Grobe Fahrlässigkeit und blinde Zerstörungswut
Amazon-LKW verwüstet gesperrte Baustelle in Bennigsen

Foto: N. Rode

Was sich heute Morgen gegen 06:00 Uhr auf der Landesstraße 460 in Bennigsen abspielte, ist mit dem Begriff „Verkehrsverstoß“ nicht mehr hinreichend beschrieben. Es war eine Demonstration gefährlicher Rücksichtslosigkeit.

Ein Sattelzug des Versandriesen Amazon ignorierte sämtliche Warnhinweise und fuhr trotz eindeutiger Beschilderung in den voll gesperrten Baustellenbereich ein. Offenbar im blinden Vertrauen auf das Navigationssystem oder unter immensem Zeitdruck stehend, manövrierte der Fahrer den 40-Tonner in eine Sackgasse, aus der es kein reguläres Entkommen gab.

Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen: Was folgte, zeugt von einer erschreckenden Ignoranz gegenüber der Sicherheit anderer: Nachdem sich der LKW festgefahren hatte, wählte der Fahrer den brachialen Weg. Er steuerte das Schwergewicht über den eigens für Passanten gesicherten und abgeschirmten Fußgängerüberweg, der mit zahlreichen Kabelbindern geschützt war. Dass zu dieser frühen Morgenzeit Pendler oder Schulkinder diesen Weg hätten nutzen können, scheint dem Fahrer gleichgültig gewesen zu sein.

Fahrerflucht nach Sachbeschädigung, die Zerstörungstour endete hier nicht. Um seinen Weg fortzusetzen, walzte der LKW die beiden Vorabsperrungen nieder und entfernte sich anschließend unerlaubt in Richtung Bennigser Bahnhof, ohne sich um den angerichteten Schaden oder die wiederhergestellte Sicherheit der Baustelle zu kümmern.

Ein Systemversagen auf Kosten der Allgemeinheit. Dieser Vorfall darf nicht als bloßes Missgeschick abgetan werden. Wenn Logistik-Riesen ihre Fahrer unter einen derartigen Druck setzen, dass Verkehrsregeln, Baustellenabsperrungen und – am schlimmsten – geschützte Bereiche für Fußgänger nur noch als lästige Hindernisse wahrgenommen werden, läuft etwas grundlegend falsch.

Wer mit einem 40-Tonner bei winterlichen Verhältnissen in eine gesperrte Baustelle bricht und sich den Weg über Fußgängerzonen und Barrieren freirammt, handelt nicht nur grob fahrlässig, sondern nimmt potenziell schwerste Verletzungen Dritter billigend in Kauf. Die hinterlassene Spur der Verwüstung auf der L460 ist ein Armutszeugnis für die Verantwortlichkeit des Fahrers und wirft ein dunkles Schlaglicht auf die Praktiken der Branche. Die Polizei ist eingeschaltet, und es bleibt zu hoffen, dass dieser Ausbruch an Rücksichtslosigkeit entsprechende konsequente Strafen nach sich zieht.

Bürgerreporter:in:

Wolfgang Decius aus Springe

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