Wanderung
🧭Vom Südviertel…
- hochgeladen von Michael Kaiser
… in den Ostkreis.
Vom Südbahnhof ging es entlang des „Studentenpfades“ und über die „Elisabethtreppe“ hoch auf die Lahnberge.
Am „Botanischen Garten“ vorbei und den „Kirschknäpper Weg“ hinunter.
Die L3088 überquert und unterhalb der Straße führte mich mein Weg nach Kleinseelheim.
Von dort lief ich über „Bayerisch Kuba“ an der „Wachbach“ und der „Lindaukapelle“ vorbei zur „Fortmühle“.
Nun wanderte ich entlang der Kleen zum „Schloss Plausdorf“.
Von hier waren es nur noch wenige hundert Meter zum Ziel.
Heute habe ich, glaube ich, die körperlich leichteste Passage über die Lahnberge gefunden.
Nahezu mühelos ging es hinauf.
„Labere incepto hic prius pravo quam egrediundo“ heißt es auf Einmeißelungen in den paar Stufen der Elisabethtreppe.
Hier auf Komoot wird es von Usern unter Vorbehalt übersetzt:
„Zuerst verläuft man sich in einem schiefen Anfang ehe man herausfindet.“
oder auch
„Du wirst hier am Anfang schwanken, ehe du krumm aufsteigst.“
Als ich wieder im Abstieg Richtung Bauerbach war, erinnerte mich ein wegweisendes Schild an den „Kirschknäpper Weg“, den ich bereits seit Jahren auf der Agenda habe.
Ein Rundweg um Bauerbach.
Den Namen erhielt der Weg von der Erzählung über die Bauerbacher Kirscheknäpper: Bauerbacher Burschen, die mit Kirschkernen nach jungen Frauen geschnippt haben, um so deren Aufmerksamkeit zu erregen. Ob sie damit erfolgreich waren, ist nicht überliefert.
(Quelle: outdooractive)
Bis zu dem Ort gleich mehrerer „Highlights“ lief ich gelöst durch Feld und Flur.
„Hessens ältester Feldahorn“
Das Alter wird auf 120 – 200 Jahre geschätzt. Der Stammumfang in 1.30 m Höhe beläuft sich auf 3.27 m.
„Lindborn oder auch Waschbach“
Seit vielen hundert Jahren fließt klares Wasser aus einer Quelle und seit dem 15 Jahrhundert in ein noch heute erhaltenes Sandsteinbecken. Eine nicht versiegende Quelle, an der bis in das 19. Jahrhundert auch die Wäsche der Amöneburger gewaschen wurde.
Eine Legende erzählt, dass hier der heilige Bonifatius die ersten Christen der Region getauft hat.
„Sühnekreuz aus Sandstein“
Das Kreuz wurde 1964 oberhalb des Geländes im Gesträuch gefunden.
Man stellte es dann an der Waschbach auf. Der Sage nach gerieten hier zwei Mägde aus Eifersucht aneinander. Der Streit wurde durch Sicheln zu Ende gebracht. Ob beide Parteien zu Tote kamen ist unklar.
Ca. 200 m befindet sich die Lindaukapelle oder auch Magdalenenkapelle.
Seit dem frühen 14. Jahrhundert steht hier ein Kapelle, diese der Heiligen Maria Magdalena geweiht wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört und viele Jahre später entstand ein neugotischer Neubau dessen Einweihung im Jahre 1868 war.
Hier befand sich zudem ein Dörfchen mit dem Namen Lindau, was vermutlich bereits im 13. Jahrhundert wüst fiel.
(Quelle: Wikipedia)
Wenige km weiter lief ich heute erstmals „hinter“ der Fortmühle entlang. Die Fortmühle die den Mühlenbetrieb im Zuge der Ohmregulierung zwischen 1919 und 1926 einstellte, wird im Moment aufwendig renoviert. Sehr erfreulich.
Die Strecke über das Feld wählte ich deshalb, weil ich mir eine gewaltige Eiche aus der Nähe anschauen wollte. Den Baumriesen kann man von der B62 aus sehr gut erkennen.
Die Regularien über Naturdenkmale kenne ich nicht.
Ich laufe aber sehr oft an solchen Baumdenkmalen vorbei. Schilder die auf den „Botschafter“ des Umweltgedankens hinweisen sind an den Prachtexemplaren angebracht. Dieser mächtige Baum blieb bis Dato noch unerkannt.
Die Gleen zur Seite, deren Name sich wohl aus dem keltischen oder germanischen herleitet und „glänzend“ bedeutet, lief ich zu „Schloss Plausdorf“.
„Schloss Plausdorf“ oder auch „Gut Plausdorf“ wird 1463 zum ersten Mal geschichtlich erwähnt und wechselte seitdem oft den Besitzer. Ende letzten Jahres wütete ein Brand auf dem Gelände. Wünschenswert wäre, dass dieses große Hofgut wieder gänzlich aufgebaut wird.
Jetzt war es nicht mehr weit ans Ziel.
„Bayerisch Kuba“ das ich Anfangs in der Beschreibung erwähnte, ist eine „Phantasie Bezeichnung“ für die Gegend unterhalb der Amöneburg Richtung Radenhausen.
Ich schnappte den Begriff bereits Anfang der Neunziger bei den jungen Erwachsenen von Amöneburg auf.
Es wurde viel getrunken zu dieser Zeit.
Nachtrag:
Einen überaus schönen Wanderstein habe ich auch gefunden. Fundort Lindaukapelle. Eine Erwähnung erfolgt noch heute auf Instagram.
Meine Tour:
Komoot
Bürgerreporter:in:Michael Kaiser aus Stadtallendorf |
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