„Ihr könnt die Lücke überbrücken!“
Der Rotary Club Stadtallendorf ermöglicht den Schulen im Ostkreis zum zweiten Mal die Teilnahme an der Aktion „Schüler retten Leben“
- Rotary Club Stadtallendorf organisiert wieder Schulungen durch Profis
- Foto: Rotary Club Stadtallendorf
- hochgeladen von Herbert Köller
Pünktlich um 8.00 Uhr nehmen die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse der Martin-von-Tours-Schule in Neustadt ihre Plätze ein. Dr. Markus Spies von der Uniklinik Marburg wird sie heute mit seinem Team unterrichten.
Aber nicht Mathe oder Deutsch stehen auf dem Stundenplan, sondern Lebensrettung. „Deutschland hat eines der besten Rettungswesen der Welt“, erklärt Spies, „zehn Minuten nach der Alarmierung ist der Rettungswagen vor Ort.“ Aber bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand kann das Gehirn schon nach drei Minuten ohne Sauerstoff geschädigt werden – nach zehn Minuten sind bleibende Schäden zu erwarten.
„Ihr könnt die Lücke bis zum Eintreffen der Profis überbrücken und das bringen wir euch heute bei“, verspricht Spies den jungen Leuten. „Anderen Menschen helfen zu können, ist eine tolle Sache“, pflichtet ihm Friedhelm Lierse, der Vize-Präsident des Rotary Clubs Stadtallendorf bei. Er hat selbst als Rettungshelfer schon viele positive Erfahrungen gemacht. „Deshalb freuen wir uns, dass wir mit der Hilfe von Sponsoren euch diesen Tag ermöglichen können.“
Sponsoren helfen!
Und dann startet Dr. Spies mit dem theoretischen Teil, in dem er verständlich erklärt, wie der Kreislauf funktioniert und was passiert, wenn das System zusammenbricht. Anschließend geht es in kleinen Gruppen in die praktischen Übungen, wo jeder selbst ausprobieren kann, wie eine Herz-Druck-Massage durchzuführen ist.
Das ist zunächst ungewohnt, aber ganz schnell haben alle den Bogen raus und sind jetzt vorbereitet, im Notfall helfen zu können. In Skandinavien ist wird Lebensrettung schon seit Jahren in den Schulen unterrichtet. Dadurch ist dort die Überlebensrate von Menschen mit plötzlichem Herzstillstand höher als in Deutschland. „Junge Menschen sind meist tatkräftiger als ältere und Kinder tragen ihr Wissen in die Familien. Deshalb werden wir diese Aktion in diesem Jahr auch an den weiterführenden Schulen in Kirchhain und Stadtallendorf ein weiteres Mal anbieten“, erklärt der Arzt und Rotarier Dr. Ortwin Schuchardt, der die Kontakte zwischen den Schulen und der Uniklinik vermittelt und Sponsoren wie die Firma Hoppe gewonnen hat.
Am Ende der Veranstaltung sind alle zwar ein bisschen erschöpft, aber es hat sich gelohnt: „Das war richtig super und ich weiß jetzt, wie ich helfen kann“, fasst eine Schülerin den Tag für sich zusammen.
Text: Dr. Ortwin Schuchardt, Rotary Club Stadtallendorf
Bürgerreporter:in:Herbert Köller aus Stadtallendorf |
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