spannender Schnappschüsse – und der Tag ist noch lang. Mit den Impressionen vom Lechfeld im Gepäck ging es im Anschluss direkt weiter zum Wörthsee, um den sonnigen Julitag gemeinsam mit der Ehefrau entspannt am Wasser ausklingen zu lassen.
Bürgerreporter:in:Wolfgang Weiss aus Untermeitingen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.