Welfs Erbe
Zukunft kommt aus Tradition und gründet in Gottvertrauen!
- Rückseite Tribünenaufbau bei Nacht
- hochgeladen von Erich Neumann
Freilichtbühnen breiten sich inzwischen inflationär und teils überaus seicht über die Sommermonate.
Herausragend aus der Angebotsvielfalt der Stille Winkel Eglofs https://theater-eglofs.de und die Welfenbühne Steingaden www.welfenbühne.de, welche nicht nur mit viel Engagement die Historie ihrer Orte auf die Bretter bringen, welche die Welt bedeuten, sondern dieses Bewusstsein auch ins tägliche Gemeindeleben übertragen und so beredtes Beispiel geben, wie Pragmatismus positiv wirkt, anstelle nur im Jammern zu verharren!
In beiden Fällen sind Initiatoren und Motor des Geschehens, Persönlichkeiten, welche sich mit großer Überzeugung und Leidenschaft der Sache verschrieben haben und die Ortsgemeinschaft über die Jahre zu begeistern verstehen.
In Eglofs war es über lange Jahre Karl Stiefenhofer, der an Karl-Heinz Marx und Karl Milz abgegeben hat: an Letztgenannten auch den Vorsitz des Heimatbundes Allgäu und in Steingaden ist Karl Müller-Hindelang bewährt treibende Kraft.
Am 18. Juli 2026, 20.30, hatte Welfs Erbe viel umjubelte Premiere auf dem Markplatz von Steingaden, zu der Bürgermeister Max Bertl begrüßten und Andreas Nöß als Beamter von Kurfürst Max IV. Joseph in seinerzeitiger Sprache launig die Verhaltensregeln verlas.
Nach der Uraufführung am 26. Juli 1997 zum 850. Gründungsjubiläum des Kloster Steingaden und weiteren Aufführungen 2003 nun zum 850. Weihe-Jubiläum der ehemaligen Klosterkirche zum dritten Male auf der Bühne.
Opulente Szenen mit Pferden, Kutschen, viel Volk, bestechende schauspielerische und musikalische Leistungen – Regie Gisela Maria Schmitz und Dramaturgie Christian Schönfelder, Orchester unter Dirigat von Christoph Weiß zu den Kompositionen von Manfred Glowatzki und Chor unter Leitung von Erik Konietzko, dem Organisten auf der Wies und im Welfenmünster – beeindrucken zutiefst.
Karl Müller-Hindelang hat ein Stück geschrieben, das in vielerlei Facetten absolut genial ist und angesichts der gegenwärtigen Weltenlage ein kalten Schauer um den anderen über den Rücken jagt, denn Nichts wird mehr bewusst, als dass die Menschen keinen Deut dazu gelernt haben: ganz im Gegenteil mit zugenommenem Wissenspotential immer abwegiger handeln.
Moralischer Zeigefinger ist gar nicht nötig: die Geschehnisse lassen keinen Zweifel, dass wir bei ehrlicher Ursachensuche, wie es dazu kommen konnte, dass die Welt derart am Abgrund steht, 2 Aspekte unleugenbar ausschlaggebend sind: die Verweigerung der Tradition und die Gottvergessenheit – kurz gesagt ist Alles Übel von den Menschen selbst gemacht!
Bereits die erste Szene zeigt gefühlt nichts Neues unter der Sonne: 2 Mönche verlassen im Morgengrauen das Kloster, küssen sich und einer legt das Habit ab, wird als die Liebschaft erkennbar, welche der Mönch als Mönch aus dem Kloster brachte. Also damals schon ist erstes Fazit.
3 Franziskanerinnen aus Kaufbeuren sind auf Wallfahrt auf die Wies, um den Klöstern seitens der weltlichen Obrigkeit drohendes Unheil abzuwenden, als beim Morgengebet der Mönche ein Bote vom Prior aus Polling eintrifft und gleichlautende Botschaft an den, bei den Weingütern in Tirol weilenden Abt überbringt.
Den Mönchen bleibt – der Prior ist gefordert – nicht viel Handlungsspielraum, da mit Kommissar Oberndorffer und seinem Beamten bereits Vertreter der Münchner Obrigkeit eintreffen, um mit Vorbereitungen für die Klosterauflösung zu beginnen.
Die List der Mönche, wertvolles Habe unter einer Fuhre Mist versteckt, dem Zugriff zu entziehen, wird entdeckt und die Mönche erzählen von der Geschichte des Klosters, welche den Plänen von Kurfürst Max IV. Joseph entgegen stehen sollten, ohne auf Verständnis der sie verlachenden Beamten zu stoßen: wer kennt entgegen aller Dramatik nicht Ähnliches der Bürokratie aus der Gegenwart?
Die Dramatik seinerzeit: Herzog Welf VI. kehrt mit seinen Mannen, der Schlachten müde, auf seine Burg in Peiting zurück und will sich einem Fest zuwenden.
Gaukler bringen nicht nur Freude, sondern auch die Botschaft von Kreuzzügen, zu denen Bernhard von Clairvaux aufruft, wie Frater Hippolyth herunterleiert, während er mehr auf das Tafelgelage spekuliert und so Welf über seine Teilnahme zweifeln lässt. Ehefrau Uta wendet sich, wie die Edeldamen, strikt dagegen, appellieren ungehört an seine Verantwortung für Familie und örtliche Bevölkerung.
Soll bei den Risiken sein minderjähriger Sohn Oberhaupt des Geschlechtes werden, zürnt Uta und schlägt Welf sogar das Kreuz aus der Hand?
Abt Oteno appelliert an Christenpflicht und Seelenheil von Welf, ohne bei ihm, der aus vielen Schlachten die Hölle längst kennt, durchzudringen. Dies gelingt ihm erst, als er mit den zu erlangenden Ländereien im Hl. Land argumentiert, zögert jedoch, als ihn im Gegenzug Welf für die Zeit seiner Kreuzzug-Abwesenheit in die Verantwortung für Land und Leute vor Ort nimmt – Parallelen zu heutigen Verantwortlichen der Amtskirche sind vielfältigst.
Vor Aufbruch stiftet Welf das Kloster zu Steingademen. Während er auf dem Pferd in die Nacht entschwindet, schweifen die Gedanken zu Panzern und einer gleich grauseligen Gegenwart.
Kommissar Oberndorffer und seine Handlanger ficht das – wie wohl auch in der Gegenwart kaum anders! – wenig, bis gar nicht an: Die Klosterauflösung wird ungerührt fortgesetzt und für die Bevölkerung beginnt eine bedrohliche Zeit. Abt Gilbert Michl hatte nicht nur nach dem Kraftakt seines Vorgängers Marian Mayr: Dem Bau der Wieskirche, die Sanierung der Klosterfinanzen geschafft, sondern sich gegenüber den Menschen sehr sozial gezeigt, ihnen Lebensunterhat ermöglicht und als letzten Akt ihre Schuldscheine verbrannt, sodass damit auch die finanziellen Erwartungen von Staatskommissar Oberndorffer in den Flammen blieben.
Sein Vermächtnis von Einigkeit und Zusammenhalten wirkt bis heute, zeigt sich bsw. in der 1998 gegründeten Bürgerstiftung: der ersten in Bayern.
Die begeisternde Premiere beinhaltete noch einen Höhepunkt der besonderen Art: Steingadens Bürgermeister und Vorstand der Kulturgemeinschaft Steingaden e.V. verlieh als Darsteller von Frater Hippolyth die Goldene Ehrenmedaille der Gemeinde Steingaden an Karl Müller-Hindelang für dessen über Jahrzehnte gehendes und wertvollste Früchte tragendes Engagement für Gemeinsinn und Gemeinwohl.
Steingaden ist damit weit mehr, als nur ein leuchtendes Beispiel und nachhaltiger Beweis für lohnendstes Bürger-Engagement!
Entgegen den, selbst während der Aufführung noch anhaltenden Wetterprognosen, wie einer unterbrochenen Generalprobe, fiel kein Tropfen Regen und blieben Temperaturen einer lauen Sommernacht. Kein Geheimnis, sondern logische Folge: Die Akteure fanden sich um 18.30 im Welfenmünster zu einer Andacht mit – inkl. Prem! – Ortspfarrer Pater Joyice Thomas Lanithottam CMI und seinem ungebrochen beliebten Vorgänger, Pater Petrus-Adrian Lerchenmüller, OPraem, dem jetzigen Abt der Klöster Windberg und Roggenburg, sowie Schirmherr dieser Theatersaison ein.
Abt Petrus-Adrian beschwor, nicht nur Allen tief zu Herzen gehend, Wohlwollen als tragende Haltung, sondern zweifelsohne mit gemeinsamem Gebet den Herrgott auch um gutes Wetter!
In welchem Theater finden wir das nochmals: Gebetsgemeinschaft vor der Premiere?
Wenn da kein, SEIN guter Geist mit dem Geschehen sein soll?!
Ein Bogen spannt sich auch vom Orden von Pater Joyice zum Gedanken um Welfs Erbe:
Karmeliter der Unbefleckten Empfängnis Mariens sind die, am 11. Mai 1831 in Kerala gegründete erste indigene Ordenskongregation der katholischen Kirche in Indien, die sich den Aufgaben von Sozialprojekten, Seelsorge, Schulen und Bildung verschrieben hat.
Weitere Aufführungen im Juli am 23., 24., 25., 30., 31., sowie im August am 01., 07. und 08., jeweils um 20:30, Einlass auf die Tribüne ab 20:00, Rahmenprogramm und Verpflegung auf dem Gelände ab 18:00.
Erich Neumann, freier investigativer Journalist www.cmp-medien.de
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Rückseite Tribünenaufbau bei Nacht
Auf dem Weg zu Maske; Abt Gilbert, Martin Kainz, im Gespräch mit dem Jager, Stefan Lubos
Prior, Philipp Mühlbauer, in der Maske
Die noch leere Tribüne in Erwartung der 700 Premieren-Besucher
Tribünen-Aufbau Rückseite
Schirmherr beim Nebenverdienst an der Abendkasse?
Gauklerkinder vor dem Spiel
A Fasserl Bier für Informationen?
Der Tag erwacht für die Mönche
Kutsche wartet auf Abt Gilbert zur Fahrt zu den Tiroler Weingütern
3 Kaufbeurer Franziskanerinnen berichten Mönchen beim Morgengebet vom drohenden Unheil für Klöster, mit Wallfahrt auf die Wies wollen sie es abwenden
Bote des Probst von Polling, Dominic Eckart, bringt gleichlautende Hiobsbotschaft für den Abt
Beamter, Andreas Nöß, verliest Bevölkerung und Mönchen Dekret von Kurfürst Max IV. Joseph
Kommissar Oberndorffer, Toni Nöß und sein Beamter im Gespräch mit dem jetzt geforderten Prior
Obrigkeits-Vertreter verlangen von Bevölkerung Registrierung
Fuhre Mist wir angehalten, kontrolliert und …
… List der Mönche, wertvolles Habe so getarnt, dem Zugriff zu entziehen entdeckt
Mönche erzählen Beamten von Klostergeschichte, welche den Plänen entgegenstehen, ohne Sie zum davon Ablassen bewegen zu
können
Herzog Welf VI., Peter Echtler, kehrt von Schlachten auf Burg Peiting zurück …
… und erbitte Segen von Abt Oteno, Martin Lang
Fest auf Burg Peiting nach gesunder Rückkehr von Herzog Welf VI. und seinen Mannen ...
... dessen Höhepunkt …
… sind die Gaukler
Abt Oteno drängt Herzog Welf VI. über Christenpflicht und Seelenheil zur Teilnahme am Kreuzzug und im Gegenzug nimmt ihn …
… Herzog Welf VI. für die Zeit seiner Kreuzzug-Abwesenheit in die Verantwortung für Land und Leute vor Ort
Der Welf zum Kreuzzug bereit …
… bricht mit seinen Mannen auf
Besucher kehren aus Pause zurück
Krisengespräch der Mönche
Abzählreime der Kinder gegen Kurfürst Max IV. Joseph
Beamte treffen zum Vollzug der Kloster-Auflösung ein und …
… verlesen Dekret an die Mönche
Bevölkerung ist ratlos bzgl. ihrer Zukunft
Schmitte
Anknüpfung an Start-Szene: Mönch verlässt Kloster, beginnt mit seiner Liebschaft neues Leben
Schwestern aus Kaufbeuren sind nach Klosterauflösung laisiert und wieder auf Wies-Wallfahrt
Abt Gilbert verlangt von den Menschen Zusammenhalt zum Gelingen der Zukunft
Schluss-Applaus für Schauspieler …
… mit Hauptdarstellern …
… Musik …
… Mitwirkenden hinter den Kulissen und …
… Gauklern
Standing Ovations auf der Tribüne
Goldene Ehrenmedaille der Gemeinde Steingaden für Karl Müller-Hindelang und…
… herzliche Umarmung mit Frater Hippolyth alias Bürgermeister Max Bertl
Urkunde zur Goldenen Ehrenmedaille der Gemeinde Steingaden
Abt Oteno, Abt Pater Petrus-Adrian Lerchenmüller, OPraem und Abt Gilbert
Pater Joyice und Abt Pater Petrus-Adrian eröffnen Andacht vor Premiere im Welfenmünster Steingaden
Fürbitten
Predigt des Schirmherrn mit eindringlichster Anempfehlung von Wohlwollen als tragende Haltung
Pracht des Welfenmünster
Schlusschorgesang
Liedblatt
Programmheft
Zum Nachhören, die Premieren-Statements von:
Peter Echtler, Herzog Welf VI. https://www.youtube.com/shorts/M8mYZ7Yd6Hg
Abt Pater Petrus-Adrian Lerchenmüller, Schirmherr https://www.youtube.com/shorts/eR1tgxkkCoo
Laura Freisberg, Herzogin Uta https://www.youtube.com/shorts/hJug7dXbBO8
Karl Müller-Hindelang, Autor und Spielleite https://www.youtube.com/shorts/zM36Kbcu5Yg
Toni Nöß, Kommissar Oberndorffer https://www.youtube.com/shorts/83mtUclsnU4
Bürgerreporter:in:Erich Neumann aus Kempten |
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